News zur Flutkatastrophe Katastrophenschutz-Chef fordert »Politikwechsel«

170 Menschen sind tot, es gibt verheerende Sachschäden – der Chef des Bundesamtes für Katastrophenschutz verlangt künftig stärkere Einbindung durch den Bund. Und: Laschet kündigt 200 Millionen Euro Hilfe für NRW an. Der Überblick.
Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Armin Schuster

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Armin Schuster

Foto: Thomas Frey / dpa

Das waren die Unwetter-News am 20. Juli.

+++ Katastrophenschutz-Chef fordert »Politikwechsel« +++

Nach den heftigen Unwettern in Deutschland hat der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz (BBK), Armin Schuster, ein »völlig neues Verständnis« beim Risiko- und Krisenmanagement gefordert. »Mit einer besseren Vorbereitung hätte man das Ausmaß des Schadens vielleicht reduzieren können«, sagte Schuster der »Welt«. Die BBK-eigenen Warnsysteme hätten in der vergangenen Woche »reibungslos funktioniert«.

»Für uns ist nicht ersichtlich, welche Maßnahmen am Ende der Meldekette im Einzelnen dann vor Ort getroffen werden«, betonte Schuster. Das Bundesamt habe keine Zuständigkeit für den Katastrophenschutz vor Ort. Er forderte deshalb eine stärkere Einbindung durch den Bund: »Bevölkerungsschutz muss zur Gemeinschaftsaufgabe werden.« Denkbar sei etwa die Einrichtung eines gemeinsamen Kompetenzzentrums beim BBK, in dem Bund, Länder, Kommunen und Hilfsorganisationen sitzen.

Schuster forderte nach der Hochwasserkatastrophe zudem einen grundlegenden Politikwechsel: »Die verabschiedeten Klimaanpassungsgesetze sind der Einstieg in diesen Politikwechsel«. Seine Behörde werbe bereits seit Monaten dafür, den physischen Bevölkerungsschutz »größer zu denken«.

Laschet kündigt 200 Millionen Euro Hochwasser-Hilfe für NRW an

23.26 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung wird 200 Millionen Euro für die Opfer der Unwetterkatastrophe bereitstellen. Das kündigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag im »heute journal« des ZDF an. »Das Land Nordrhein-Westfalen wird 200 Millionen Euro bereitstellen, die dann der Bund verdoppeln will«, sagte er. Laut Düsseldorfer Regierungskreisen gibt es eine Zusage des Bundes, Soforthilfen der Länder zu verdoppeln.

Bislang ist bekannt, dass die Bundesregierung an diesem Mittwoch, rund eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands, laut einer Kabinettsvorlage 400 Millionen Euro an Soforthilfen auf den Weg bringen. Sie sollen je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen werden. Damit sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Bei diesen 400 Millionen werde es aber nicht bleiben, hieß es aus Düsseldorfer Koalitionskreisen.

Laschet unterstrich, dass die Hilfen nun schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden müssten. Schließlich gebe es Unwetteropfer, die nach dem Hochwasser gar nichts mehr hätten – »nicht mal eine Kreditkarte«, sagte Laschet, der aus Aachen zugeschaltet war.

Zahl der Todesopfer steigt auf 170

23.00 Uhr: Die Zahl der Toten in Folge der Überschwemmungen ist auf 170 gestiegen. In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Polizeipräsidiums Köln 48 Menschen ums Leben gekommen. Am Dienstagmittag sei in Bad Münstereifel eine weitere Leiche gefunden worden. Eine Vielzahl der Vermisstenmeldungen seien inzwischen geklärt. Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gibt es 122 Tote, wie ein Polizeisprecher in Medien zitiert wird. Zuletzt war von 117 die Rede gewesen.

Werder-Trainer Anfang nimmt Flutopfer zu Hause in Köln auf

22.17 Uhr: Der neue Trainer von Werder Bremen Markus Anfang und seine Lebensgefährtin haben Opfer der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vorerst bei sich zu Hause aufgenommen.

»Freunde von meiner Lebensgefährtin und mir hat es schon zum zweiten Mal schlimm erwischt. Ihr Haus ist derzeit nicht bewohnbar. Sie wohnen erst mal bei uns in Köln, damit sie eine Unterkunft haben«, sagte der 47-Jährige in einem Interview der »Bild«-Zeitung. Anfang ist gebürtiger Kölner und lebt nach wie vor in der Stadt.

Wuppertaler Schwebebahn geht wieder an den Start

Vor wenige Tagen war das noch der Blick auf die Station der Schwebebahn in der Pestalozzistraße über der Wupper

Vor wenige Tagen war das noch der Blick auf die Station der Schwebebahn in der Pestalozzistraße über der Wupper

Foto: Christopher Neundorf / dpa

21.12 Uhr: Entwarnung bei der Wuppertaler Schwebebahn: Am kommenden Wochenende kann das beliebte Verkehrsmittel nach kurzer Unwetter-Zwangspause »wieder offiziell auf die Strecke gehen«, wie die Wuppertaler Stadtwerke am Dienstag mitteilten. Zwar habe es auch bei der Schwebebahn erhebliche Schäden gegeben. Die Standfestigkeit des Gerüsts und seiner Stationen habe aber keine Beeinträchtigungen davongetragen.

Deutsche Bank und Postbank vergeben Hilfskredite von 300 Millionen Euro

20.05 Uhr: Deutsche Bank und Postbank starten ein Hilfsprogramm für Menschen und Unternehmen, die von der Hochwasserkatastrophe in Deutschland betroffen sind. Das Programm umfasst unter anderem nahezu zinslose Sonderkredite für Unternehmen in Höhe von 100 Millionen Euro, wie die Deutsche Bank mitteilt.

Privatpersonen erhielten in den Filialen von Deutscher Bank und Postbank ebenfalls nahezu zinslose Sonderkredite über bis zu 200 Millionen Euro. Über alle Programme hinweg werde der Zinssatz bei 0,01 Prozent pro Jahr liegen.

Wie Armin Laschet in die Rolle des Landesvaters findet – dank der Kanzlerin

Angela Merkel und Armin Laschet in Euskirchen

Angela Merkel und Armin Laschet in Euskirchen

Foto: SASCHA STEINBACH / POOL / EPA

20.08 Uhr: Mit seinem Lacher im Katastrophengebiet hat Kanzlerkandidat Laschet seinen Wahlkampf belastet. Nun trat er erneut auf, diesmal an der Seite der krisenerprobten Kanzlerin. Und zeigte ein anderes Gesicht. Lesen Sie hier mehr. 

