Menschenhandel Weltweit leben 27 Millionen Menschen in Sklaverei

Besonders schlimm ist die Situation in armen und konfliktreichen Ländern wie Libyen, Nordkorea, Saudi-Arabien oder Syrien: Etwa 27 Millionen Menschen in der Welt leben in sklavenartigen Verhältnissen. Dies geht aus einem US-Bericht zum internationalen Menschenhandel hervor, den Hillary Clinton vorgelegt hat.
Kinderarbeit in Peru: Moderne Sklaverei

Kinderarbeit in Peru: Moderne Sklaverei

Foto: A2609 epa efe Paco Chuquiure/ dpa

Washington - "Noch heute sind geschätzt bis zu 27 Millionen Menschen in der Welt Opfer moderner Sklaverei", sagte die US-Außenministerin am Dienstag in Washington anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts zum Menschenhandel im Außenministerium.

Die bittere Erkenntnis: "Das Ende der Legalität der Sklaverei in den USA und anderen Staaten der Welt hat leider nicht das Ende der Sklaverei bedeutet", so Clinton. Kurz vor dem 150. Jahrestag der Sklavenbefreiung durch die Emanzipations-Proklamation vom 1. Januar 1863 seien alle Menschen aufgefordert, darüber nachzudenken, wie man "all diese 27 Millionen Opfer" befreien könne, fuhr die Außenministerin fort. Es gehe um "Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, deren Schicksal uns daran erinnert, zu welch inhumanem Handeln Menschen fähig sind".

Moderne Sklaven - das sind dem Bericht zufolge Wanderarbeiter wie Kindermädchen oder Fabrikarbeiter, die mit dem Versprechen eines lukrativen Jobs in ein anderes Land gelockt werden. Andere sitzen als Zwangsarbeiter im eigenen Land fest. Zeitgenössische Sklaverei wird definiert als die Abwesenheit persönlicher Freiheit, die Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit und Autonomie, die Unmöglichkeit selbst zu entscheiden, wie und wo man leben möchte, ob man arbeiten will oder nicht.

29 Staaten konnten sich hocharbeiten

In dem Bericht wird die Situation in insgesamt 185 Staaten untersucht. Demnach erfüllen nur 33 Länder vollständig alle internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen den Menschenhandel.

Unter den Ländern, in denen es um die Freiheit des Einzelnen besonders schlimm bestellt ist, sind Algerien, die Demokratische Republik Kongo, Libyen, Nordkorea, Saudi-Arabien und Syrien. Immerhin: 29 Staaten konnten sich auf der Watchlist "hocharbeiten", darunter Burma und Venezuela. Diese Länder seien auf dem richtigen Weg, so Clinton.

Luis CdeBaca vom Büro für den Kampf gegen Menschenhandel drückte es vorsichtiger aus: "Es gibt ein wenig Bewegung, was bedeutet, dass die Länder Gesetze erlassen und die Situation angehen." Die Zahl der offiziellen Opfer von Menschenhandel stieg im Vergleich zum vergangenen Jahr um 28 Prozent. Die Zahl der angestrengten Verfahren wuchs um zehn Prozent.

"Menschenhändler setzen auf die Hoffnungen und Träume jener, die nach einem besseren Leben suchen", sagte Hillary Clinton. "Unser Ziel muss es sein, diese Hoffnungen und Träume erreichbar zu machen."

ala/AFP
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