Knie auf Kopf und Nacken Polizei untersucht Vorfall in Düsseldorfer Altstadt

Ein Jugendlicher liegt auf dem Boden, ein Polizist kniet auf seinem Kopf: Solche Aufnahmen von einem Einsatz in der Düsseldorfer Altstadt kursieren auf Twitter. Die Polizei prüft nun, ob ein "Beamtendelikt" vorliegt.
Passanten gehen in der Düsseldorfer Altstadt an Polizisten vorbei (Symbolbild)

Passanten gehen in der Düsseldorfer Altstadt an Polizisten vorbei (Symbolbild)

Foto: Bernd Thissen/ dpa

Auf Twitter verbreitet sich derzeit ein Video, das einen Polizeieinsatz in der Düsseldorfer Altstadt zeigt. Darauf ist ein junger Mann zu sehen, den zwei Polizisten so am Boden fixieren, dass er sich nicht mehr rühren kann. Einer biegt seinen Arm auf den Rücken, der andere drückt ihm ein Knie auf Kopf und Nacken.

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Die kurze Sequenz sorgt auch für viel Empörung, weil sie Assoziationen mit dem Fall George Floyd in den USA weckt. Der 46-jährige Afroamerikaner war am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen, nachdem ein weißer Beamte ihn minutenlang sein Knie auf den Hals gedrückt hatte. Sein Tod löste in zahlreichen US-Städten und in anderen Ländern Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

"Mach das Knie runter, Bruder"

In dem Video aus Düsseldorf hört man Umstehende, die dem Polizisten zurufen: "Mach das Knie runter, Bruder" und "Das ist nicht lustig". Die "Rheinische Post" berichtete am Sonntag zuerst über den Vorfall .

Die Düsseldorfer Polizei teilte dazu am Abend mit: Die Szene habe sich gegen 19.30 Uhr am Samstagabend auf der Neustraße in der Altstadt zugetragen. Zuvor seien die Beamten zu einem nahe gelegenen Restaurant gerufen worden, weil dort etwa zehn Menschen randaliert hätten.

Ein offenbar am eigentlichen Geschehen unbeteiligter Jugendlicher habe daraufhin die polizeilichen Maßnahmen "gestört". Als die Beamten seine Personalien aufnehmen wollten, habe er diese "tätlich" angegriffen und sich danach widersetzt. Er sei auf die Wache mitgenommen und danach einem Erziehungsberechtigten übergeben worden.

"Das betreffende Video wird im Weiteren auch intensiv hinsichtlich der Art und Weise des polizeilichen Einschreitens analysiert und bewertet", hieß es in der offiziellen Mitteilung . Da der Verdacht eines Beamtendeliktes im Raum stehe, leite das Polizeipräsidium Duisburg aus Neutralitätsgründen die Bearbeitung.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums teilte mit: "Wir nehmen dieses Video sehr ernst." Aus diesem Grund habe das Ministerium vom Polizeipräsidium Düsseldorf eine objektive Aufklärung des Sachverhalts gefordert. "Sollte es bei dem Einsatz zu Fehlverhalten von Polizisten gekommen sein, wird dem selbstverständlich konsequent nachgegangen", sagte der Ministeriumssprecher.

lov/dpa
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