Rheinland-Pfalz stellt Soforthilfen für Flutopfer bereit

Feuerwehrleute stehen im Dorf Mayschoß vor völlig zerstörten Häusern

Feuerwehrleute stehen im Dorf Mayschoß vor völlig zerstörten Häusern

Foto: Boris Roessler / dpa

19.16 Uhr: Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat für Betroffene der Hochwasserkatastrophe in dem Bundesland Soforthilfen bis zu 3500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld soll ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Dienstag mit.

»Wer durch das Hochwasser einen Schaden an Wohnraum, Hausrat oder Kleidung erlitten hat, bekommt unbürokratisch und schnell Hilfe«, teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Eine Vermögensprüfung sei nicht notwendig, Spenden würden nicht angerechnet. »Damit hoffen wir dazu beitragen zu können, die akute Not vieler Menschen ein Stück weit zu lindern.«

Darüber hinaus seien auf dem Spendenkonto der Landesregierung mehr als 6,2 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen, teilte die Staatskanzlei mit. »Das Geld soll über die Kreisverwaltungen verteilt werden«, meinte Lewentz. »Vor Ort kann am besten gesehen werden, wo die Not am größten ist und wie Abhilfe geschaffen werden kann.«

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einer »beispiellosen Spendenbereitschaft«. Das Leid vieler Menschen sei unermesslich. »Umso wichtiger ist dieses starke Signal der Solidarität mit der Region. Es ist für die Menschen vor Ort wichtig zu erfahren, dass sie in ihrem Leid nicht alleine sind«, betonte sie.

Marburger Bund fordert »Not-Praxen« und »Not-Apotheken«

18.27 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich mit Blick auf die Versorgung von Patienten in den westdeutschen Katastrophengebieten besorgt gezeigt. Wie es in einer Mitteilung  hieß, seien beispielsweise zahlreiche Arztpraxen in den betroffenen Regionen überschwemmt, nicht mehr arbeitsfähig oder sogar komplett zerstört. Niemand habe bisher ein komplettes Bild davon, wie stark die medizinische Grundversorgung zerstört sei, hieß es.

»Wir wissen derzeit von über 20 Arztpraxen alleine in Rheinland-Pfalz, die nicht mehr arbeitsfähig sind«, sagte Hans-Albert Gehle, Vorsitzender des Marburger Bundes in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, laut Mitteilung. Nicht von Hochwasser betroffene Praxen müssten Patienten in einer solchen Lage mitversorgen. Es sei zudem sinnvoll, wenn für chronisch Kranke und sonstige Patienten in Gemeinden und Stadtteilen provisorische »Not-Praxen« sowie »Not-Apotheken« aufgebaut würden.

Inzwischen 122 Tote im Kreis Ahrweiler

18.21 Uhr: Die Zahl der Todesopfer der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler ist auf 122 gestiegen. Das sagte ein Polizeisprecher in Koblenz. Bislang war die Rede von 117 Toten gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls auf nunmehr 763. Aktuell würden noch 155 Menschen vermisst.

Zahl der Unwetter-Toten in NRW steigt auf 48

18.14 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist ein weiteres Todesopfer der Flutkatastrophe gefunden worden. Wie das Kölner Polizeipräsidium mitteilte, hat ein Leichenspürhund einen weiteren, noch nicht identifizierten Toten im Katastrophengebiet in Bad Münstereifel gefunden.

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen hätten die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell suche die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen, der in NRW die meisten Todesopfer nach dem Starkregen zu beklagen hat.

500 Polizisten seien im Einsatz, um neben der Vermisstensuche auch das Hab und Gut der von der Naturkatastrophe getroffenen Menschen in den Kreisen Rhein-Sieg und Euskirchen zu schützen.

Förderbank vergibt Darlehen an vom Hochwasser geschädigte Landwirte

17.32 Uhr: Die Landwirtschaftliche Rentenbank vergibt ab sofort Darlehen an vom Hochwasser betroffene Unternehmen aus dem Agrar-, Wein- und Gartenbausektor. Wie das Bundesagrarministerium mitteilte, sollen geschädigte Betriebe aus den Branchen schnell und unbürokratisch Liquiditätshilfen erhalten können.

Die Darlehen, die das Agrarministerium in Abstimmung mit der Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum aufgelegt hat, sollen zu günstigen Konditionen angeboten werden. Sie haben den Angaben zufolge eine Laufzeit von vier, sechs oder zehn Jahren und sind mit einem Tilgungsfreijahr ausgestattet. Betriebe in besonderer Not können Tilgungen bis zu zwei Jahre aussetzen.

Bereits am Montag hatte die EU-Kommission zugesagt, die von der Flut betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland mit unbürokratischer Hilfe unterstützen zu wollen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) begrüßte dies.

DFL empfiehlt Schweigeminute zum Saisonauftakt

17.05 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat für die Spiele zum Saisonauftakt in der 2. Bundesliga eine Schweigeminute empfohlen. Damit solle der Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland gedacht werden, teilte die DFL mit. Der Dachverband stellte es den 18 Klubs zudem frei, mit Trauerflor zu spielen.

Die neue Saison beginnt an diesem Freitag (20.30 Uhr) mit der Partie zwischen dem FC Schalke 04 und dem Hamburger SV. Die weiteren acht Begegnungen folgen am Samstag und Sonntag. DFL und Deutscher Fußball-Bund haben einen Hilfsfonds über drei Millionen Euro zugunsten der Hochwasseropfer im Westen Deutschlands angekündigt.

Wie das Wasser wütete

16.49 Uhr: Erst langsam wird klar, welche Zerstörung die Wassermassen in Wetsdeutschland angerichtet haben. Schlamm und Trümmer prägen das Stadtbild nicht nur in Altenahr, sondern in vielen weiteren Orten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Die Zerstörung ist so groß, dass sie sich aus dem All erkennen lässt. Sehen Sie hier Satellitenbilder sechs schwer betroffener Städte – vor und nach der Flut.

