USA Scheidungsrate auf Tiefpunkt seit 1970

2006 - das Jahr der Scheidungen in den USA? Im Gegenteil: Britney Spears, David Hasselhoff, Jessica Simpson & Co haben gegen den Trend ihre Ehen aufgelöst. In den USA ist die Pro-Kopf-Scheidungsrate so niedrig wie seit 1970 nicht mehr.


New York - Die Pro-Kopf Scheidungsrate ist in den USA seit 1981 kontinuierlich gesunken und hat nun ihren Tiefstand seit 1970 erreicht.

Damals noch lachend zusammen: Inzwischen geschiedenes Pärchen Spears/Federline
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Damals noch lachend zusammen: Inzwischen geschiedenes Pärchen Spears/Federline

Die Expertenmeinungen darüber, wie dieser Trend zu bewerten ist, gehen allerdings auseinander. Beziehungen seien instabil wie immer, die niedrigen Scheidungsraten seien alleine darauf zurückzuführen, dass immer mehr Paare unverheiratet zusammen leben, glaubt die eine Seite.

Andere Ehe-Forscher beobachten vor allem bei gebildeten und gut verdienenden Paaren tatsächlich einen Trend zum Zusammenbleiben. "Wenn beide Partner einen guten Job haben und sich so ihr Lebensstandard deutlich verbessert, führt das zu weniger Streit und niedrigeren Scheidungsraten", so Andrew Cherlin, Professor von der Johns Hopkins University. Einige Experten erklären sich die niedrige Scheidungsrate auch damit, dass Eheprobleme nicht mehr als Tabu gelten. Der Trend gehe dahin, dass Paare dafür arbeiten wollen, ihre Konflikte zu bewältigen und verheiratet zu bleiben.

Die Bush-Regierung hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 147 Millionen Euro in Programme zur Bekämpfung von Scheidungen investiert.

Die Scheidungsrate in den USA stieg in den späten sechziger Jahren sprunghaft an und wuchs in den siebziger Jahren mit der Abschaffung der schuldhaften Scheidung in nahezu allen US-Bundesstaaten weiter. Mit 5,3 Scheidungen auf 1000 Menschen erreichte die Scheidungsrate im Jahr 1981 ihren Höhepunkt.

Die Zahl der unverheiratet zusammen lebenden Paare hat sich in den USA seit 1960 verzehnfacht, die Heiratsrate ist in den letzten 25 Jahren um fast 30 Prozent zurückgegangen, heute warten Amerikaner durchschnittlich ungefähr fünf Jahre länger als 1970, bevor sie sich für die Ehe entscheiden.

Die Pro-Kopf-Scheidungsrate ist nur eine von mehreren Methoden. Der Scheidungstrend kann auch anhand eines anderen Kriteriums bewertet werden: Der Prozentsatz der Ehen, die schließlich in Trennung oder Scheidung enden.

anr/AP



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