USA Pastor wollte Teenagern Sturmgewehr schenken

Gefährliche Gabe: Eine Kirchengemeinde im US-Bundesstaat Oklahoma hatte sich eine besondere Attraktion für eine Jugendkonferenz ausgedacht. Sie wollte unter den Kids ein AR-15-Sturmgewehr verschenken. Doch in letzter Minute hat der Pastor nun einen Rückzieher gemacht.

Hamburg - Die Jugendkonferenz der Windsor Hills Baptist Church in Oklahoma City, die am gestrigen Montag begonnen hat und noch bis Freitag dauert, könnte in diesem Jahr mehr werden als der übliche Singen-Klatschen-Beten-Ringelreien. "Heiße Predigten", verspricht die Interseite der Gläubigen, "vielfältige Spiele", "Eislaufen und viel mehr".

Letzteres war das Problem.

Denn ursprünglich, so berichteten es Zeitungen wie Fernsehsender und so war es zunächst auch auf der Homepage der Veranstaltung nachzulesen, wollten die Gläubigen ein AR-15-Sturmgewehr verschenken. Bei der Waffe handelt es sich um die zivile Variante des in den amerikanischen Streitkräften verbreiteten Sturmgewehrs M16.

"Ich will nicht, dass die Leute denken: 'Mein Gott, wir geben jemandem eine Waffe, der sie nicht respektiert und der dann damit tötet.' Darum geht es nicht", sagte Ross dem lokalen Fernsehsender "Oklahoma City TV Channel 5". Zweck dieser gefährlichen Gabe sei es, "die Jugendliche zu ermutigen, an der Veranstaltung teilzunehmen", wie der Station im Netz vermeldete. Und Hauptanliegen der Veranstaltung sei es, jungen Menschen zum Glauben zu verhelfen.

Offenbar auch mit Waffengewalt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde während ihrer Jugendkonferenz Teenager mit einer Maschinenpistole feuern lassen, wie Videoaufnahmen zeigen . Auch paramilitärischen Übungen und geifernde Prediger sind auf den mit schwülstiger Musik unterlegten Bildern zu sehen.

Am vergangenen Freitag dann habe Ross die Ausgabe des Gewehrs jedoch abgesagt, wie der Fernsehsender berichtete. Pastor Emeritus Jim Vineyard, der die Veranstaltung organisiert habe, habe sich am Fuß verletzt und könne nicht teilnehmen, hieß es nebulös zur Begründung.

Von der Homepage der Konferenz entfernte man schleunigst das Bild des Gewehrs und strich den Tagesordnungspunkt "AR-15 Giveaway" ersatzlos. Im Kleingedruckten heißt es dort jedoch nun: "Am vergangenen Samstag wurde eine Schrotflinte gespendet, so dass der Wettbewerb wie geplant stattfinden kann ."

jdl