Lauterbach bezeichnet Sammelunterkünfte wegen Corona als »Gefahr für die Menschen«

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt angesichts steigender Infektionszahlen vor Sammelunterkünften

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt angesichts steigender Infektionszahlen vor Sammelunterkünften

Foto: Kay Nietfeld / dpa

16.46 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich wegen der Corona-Ansteckungsgefahr gegen Sammelunterkünfte für Flutopfer ausgesprochen. »Massenunterkünfte sind eine Gefahr für die Menschen, denn dort herrscht ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko«, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Flutopfer in den Katastrophengebieten müssten stattdessen in Hotels und Einzelunterkünften untergebracht werden, forderte er. »Es wäre fatal, wenn die ohnehin dramatische Situation in den Hochwasserregionen durch massenhafte Infektionen mit der Delta-Variante zusätzlich erschwert würde«, sagte Lauterbach. Darüber hinaus forderte er, die Helfer bei den Aufräumarbeiten mit hochwertigen FFP2-Masken auszustatten.

40.000 Menschen von Hochwasser im Ahrtal betroffen

16.10 Uhr: Fünf Tage nach der Flutkatastrophe ist die Zahl der Todesopfer in rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler auf 121 gestiegen. 755 Menschen wurden verletzt, wie ein Sprecher der Einsatzleitung am sagte.

Die Zahl der Betroffenen im Ahrtal wurde vom Leiter des Krisenstabes des Landes und Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, auf 40.000 geschätzt. Es sei eine »ungeheure große Zahl von Menschen« auf einer »ungeheuren Fläche«, sagte Linnertz. Die Lage sei immer noch sehr angespannt: »Weil so viel Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung zerstört ist«, sagte Linnertz – und fügte hinzu: »Grundlegende Dinge wie Strom, Wasser, Abwasser.«

Ein wichtiges Thema sei auch die »Entsorgungsproblematik«, sagte Linnertz. »Da sind ungeheure Mengen an Schutt und Sperrmüll, die anfallen und die sich jetzt in den Dörfern türmen. Das muss raustransportiert werden.« Insgesamt sei die Dauer des Einsatzes nicht abschätzbar. Die Schadenslage sei »sehr weitreichend«. Aktuell seien rund 2500 Kräfte im Hilfseinsatz, darunter 800 Soldaten der Bundeswehr, 200 Helfer des Technischen Hilfswerks und rund 800 Feuerwehrleute. Für die psychosoziale Notbetreuung seien um die 300 Menschen im Einsatz, sagte Linnertz

Im nordrhein-westfälischen Rhein-Erft-Kreis werden derweil noch fünf Menschen vermisst. Bei ihnen sei der Aufenthaltsort derzeit noch ungewiss, sagte Landrat Frank Rock auf einer Pressekonferenz. Die örtliche Personenauskunftsstelle habe aber auch schon viele Vermisstenfälle klären können. »Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf«, teilte die Polizei mit. In ganz NRW wurden bislang 47 Tote geborgen.

Hochwasserschäden bei Continental-Lieferanten

16.03 Uhr: Die Hochwasserkatastrophe hat auch einige Zulieferer von Continental getroffen. Nach aktuellem Stand gebe es bei mehr als zehn Lieferanten entsprechende Schäden, teilte der Dax-Konzern mit.

»Wir befinden uns mit ihnen in enger Abstimmung und prüfen die Auswirkungen auf ihre Lieferfähigkeit«, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Standorte des Unternehmens selbst, das seinerseits ein wichtiger Zulieferer für die Auto- und Maschinenbauindustrie ist, seien nicht direkt betroffen. Zuvor hatte auch der Autohersteller Volkswagen »lokale Störungen bei wenigen Lieferanten-Standorten« gemeldet – insgesamt funktioniere das Netzwerk der Teileversorgung, die Produktion sei daher nicht eingeschränkt.

Bahn muss 600 Kilometer Gleise instand setzen

15.53 Uhr: Die Deutsche Bahn rechnet mit einem monatelangen Wiederaufbau der durch die Flut zerstörten Trassen. »Allein sieben Regionalverkehrsstrecken sind so stark von den Wassermassen zerstört, dass die DB sie neu bauen oder umfangreich sanieren muss«, teilte der Konzern mit. Die Maßnahmen würden Wochen und Monate dauern.

Insgesamt seien 600 Kilometer Gleise betroffen, hauptsächlich für den Nahverkehr. Für den Fern- und Güterverkehr ist die Lage besser. In Regierungskreisen hieß es, die Schäden beliefen sich auf mindestens 1,3 Milliarden Euro.

Die Fernverkehrsstrecken seien überwiegend befahrbar, teilte die Bahn mit. Dies gelte auch für die Hochgeschwindigkeitstrasse Frankfurt-Köln und die weitere Verbindung nach Amsterdam und Brüssel. Es könne aber Verspätungen geben und auch Züge ausfallen.

Gebessert hat sich der Bahn zufolge die Lage im Güterverkehr: Der wichtige Rangierbahnhof in Hagen arbeite wieder. Vor allem sei die Nord-Süd-Achse entlang des Rheins befahrbar. So könnten Züge zu den Seehäfen nach Rotterdam und Antwerpen abgefertigt werden.

Wäre eine bundesweite Versicherungspflicht sinnvoll?

15.20 Uhr: Viele Opfer der Hochwasserkatastrophe waren nicht versichert, der Staat muss wieder einmal einspringen. Nun mehren sich Forderungen nach einer bundesweiten Versicherungspflicht. Doch wie sinnvoll wäre das?

FDP-Chef Lindner fordert Katastrophenwarnung per SMS

14.58 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner fordert nach der Unwetterkatastrophe künftig eine Warnung der Bevölkerung über den Mobilfunkservice SMS. »Wir werden zukünftig mit vielen Folgen des globalen Klimawandels zu tun haben – und müssen uns dafür rüsten. Dazu gehört ein niedrigschwelliges und digitales Frühwarnsystem«, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Mit der Mobilfunkinfrastruktur sind Warnungen per SMS auf jedes Handy in einem Gefahrenbereich leicht umsetzbar.«

Bisher behindere allerdings die Rechtslage ein solches System, das in anderen Ländern üblich sei. »Das will die FDP ändern.« Für den Fall, dass Strom und Mobilfunk ausfielen, brauche man noch andere Kommunikationsmittel wie Sirenen und Lautsprecher, fügte Lindner hinzu. »Aber es gibt Katastrophen, die sich Stunden oder Tage vorher abzeichnen. Da muss eine digitale Infrastruktur den Behörden zur Verfügung stehen.«

Bayern stellt 50 Millionen Euro Soforthilfen bereit

14.53 Uhr: Bayern stellt 50 Millionen Euro Soforthilfe für Opfer der Unwetter des vergangenen Wochenendes bereit. Das Kabinett beschloss am Dienstag ein entsprechendes Hilfspaket, durch das Privathaushalte bis zu 5000 Euro Soforthilfe bekommen können. Auch Unternehmer können unterstützt werden.

