Essensdiebe Hotels in Venedig bewaffnen Gäste mit Wasserpistolen – zum Vertreiben von Möwen

In Venedig haben sich Hotels eine kreative Lösung überlegt, um Möwen fernzuhalten: Sie teilen Wasserpistolen an ihre Gäste aus. Offenbar müssen die Touristen nicht mal schießen, damit die Vögel wegfliegen.
Eine Möwe in Venedig (Archivbild)

Eine Möwe in Venedig (Archivbild)

Foto: Eberhard Thonfeld / IMAGO

Um »aggressive und lästige« Möwen abzuwehren, sollen Gäste aus einigen Hotels in Venedig mit Wasserpistolen auf die Vögel schießen. Wie der »Guardian« berichtet, ist die Präsenz von Möwen in der Lagunenstadt in den letzten Jahren problematischer geworden. Aus diesem Grund hat der Hotelverband von Venedig ein Seminar einberufen, bei dem Lösungen für den Kampf gegen die Möwenplage entwickelt wurden.

Besonders lästig sind die Möwen für Gäste beim Essen. »Sobald die Gäste aufstehen, um zum Beispiel zum Büfett zu gehen, stürzen sich die Möwen auf das Essen und nehmen es mit«, so ein Hotelier dem Bericht zufolge im Protokoll des Seminars. »Wir sind gezwungen, ständig einzugreifen, um Tischtücher, Teller und Gläser zu wechseln, die sie oft zerbrechen. Manche Kunden lachen darüber, aber andere werden wütend.«

Die Möwen seien zudem ein Problem für die Hygiene und die Gesundheit sowie für die Gebäude und die Umwelt, erklärte Francesco Boemo, ein Hygiene- und Umweltexperte, der das Seminar koordiniert hat.

Zu den diskutierten Lösungen gehörte auch die Beauftragung eines Falkners, der die Möwen jagt. Doch einigen Hotels war dies wohl zu teuer.

Orangefarbene Wasserpistolen

Zwei Hotels, das Gritti Palace und das Hotel Monaco & Grand Canal, haben sich laut »Guardian«  darauf verlegt, ihre Gäste mit orangefarbenen Wasserpistolen auszustatten, nachdem sie erfahren hatten, dass die Möwen diese Farbe nicht mögen.

»Sobald sie die Pistolen sehen, fliegen sie weg«, sagte Paolo Lorenzini vom Gritti Palace italienischen Medien zufolge. »Man braucht sie nicht einmal zu benutzen, man muss sie nur auf dem Tisch liegen lassen.«

kim
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