Kategorie drei Hurrikan-Zentrum stuft "Dorian" wieder hoch

Auf den Bahamas starben durch "Dorian" mindestens 20 Menschen, jetzt ist die Angst vor dem Hurrikan in den USA wieder groß: Der Sturm hat erneut an Kraft zugelegt. Experten warnen vor "lebensbedrohlichen Sturmfluten".

Nachtansicht von Hurrikan "Dorian" vor der Küste von Savannah
Noaa/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

Nachtansicht von Hurrikan "Dorian" vor der Küste von Savannah


US-Präsident Donald Trump präsentierte eine offenbar nachträglich geänderte Karte der Laufbahn von Hurrikan "Dorian". Seitdem wird gestritten, ob er auch den US-Bundesstaat Alabama bedroht. Klar ist: Auf seinem Weg entlang der Südostküste der USA hat der Sturm wieder deutlich an Kraft zugelegt.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum stufte den Wirbelsturm wieder auf Kategorie drei von fünf hoch. "Dorian" ziehe derzeit entlang der Küste in Richtung Norden - für die Küstenregionen der Bundesstaaten Georgia, South Carolina und North Carolina sowie Virginia warnten die Experten vor "lebensbedrohlichen Sturmfluten und gefährlichen Winden".

Derzeit erreiche der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Kilometern pro Stunde. Schwankungen seien in den kommenden Stunden möglich. Für Donnerstag oder Freitag erwarteten die Experten eine "langsame Abschwächung".

70.000 Menschen benötigen Hilfe

Der Hurrikan war am Sonntag auf die Bahamas getroffen - mit Windböen von mehr als 350 Kilometern pro Stunde. Er gehörte damit zu den Hurrikans der gefährlichsten Kategorie fünf. Für den Inselstaat war es der stärkste Wirbelsturm seit Beginn der modernen Aufzeichnungen.

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Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas: "Katastrophale Zerstörung"

Erst am Mittwoch zog der Sturm vollständig über die Bahamas hinweg und hinterließ schwere Verwüstungen. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt bislang bei 20. "Wir erwarten, dass diese Zahl noch steigt", sagte Premierminister Hubert Minnis auf einer Pressekonferenz. Erste Hilfslieferungen erreichten am Mittwoch die schwer getroffenen Gebiete. Viele Menschen wurden noch immer vermisst, einige warten weiter auf Rettung, Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen rund 70.000 Menschen - also fast jeder fünfte Einwohner der Bahamas - dringend Hilfe zum Überleben. Die Bevölkerung brauche akut Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und Notunterkünfte, sagte Uno-Nothilfekoordinator Marc Lowcock.

Die Flughäfen sind den Angaben zufolge überschwemmt oder beschädigt, auch Verbindungsstraßen könnten nicht genutzt werden. Teile der Inseln seien immer noch von der Außenwelt abgeschnitten, so Lowcock. Es gebe keine Stromversorgung und nur stark eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten.

Trump sicherte den Bahamas laut Weißem Haus in einem Telefonat mit Premier Minnis "alle angemessene Hilfe" zu. Die US-Küstenwache ist bereits mit Hubschraubern auf den Inseln südöstlich des US-Bundesstaats Florida im Einsatz. Weitere Hilfe sollte folgen, ein Einsatz des US-Militärs stand im Raum. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau telefonierte nach eigenen Angaben mit Minnis und sicherte Hilfe zu. Großbritanniens Marine schickte ein Schiff mit Lebensmitteln.

Am Mittwoch war "Dorian" der Küste Floridas gefährlich nahe gekommen und hatte dort für heftigen Wind und Regen gesorgt. Anders als ursprünglich befürchtet, hat "Dorian" die US-Küste aber bisher nicht direkt getroffen.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textversion hieß es, der Sturm habe bei seinem Auftreffen auf die Bahamas Windböen von fast 300 Kilometern pro Stunde entwickelt. Dabei handelte es sich jedoch um die andauernde Windgeschwindigkeit des Sturms, nicht um die maximale Windgeschwindigkeit der Böen. Wir haben die Textstelle korrigiert.

apr/dpa

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