Um die Bevölkerung zu warnen, will Bayern in Zukunft auch wieder stärker auf Sirenen setzen. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte, außerdem sollten Push-Nachrichten an Handys geschickt werden, um schnell vor Gefahrenlagen warnen zu können.

Wiederaufbau wird lange Zeit brauchen

14.20 Uhr: Nach Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wird der Wiederaufbau in den Flutgebieten lange Zeit brauchen. Laschet verwies darauf, dass etwa zentrale Autobahnen durch das Land betroffen sind. Merkel sagte, es seien viele Brücken zerstört worden. Laschet sagte, man müsse sich stärker auf künftige Extremwetter vorbereiten. Die NRW-Regierung habe gerade das erste Klima-Anpassungsgesetz in Deutschland beschlossen. »Das wird viele Milliarden beanspruchen«, sagte Laschet.

Merkel verspricht schnelle Hilfe

14.17 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe schnelle Hilfe zugesagt. Das Bundeskabinett werde am Mittwoch ein Programm für finanzielle Hilfe beschließen, sagte sie bei einem Besuch in Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen. Es gehe dabei darum, »unbürokratisch Soforthilfe« zu leisten. Dies geschehe gemeinsam mit dem Land NRW, das am Donnerstag entsprechende Beschlüsse fassen werde.

Merkel zeigte sich bei dem gemeinsamen Besuch mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betroffen von der Lage vor Ort. Die Schäden seien »erschreckend«, es gebe zum Teil »entsetzliche Zustände«. Viele Häuser seien nicht mehr bewohnbar. Bei ihrem Besuch habe sie »Menschen gesehen, die alles verloren haben«. Die Stadt sei »so schwer getroffen, dass es einem wirklich die Sprache verschlägt«.

Angela Merkel im Unglücksgebiet

Angela Merkel im Unglücksgebiet

Foto: WOLFGANG RATTAY / AFP

»Das einzige, was tröstet, ist die Solidarität der Menschen«, hob Merkel hervor. Sie bedankte sich bei allen Helfern und Spendern. Es sei klar, »dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden«, fügte die Kanzlerin hinzu. »Wir werden Sie nicht nach Kurzem vergessen«, versicherte sie.

Winfried Kretschmann fordert verpflichtende Elementarschadenversicherung

13.56 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann drängt angesichts der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands auf eine verpflichtende Elementarschadenversicherung für alle Gebäudebesitzer. Alle Immobilienbesitzer müssten in eine Solidargemeinschaft gehen, sonst werde das Folgen haben, die man nicht mehr gut bewältigen könne, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. In Baden-Württemberg liege die Versicherungsquote bei 90 Prozent, in anderen Ländern aber nur bei 30 Prozent.

Kretschmann hatte diese Forderung bereits in der Vergangenheit erhoben – er kündigte an, sich in der Ministerpräsidentenkonferenz im Herbst erneut dafür einsetzen zu wollen. Als Elementarschäden gelten Schäden, die durch Naturereignisse wie Starkregen, Hochwasser oder Erdrutsche verursacht werden. In Baden-Württemberg hatte es bis Mitte der 90er-Jahre eine umfassende Versicherungspflicht gegeben, die auch den Schutz vor Schäden durch Sturm, Hagel, Hochwasser, Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutschen umfasste.

Katastrophenschutzamt prüft Einführung von SMS-Warnsystem

13.50 Uhr: Warnungen vor Hochwasser und anderen Gefahren könnten die Bevölkerung künftig auch per SMS erreichen. Wie der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) sagte, lasse das BBK die Einführung eines solchen Systems prüfen.

BBK-Präsident Schuster am Montag in Bad Neuenahr

BBK-Präsident Schuster am Montag in Bad Neuenahr

Foto: Thomas Frey / dpa

»Mein Ziel ist es, über eine Machbarkeitsstudie festzustellen, ob eine Einführung von Cell Broadcasting sinnvoll und realisierbar ist«, sagte Schuster. Mit einem Ergebnis sei im Herbst zu rechnen. Mittels Cell Broadcasting können Textnachrichten an alle Mobiltelefone geschickt werden, die sich innerhalb einer bestimmten Funkzelle befinden. So können jeweils die Handynutzer in einer bestimmten Gegend erreicht werden, ohne dass der Stelle, von der die Nachrichten verschickt werden, deren Telefonnummern bekannt sein müssten.

Er sehe »keine Argumente, die komplett dagegen sprechen«, sagte der BBK-Präsident, wies jedoch auf »datenschutzrechtliche Aspekte« hin. Auch sei die Einführung eines solchen Systems teuer. Die Startinvestitionen würden auf Kosten von 20 bis 40 Millionen Euro geschätzt. Bislang bietet auch keiner der Mobilfunkanbieter das System an, sagte Schuster.

Weitere Helfer aus Mecklenburg-Vorpommern fahren nach Rheinland-Pfalz

13.45 Uhr: Nach einem Hilfeersuchen aus Rheinland-Pfalz werden weitere Helferinnen und Helfer aus Mecklenburg-Vorpommern in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete reisen. Das berichtet der SWR . Gegen 13 Uhr wollten demnach 85 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, dem Deutschen Roten Kreuz sowie Freiwilligen Feuerwehren zum Nürburgring aufbrechen.

Die Rennstrecke liegt südlich der schwer getroffenen Ortschaften Adenau und Schuld. Die Hilfskräfte aus dem Norden sollen sich vor Ort um die Betroffenen in den Notunterkünften kümmern oder neue Notunterkünfte errichten.

