Unwetter Orkantief "Billie" fegt über den Norden Deutschlands

Tief "Billie" hat Deutschland erreicht und fegt mit orkanartigen Windböen über Teile des Landes hinweg. In anderen Ländern Europas hat der Sturm bereits getobt.

DPA

Offenbach - Das Sturmtief "Billie" trifft mit teilweise extremen Orkanböen auf Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab am Vormittag Warnungen für die Nordsee und das Mittelgebirge heraus. Auf dem 1141 Meter hohen Brocken kommt es zu Windgeschwindigkeiten bis zu 151 km/h - nur vier km/h weniger als bei Sturm "Xaver" im vergangenen Jahr.

"Billie wird um die Mittagszeit seinen Höhepunkt erreicht haben", sagte DWD-Experte Helge Tuschy SPIEGEL ONLINE. "Vor allem die Nordseeinseln und das Mittelgebirge sind betroffen." Im Laufe des Tages ziehe das Unwetter dann in Richtung Osten ab. Lediglich in den Hochlagen zwischen Rheinland-Pfalz und Sachsen könne es auch in der Nacht noch zu Sturmböen kommen, erklärte der Meteorologe. Im Südwesten der Mittelgebirge müsse man mit Dauerregen mit bis zu 30 Litern Wasser pro Quadratmeter in 24 Stunden rechnen. In den kommenden Tagen bleibe es weiter stürmisch und nass. Die Schneefallgrenze sinke am Wochenende zudem auf 400 bis 600 Meter.

Die Bremer Weihnachtsmärkte haben ihren Betrieb wegen des Sturms bereits unterbrochen. Das Stadtamt ordnete Schließungen an, weil für die Zeit von 15 bis 17 Uhr Sturm bis Windstärke zehn erwartet werde.

Eine Sturmflut mit Riesenwellen, wie etwa in Großbritannien, wird es voraussichtlich nicht geben. Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) wird das Hochwasser an der niedersächsischen Nordseeküste am Nachmittag und Abend bis zu 50 Zentimeter höher als normal auflaufen. Eine Sturmflut beginnt aber erst bei Wasserständen von 1,5 Metern über normalem Hochwasser. "Am höchsten steigt der Pegel an der nordfriesischen Küste", sagte Niels Peters vom BSH. "Dort erwarten wir einen Pegelstand von etwa einem Meter über Normalstand."

"Billie" und Vorgängertief "Alexandra" hatten bereits am Mittwoch und Donnerstag vor allem auf den britischen Inseln Schäden angerichtet.

kry/dpa



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