Vatertag Bollerwagen, Bier und ein bisschen Sonne

Feucht-fröhlicher Auftakt ins lange Wochenende: Deutschlands Männer machten Christi Himmelfahrt zur Vatertagsparty. Quer durch Biergärten und Kneipen amüsierten sie sich - und nahmen sogar den einen oder anderen Schauer in Kauf.

Hamburg - Vereinzelte Streitereien und ein paar alkoholisierte Radfahrer, die im Graben landeten - das ist die Bilanz des diesjährigen Vatertags. Bei strahlender Sonne, aber auch bei bedecktem und regnerischem Wetter zog es am heutigen Himmelfahrtstag Männer in ganz Deutschland ins Grüne - mit ausreichend Bier und anderen alkoholischen Getränken ausgerüstet. Außergewöhnliche Vorkommnisse gab es dabei insgesamt nicht.

Diverse Väter waren bundesweit in Gruppen unterwegs, die von Kneipe zu Kneipe zogen. Ab und zu kam es dabei zwar zu Rangeleien und auch einige Familienstreitigkeiten mussten geschlichtet werden, berichtete die Polizei. Erfreulicherweise seien aber nur wenig Autofahrer angetrunken unterwegs gewesen, hieß es weiter.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nutzte den Vatertag für eine ganz andere Botschaft. Sie würdigte, dass immer mehr Väter die Möglichkeit nutzen, Elternzeit zu nehmen. Laut Statistischem Bundesamt wurden von Januar bis Ende März dieses Jahres im Durchschnitt monatlich etwa 1.330 Anträge von Vätern auf Elterngeld bewilligt. Das entspricht einem Männeranteil von sieben Prozent im Gegensatz zu den mageren 3,5 Prozent, die das Ende 2006 ausgelaufene Erziehungsgeld in Anspruch genommen hatten. "Der Vater ist nicht mehr der, der mit dem Bollerwagen und dem Kasten Bier durch die Gegend zieht", sagte sie am Rande des EU-Familienminister-Treffens in Bad Pyrmont. Das neue Vaterbild verkörpere "derjenige, der sich nicht nur Zeit mit seinen Kindern nimmt, sondern auch Zeit mit seinen Kindern haben möchte". Im Übrigen finde sie Mutter- wie Vatertag gut, weil man sich einmal im Jahr auch feiern lassen könne.

sam/dpa/AP