Belgien begeht nach Überschwemmungen Staatstrauertag

Belgiens König Philippe mit Frau Mathilde in der vom Hochwasser betroffenen Stadt Verviers

Belgiens König Philippe mit Frau Mathilde in der vom Hochwasser betroffenen Stadt Verviers

Foto: STEPHANIE LECOCQ / EPA

13.30 Uhr: Belgien gedenkt der Opfer der Flutkatastrophe mit einem nationalen Trauertag. »Wir werden euch nicht aufgeben«, schrieb Premierminister Alexander De Croo in einem offenem Brief in den Zeitungen des Landes. »Wir werden alles mögliche tun, um euch zu unterstützen.«

Der belgische König Philippe reiste laut der Nachrichtenagentur AP mit seiner Frau Mathilde in die Stadt Verviers, um den vom Hochwasser betroffenen Menschen Trost zu spenden. In der Region im Osten des Landes waren in Folge des Hochwassers mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen, rund 70 weitere werden noch vermisst.

In ganz Belgien wurden heute die Flaggen auf halbmast gehisst, um 12 Uhr heulten die Sirenen, es folgte eine Schweigeminute.

Anmerkung: In einer vorigen Version dieses Eintrags haben wir die Frau des belgischen Königs irrtümlich Paola genannt. Tatsächlich heißt sie Mathilde. Wir haben den Fehler korrigiert.

Bayern will Investitionen in Hochwasserschutz massiv erhöhen

12.50 Uhr: Bayern wird laut Umweltminister Thorsten Glauber massiv in den Hochwasserschutz investieren. Hintergrund sei, dass man künftig häufiger mit extremen Wettersituationen rechnen müsse. »Wir werden 40 Milliarden Euro für Hochwasserschutz in den nächsten 20 Jahren ausgeben«, sagte der Politiker der Freien Wähler nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts. Zudem wolle man genauer analysieren, wo künftig Extremwetterlagen auftreten könnten.

Reportage aus Berchtesgaden: Millionenschäden im Alpenparadies

12.44 Uhr: Im Berchtesgadener Land kam es am Wochenende zu sintflutartigen Regenfällen. Hänge rutschten ab, Gaffer störten. Manche Touristen blieben lieber daheim, andere halfen.

Seehofer kommt zu Sondersitzung des Innenausschusses

12.39 Uhr: Die Abgeordneten des Innenausschusses im Bundestag werden sich am kommenden Montag in der Sommerpause in einer Sondersitzung eingehend mit der Flutkatastrophe beschäftigen. Ein entsprechender Antrag der Ausschussvorsitzenden Andrea Lindholz (CSU) beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble liegt dem SPIEGEL vor.

Bereits zugesichert haben ihre Teilnahme nach SPIEGEL-Informationen Bundesinnenminister Horst Seehofer und Armin Schuster, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. FDP und Grüne hatten einen solchen außerordentlichen Termin gefordert. Thema wird dabei etwa sein, ob das Innenministerium Fehler gemacht hat.

Polizei warnt vor falschen Lautsprecherdurchsagen

12.24 Uhr: In einigen Gemeinden in Rheinland-Pfalz fahren offenbar Fahrzeuge umher, die per Lautsprecher fälschlicherweise eine Reduzierung der Einsatzkräfte verkünden. Wie die Polizei Koblenz mitteilte , habe es Meldungen über entsprechende Vorfälle in der Gegend um Bad Neuenahr-Ahrweiler gegeben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

»Das ist eine Falschmeldung«, hieß es von der Polizei. Die Polizei reduziert die Anzahl der Einsatzkräfte nicht und befindet sich weiterhin ohne Unterbrechung im Katastrophengebiet. Man sei seit Beginn der Flut am späten Mittwochabend, den 14. Juli 2021, durchgehend mit sehr starker Kräftepräsenz im Einsatzraum. Die Polizei sei in allen Orten im gesamten Katastrophengebiet Tag und Nacht präsent und für die Menschen dort ansprechbar.

Merkel und Laschet in Bad Münstereifel

12 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Dienstag zu einem Treffen mit Betroffenen der Hochwasserkatastrophe im nordrhein-westfälischen Bad Münstereifel eingetroffen. Zwei Tage nach ihrem Besuch in Rheinland-Pfalz wollte sich Merkel mit Helferinnen und Helfern sowie Bürgerinnen und Bürgern über die Lage nach der Katastrophe austauschen.

Echtershausen weiter nur über Waldweg erreichbar

11.55 Uhr: Die Ortschaft Echtershausen im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist nach wie vor nur schwer erreichbar. Die einzige Straße in den Ort mit rund 100 Einwohnern sei durch die Wassermassen in der vergangene Woche zerstört worden, sagte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Willi Schlöder. Die einzige Zufahrt ist derzeit ein Waldweg.

Eine Baufirma sei dabei, die Straße neu zu bauen. Sie solle laut Plan Ende der Woche fertig werden. Die Versorgung der Menschen sei sichergestellt, sagte Schlöder. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm seien viele Orte von den Überschwemmungen betroffen. Mit am schlimmsten getroffen habe es die Gemeinde Irrel und die Stadt Prüm, sagte der Inspekteur. Noch gebe es keine Entspannung der Lage im Kreis. »Die Orte sind nach wie vor betroffen, es laufen überall Aufräumarbeiten.«

Merz rät von erneuter Bebauung überschwemmter Flächen ab

11.51 Uhr: Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat sich dafür ausgesprochen, beim Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften in den Hochwassergebieten nicht alle Gebäude wieder an Ort und Stelle zu errichten und gefährdete Flächen künftig freizulassen. »Das Baugebiet muss dem Risiko angepasst werden, sonst laufen Hauseigentümer und Unternehmer Gefahr, beim nächsten Hochwasser wieder alles zu verlieren«, sagte Merz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

»Das bedeutet, dass man in bestimmten Gebieten künftig nicht mehr bauen können wird«, sagte Merz, der auch dem Wahlkampfteam von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet angehört. In der Vergangenheit sei »offensichtlich zu nah an den Wasserläufen gebaut worden«. Außerdem seien zu viele Wasserläufe begradigt worden. »Das muss man sich anschauen und Konsequenzen für den Wiederaufbau ziehen.« Es sei auch wichtig, Flussauen als Überschwemmungsraum auszubauen. »Dann gibt es deutlich weniger Hochwasserschäden«, so Merz.

