47,2 Grad Celsius Meteorologen warnen vor neuer Hitzewelle in USA und Kanada

Rund 300 Brände wüten derzeit im Westen Kanadas, in Las Vegas wurde eine Rekordtemperatur gemessen. Und Nordamerika steht schon die nächste Hitzewelle bevor.
Extreme Hitze im Death Valley

Extreme Hitze im Death Valley

Foto: John Locher / AP

Dutzende neue Brände und Evakuierungen: Menschen im Westen der USA und in Kanada sind erneut von extremer Hitze betroffen. Meteorologen warnen vor einer neuen »gefährlichen Hitzewelle« und Rekordtemperaturen, während sich in Kanada die Waldbrände weiter ausbreiten. Der Zugverkehr in der Region wurde eingeschränkt, einige Straßen gesperrt und neue Evakuierungen angeordnet.

»Eine gefährliche Hitzewelle wird weite Teile des Westens der USA treffen – mit rekordverdächtigen Temperaturen«, teilte der Nationale Wetterdienst der USA am Sonntag mit. In Las Vegas wurde am Samstag laut dem US-Wetterdienst die Rekordtemperatur von 47,2 Grad Celsius erreicht – eine Temperatur, die in der Wüstenstadt einmal im Jahr 1942 und seit 2005 drei weitere Male gemessen wurde.

In Kanada waren allein in den vergangenen zwei Tagen 50 weitere Brände ausgebrochen. Hier hilft die Armee beim Kampf gegen das Feuer. Knapp 300 Brände wüten derzeit in der Region. Der kanadische Verkehrsminister Omar Alghabra kündigte am Sonntag neue Notfallmaßnahmen an, um weitere Waldbrände in der Region zu verhindern. Unter anderem wurden Zugverbindungen eingestellt. Wegen unkontrollierten Funkenflugs durch schlechte Wartung sind Züge eine häufige Ursache für Waldbrände.

Klimawandel verschärft Gefahrenlage

Im US-Bundesstaat Oregon breitete sich das sogenannte Bootleg Fire im Süden am Wochenende weiter aus: Nach Angaben der US-Waldbehörde verdreifachte sich seine Fläche. Auch in Kalifornien lodern Dutzende Feuer.

Ende Juni hatte eine Hitzewelle im Nordwesten der USA und im westlichen Kanada mit Temperaturen von bis knapp 50 Grad Hunderte Menschenleben gefordert. In der kanadischen Gemeinde Lytton rund 260 Kilometer nordöstlich von Vancouver waren 49,6 Grad Celsius gemessen worden – zuvor hatte der Rekord in Kanada bei 45 Grad gelegen. Wenige Tage danach war die Ortschaft in einem Flammeninferno fast vollständig zerstört worden.

Der vergangene Monat war der heißeste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen in Nordamerika. Niederschläge und die Schneedecke in den Bergen, die gewöhnlich die Wasserreservoire füllen, sind bereits auf einem kritischen Tiefstand. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern verschärft der Klimawandel zudem Trockenheit, Hitze und Wetterextreme, die zu heftigeren Waldbränden beitragen können.

kha/AFP