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20. Oktober 2015, 02:44 Uhr

Arizona

Schauspieler stellt Westernschießerei nach - mit echter Munition

In der US-Westernstadt Tombstone wollten Schauspieler eine berühmte Schießerei aus dem Jahr 1881 nachstellen. Einer von ihnen ging jedoch allzu originalgetreu vor - und verwendete scharfe Munition. Zwei Menschen wurden verletzt.

Tombstone war eine der letzten klassischen Western- und Goldgräberstädte: Sie liegt in der Wüste von Arizona nahe der Grenze zu Mexiko und wird heute vor allem von Touristen besucht, die sich vor der historischen Kulisse nachgestellte Schießereien ansehen wollen. Doch damit ist nun Schluss. Nach einem Zwischenfall am vergangenen Wochenende hat der Bürgermeister von Tombstone Spektakel dieser Art vorerst eingestellt.

Sie könnten erst weitergehen, wenn sichergestellt sei, dass alle beteiligten Waffen mit sicherer Munition geladen seien. Denn das war am vergangenen Sonntag nicht der Fall gewesen.

Wie der Bezirkspolizeichef von Tombstone, Bob Randall, mitteilte, benutzte einer der Schauspieler vor Tausenden Zuschauern scharfe Munition. Einer seiner Kollegen wurde in der Leistengegend getroffen und musste operiert werden. Eine Zuschauerin erlitt einen Streifschuss am Nacken, wollte sich den Angaben zufolge aber nicht ärztlich behandeln lassen. "Es war ein Unfall", sagte eine Sprecherin der Polizei.

Es sei noch völlig unklar, wie die scharfe Munition in die Waffe gelangt sei, sagte Randall. Der Schauspieler habe dafür keine Erklärung. Weil er zu spät zu seinem Auftritt gekommen war, wurde seine Waffe nicht ordnungsgemäß kontrolliert.

Die Schauspieler wollten die Schießerei am O.K. Corral von 1881 nachstellen: Damals hatten sich unter anderem die Earp-Brüder Wyatt, Morgan und Virgil sowie der Revolverheld Doc Holliday auf der einen Seite und die gesetzlosen McLaury-Brüder auf der anderen Seite gegenübergestanden.

aar/dpa/AFP

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