Grünen-Europaabgeordnete Paulus: »Katwarn und Nina reichen nicht aus«

11.45 Uhr: Die rheinland-pfälzische Europaparlamentarierin Jutta Paulus (Grüne) hat die Bundesregierung zu einer schnellen Umsetzung der EU-Richtline zum Bevölkerungsschutz im Katastrophenfall aufgefordert. »Katwarn und Nina reichen nicht aus«, sagte Paulus der Nachrichtenagentur dpa.

Diese Warn-Apps erreichten nur zehn Prozent der Bevölkerung. Nötig seien Pushdienste im Sinne der Richtlinie »EU Alert« von 2018, mit denen alle Mobilfunk-Teilnehmer automatisch mit öffentlichen Warnungen erreicht werden könnten. Sirenen könnten dann zusätzliche auch diejenigen erreichen, die kein Smartphone hätten.

»Man kann mir nicht erzählen, dass es unausweichlich war, dass wir in dieser Katastrophe fast 200 Todesopfer haben«, sagte Paulus. »Pushnachrichten aufs Smartphone werden in anderen Ländern für öffentliche Warnungen sehr lebhaft genutzt.« In Deutschland sei es versäumt worden, den Mobilfunkanbietern die Auflage zu machen, solche »Cell-Broadcast«-Systeme einzurichten.

»Was wir auch brauchen, ist eine bessere Koordinierung und Verzahnung«, sagte die Europaabgeordnete. Die rechtzeitige und geografisch sehr präzise Warnung des Europäischen Hochwasser-Warnsystem (EFAS) sei in den Kreisen und Gemeinden zwar angekommen, aber nicht in ihrer ganzen Tragweite wahrgenommen worden.

Anwohner in Erftstadt-Blessem sollen kurz in Häuser zurückkehren dürfen

11.30 Uhr: In dem von einem Erdrutsch betroffenen Ortsteil Blessem im nordrhein-westfälischen Erftstadt sollen viele Anwohner in den kommenden Tagen zeitweise in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Es gebe aber eine Sicherheitszone von 100 Metern rund um die Kiesgrube und die entsprechende Abbruchkante nach der Hochwasser-Katastrophe, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises. Diese dürfe nicht betreten werden, vor allem an der Abbruchkante bestehe weiter »akute Lebensgefahr«.

Für die Straßenzüge außerhalb dieses Radius plane die Stadt derzeit, Bewohner kurz in ihre Häuser und Wohnungen zu lassen, um ihr Hab und Gut zu sichern. Die Betroffenen sollten dabei begleitet werden und nicht alle zeitgleich nach Blessem gelassen werden. »Wir haben dies in enger Abstimmung mit den Fachleuten heute entschieden und können damit immerhin einem Teil der Bevölkerung eine erste, wichtige Perspektive bieten«, hatte Landrat Frank Rock am Montag gesagt.

Die Zahl der gesuchten Menschen in Erftstadt habe sich derweil weiter auf etwa ein Dutzend Fälle reduziert, wie ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagte. »Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf«. Das Telefonnetz stabilisiere sich allmählich.

Polizei verstärkt Präsenz im Märkischen Kreis

10.52 Uhr: Nach mehreren Diebstählen im Hochwassergebiet hat die Polizei im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen ihre Präsenz vor Ort verstärkt. Besonders im Raum Altena wurde das veranlasst, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Bürgerinnen und Bürger seien gebeten, verdächtige Menschen oder Fahrzeuge über Notruf 110 zu melden. Am Montag etwa stoppten Beamte in der Stadt Plettenberg einen Transporter mit zwölf verschlammten Fahrrädern, einem Tretroller und Stühlen. Die Insassen gaben an, die Gegenstände in Altena eingesammelt zu haben. Sie wurden wegen Diebstahls angezeigt.

In Koblenz dementierte die Polizei derweil in den sozialen Medien kursierende Berichte, wonach es im Landkreis Ahrweiler zu Plünderungen gekommen sei. »Die Polizei kann diese Informationen nicht bestätigen. Jedem Hinweis und jeder Meldung in dieser Sache sind die nach wie vor mit starker Präsenz im Einsatzraum befindlichen Kräfte nachgegangen.«

Schulze will Klimaanpassung im Grundgesetz verankern

10.30 Uhr: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat ihre Forderung bekräftigt, die Anpassung an den Klimawandel im Grundgesetz zu verankern. »Bislang sind die Möglichkeiten des Bundes, die Hochwasser- oder Dürre-Vorsorge zu unterstützen, durch die Verfassung begrenzt«, sagte Schulze der »Augsburger Allgemeinen«. Klimaanpassung müsse »zur staatlichen Daueraufgabe werden«. Die aktuellen Ereignisse zeigten, »mit welcher Wucht die Folgen des Klimawandels uns alle treffen können«.

Deshalb sei sie dafür, »die Anpassung an den Klimawandel als neue Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz zu verankern«, sagte Schulze. Konkret forderte sie, den Artikel 91a, in dem auch die Agrarstruktur und der Küstenschutz als Gemeinschaftsaufgabe geregelt sind, um Klimaanpassung zu erweitern.

»Damit könnten wir eine dauerhafte Finanzierung für diese wichtige Aufgabe sicherstellen«, so die SPD-Politikerin. »Bund und Länder können dann auch gemeinsam abstimmen, wie wir die staatliche Extremwetter-Vorsorge noch fitter machen und welche Regionen im Fokus stehen sollten«, sagte die Umweltministerin. »Mittelgebirgsregionen zum Beispiel, wo Starkregen künftig häufiger und extremer auftreten werden, werden wir bei der Vorsorge auf jeden Fall stärker unterstützen müssen.«

Dabei gehe es vor allem um nicht mehr vermeidbare klimatische Veränderungen. »Selbst mit der besten Vorsorge wird man nicht alle Extremwetter-Folgen abwenden können«, räumte die Ministerin ein. Bund und Länder koordinierten hier bereits seit 2008 im Rahmen der Deutschen Klima-Anpassungsstrategie ihre Anstrengungen.

Feuerwehrverband drängt auf Wiederaufbau von Warnsirenen

09.48 Uhr: Der Feuerwehrverband fordert angesichts der verheerenden Unwetter im Westen Deutschlands den Wiederaufbau von Warnsirenen. »Ich habe das Gefühl, nicht alle Menschen nehmen das so ernst, was da kommt«, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse im Bayerischen Rundfunk mit Blick auf die genutzten Warn-Apps auf Smartphones. »Ich persönlich finde es viel sinnvoller, wenn die Sirenenanlagen wieder flächendeckend aufgebaut werden.«

Banse wies auch darauf hin, dass insbesondere ältere Menschen ihr Handy nicht laufend in der Hand hätten. Der Feuerwehr-Verbandschef gab zudem zu bedenken, dass über die Warn-Apps wie Katwarn und Nina relativ häufig gewarnt werde: »Wenn die Leute fünfzehn Mal gewarnt wurden, und fünfzehn Mal ist nichts passiert, und beim sechzehnten Mal passiert es dann, dann muss man sich nicht wundern.«

Sollten Warnsirenen wieder verstärkt zum Einsatz kommen, müssten Bürger und Bürgerinnen laut Banse auch geschult werden, »was die Signale der Sirenenanlagen überhaupt bedeuten«. Seiner Ansicht nach hätte durch die Nutzung von beiden Systemen »vielleicht einiges« verhindert werden können.

Entwurf: Bund und Länder sollen 400 Millionen Euro Soforthilfe bereitstellen

09.39 Uhr: Bund und Länder sollen 400 Millionen Euro Soforthilfe für die Flutopfer bereitstellen. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Entwurf für den Kabinettsbeschluss am Mittwoch hervor.

Demnach will der Bund 200 Millionen Euro übernehmen und geht davon aus, dass die Länder ebenfalls 200 Millionen Euro beisteuern. Man werde auch Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragen. »Der Bund wird alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die bundeseigene Infrastruktur schnellstmöglich wiederherzustellen«, heißt es in dem Entwurf. »Die Beseitigung der Schäden und der Wiederaufbau der Infrastruktur werden in den nächsten Jahren große finanzielle Anstrengungen erfordern.« An diesen Aufbauhilfen werde sich der Bund im gleichen Umfang wie bei früheren Hochwasserkatastrophen beteiligen.

Der Bund sei auch zu einem neuen Fonds bereit, der für »künftige überregionale Schadensereignisse von erheblichem Ausmaß« eingerichtet werden könnte. In diesen sollen auch alle Länder einzahlen. Über diese Fondslösung könne auf einer Sonderkonferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten Ende Juli oder Anfang August gesprochen werden, wenn sich die Schadenssumme der jetzigen Flutkatastrophe besser abschätzen lasse.

Aufräumarbeiten im Ahrtal: »Ich rechne damit, dass wir noch Leichen finden«

09.29 Uhr: In der Stadt Altenahr ist nichts mehr, wie es war: Die Bürgermeisterin spricht von der Apokalypse, der Feuerwehrmann fürchtet weitere Tote. Und die Notfallseelsorgerin sagt: »Das Schlimmste für die Menschen kommt erst noch.«

Hochwasser in Passau fließt langsam ab

09.22 Uhr: In Ostbayern entspannt sich die Hochwasserlage weiter. In Passau gehen die zuletzt hohen Pegelstände weiter zurück. »Es fließt langsam ab«, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle. Am Wochenende waren nach den heftigen Unwettern die Pegelstände der Donau angestiegen. Die Uferpromenade und tiefer liegende Parkplätze waren überflutet worden, einzelne Keller liefen voll Wasser.

Es sei aber bei Weitem nicht so schlimm gekommen wie angekündigt, sagte der Sprecher. Auch beim Notruf sei es inzwischen ruhiger geworden. Der Pegelstand der Donau lag am Morgen nach Angaben des Hochwasserdienstes bei rund 7,20 Meter. Laut der Prognose sollte sich die Lage im Laufe des Tages weiter entspannen.

Verkehrsministerium: DWD warnte bereits am 12. Juli

09.10 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums am 12. Juli 2021 um 6 Uhr über die bevorstehenden Starkregenereignisse informiert. »Diese Information ging an die zuständigen Katastrophenschutzstellen der Länder, Landkreise und Kommunen«, teilte ein Sprecher mit.

Er wies darauf hin, dass daraus folgende Schutzmaßnahmen von den Einsatzkräften vor Ort zu treffen seien. Der DWD habe nachvollziehbar auch die Frühwarnungen des EFAS (European Flood Awareness System) verarbeitet. Dieses europäische Frühwarnsystem liefere auf Basis der mittelfristigen Vorhersage (14 Tage) Warnungen für alle europäischen Länder. Das Ministerium bestätigte damit entsprechende Angaben des DWD.  

Nach den verheerenden Überschwemmungen war eine Debatte darüber entbrannt, ob die Menschen in den betroffenen Gebieten früher und umfassender hätten gewarnt werden müssen. Zu den lokalen Behörden und den Betroffenen waren die Gefahrenmeldungen offenbar nicht vollständig durchgedrungen – eine mögliche Ursache für die bislang mehr als 160 Todesopfer.

Söder verspricht 50 Millionen Euro Soforthilfe

09.05 Uhr: Die vom Hochwasser in Bayern betroffenen Menschen sollen vom Land 50 Millionen Euro Soforthilfe erhalten. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit. »Der Bund hat ja schon angekündigt, 300 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, wir werden heute erstmal 50 Millionen Euro bereitstellen für die Soforthilfen«, sagte Söder im Bayerischen Rundfunk.

Das Kabinett wollte sich am Morgen mit der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Oberbayern und der Unterstützung der Betroffenen befassen. Besonders im südöstlichen Landkreis Berchtesgadener Land hatten am Wochenende heftige Unwetter in einigen Orten rund um Watzmann und Königssee für Erdrutsche und Überflutungen gesorgt.

Sportboot auf der Donau: Paar aus Lebensgefahr gerettet

08.19 Uhr: Ein junges Paar ist mit einem Sportboot auf der Donau verunglückt und aus Lebensgefahr gerettet worden. Das Boot prallte zuvor mit großer Wucht gegen ein Wehr in der Donau bei Regensburg, wie die Polizei mitteilte. Aufgrund eines technischen Defekts sei das Boot antriebslos und »als Spielball der reißenden Donau« gegen die Wehrmauer geschleudert.

»Wie durch ein Wunder« sei das Boot auf der hochwasserführenden Donau nicht sofort gesunken. Somit habe die Feuerwehr das Paar mit einer Drehleiter retten können. Sie hätten bei dem Unfall lediglich einen Schock erlitten.

Das Boot sei daraufhin für eine spätere Bergung am Wehr angebunden worden. Trotz der Vertäuung sei es allerdings gesunken. Am Boot sei ein Schaden von mindestens 40.000 Euro entstanden. An dem Einsatz am Montagabend seien über 100 Einsatzkräfte beteiligt gewesen.

Katastrophenfall im Berchtesgadener Land aufgehoben

07.50 Uhr: Der Katastrophenfall ist nach dem verheerenden Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollten am Dienstag nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen. Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet.

Mehr als 160 Menschen mussten Rettungskräfte aus ihren Häusern in Sicherheit bringen. Hänge rutschten ab, Teile von Straßen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Häuser liefen voll Wasser, manche drohten einzustürzen.

Die Aufräumarbeiten werden die Menschen und Hilfskräfte in den Hochwassergebieten noch lange beschäftigen. Der Freistaat sicherte den Betroffenen Unterstützung zu. Wie die Hilfe konkret aussehen könnte, damit will sich das bayerische Kabinett am Dienstag befassen. Auch der Finanzausschuss des Landtags hat für den Tag eine Beschlussfassung angekündigt.

Behörden warnen vor Corona-Ausbreitung in Katastrophengebieten

07.41 Uhr: Auf das Hochwasser könnte die Viruswelle folgen: In den Unwetterregionen wächst die Sorge vor vermehrten Covid-Fällen. Vor allem die vollen Notunterkünfte sind problematisch.

Einschätzung aus dem Baugewerbe: Wiederaufbau wird Jahre dauern

06.45 Uhr: Der Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung der deutschen Bauwirtschaft mehrere Jahre dauern. »Nach der Elbflut 2002 hat es etwa drei Jahre gedauert, bis die größten Schäden behoben waren, und fünf Jahre, bis die betroffenen Gebiete wieder ordentlich aussahen«, sagte Reinhardt Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) in Berlin. Das Ausmaß der Schäden in Westdeutschland sei immens, aber noch nicht zu beziffern.

Um den Wiederaufbau zerstörter Häuser, Straßen und Brücken trotz hoch ausgelasteter Bauunternehmen und Materialengpässen zu stemmen, sei ein Kraftakt von Politik und Wirtschaft notwendig. »Bauunternehmen und Handwerker können ihre Kapazitäten auf 120 bis 130 Prozent hochfahren«, sagte Quast der Nachrichtenagentur dpa. Aufträge könnten umgeschichtet und Prioritäten auf Krisenregionen gelenkt werden. Ebenso müsse die Politik öffentliche Aufträge in anderen Bereichen zurückstellen und Behörden unbürokratisch helfen, indem sie etwa Duplikate von weggeschwemmten Bauunterlagen aushändigten.

Die derzeitige Knappheit vieler Baumaterialien bleibe aber ein Problem, sagte der Präsident des Verbands, der etwa 35.000 Baufirmen in Deutschland vertritt. »Wenn Rohre weggeschwemmt wurden, müssen sie aus dem Rest der Republik hergebracht werden.« Beim Wiederaufbau seien zudem zerstörte Brücken ein Hindernis. »Ohne Behelfsbrücken müssen Baufirmen und Handwerker riesige Umwege fahren.« Weggebrochene Straßen seien für geländegängige Baumaschinen weniger ein Problem.

Das Baugewerbe unternehme alles, um betroffenen Betrieben in den Krisenregionen zu helfen und Kapazitäten umzuschichten. Eine Firma im Hunsrück etwa sei in Mitleidenschaft gezogen worden, aber die Beschäftigten stünden bereit, sagte Quast. »In solchen Fällen müssen Leihgeräte her, Bagger, Radlader und Lkw.« Das Baugewerbe arbeite daran, solche Hilfen aus anderen Unternehmen zu organisieren.

Aufräumarbeiten nach Unwetter in Kordel weitgehend abgeschlossen

06.42 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind die Aufräumarbeiten in Kordel weitgehend abgeschlossen. Die meisten Trümmer seien entfernt, sagte ein Polizeisprecher. Im ebenfalls von der Katastrophe hart getroffenen Trierer Stadtteil Ehrang gehe es am Dienstag mit den Aufräumarbeiten weiter.

Derweil suchen die Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. Wie die Polizei in Koblenz twitterte, würden im Kreis Ahrweiler derzeit sämtliche Hotels, Gaststätten und Unterkünfte angeschrieben, um vorhandene Gästelisten mit den Vermisstenmeldungen abzugleichen. Die Polizei bittet Unterkünfte, die noch nicht von der Polizei kontaktiert worden sind, sich mit den Einsatzkräften in Verbindung zu setzen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Wirtschaftsverband fordert unbürokratische Auszahlung der Soforthilfen

06.20 Uhr: Vertreter der mittelständischen Wirtschaft haben eine »schnelle und unbürokratische« Auszahlung der angekündigten Soforthilfen des Bundes für die Opfer der Hochwasserkatastrophe gefordert. »Um Fehler wie bei den Coronahilfen zu vermeiden, sollten die Hilfsgelder diesmal über die Finanzämter ausgezahlt werden«, sagte Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Verbandschef begrüßte die angekündigten Hilfen, Pauschalzahlungen in gleicher Höhe seien jedoch der falsche Weg. »Gefragt sind vielmehr maßgeschneiderte Lösungen.« Zudem sollten die betroffenen Betriebe in die Planung sowohl der Soforthilfen als auch des milliardenschweren Aufbauprogramms der Bundesregierung einbezogen werden, forderte Jerger.

Versicherungsverband erwartet Rekordschaden

06.15 Uhr: Der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft, Jörg Asmussen, rechnet nach der Hochwasserkatastrophe mit einem Rekordschaden. »Kurzfristig zeichnet sich ab, dass sich 2021 zu einem der schadenträchtigsten Jahre seit 2013 entwickeln könnte. Damals lag der versicherte Schaden bei 9,3 Milliarden Euro«, sagte Asmussen der Zeitung »Rheinische Post« . »Wenn es nicht gelingt, die Erderwärmung unter dem Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimagipfels zu halten, dann werden wir etwa die Versicherung von Naturgefahren nicht in der bestehenden Form fortführen können.«

bbr/ptz/fek/kha/AFP/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.