Mutterschaft von 65-Jähriger Ärzte sehen Vierlinge noch in kritischer Phase

Mit 65 Jahren brachte Annegret Raunigk vor wenigen Tagen Vierlinge auf die Welt. Die Ärzte zeigen sich zufrieden mit der Entwicklung der Babys, sehen aber weiterhin Risiken - die Kinder kamen 15 Wochen zu früh.

Annegret Raunigk und ihre Tochter Lelia vor zehn Jahren: "Ich rede anderen Leuten nicht in ihr Leben rein"
DPA

Annegret Raunigk und ihre Tochter Lelia vor zehn Jahren: "Ich rede anderen Leuten nicht in ihr Leben rein"


Seit knapp einer Woche sind Neeta, Dries, Bence und Fjonn auf der Welt. Die Vierlinge der 65-jährigen Annegret Raunigk wurden fast 15 Wochen zu früh geboren, die späte Schwangerschaft der Berlinerin hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Nun haben die behandelnden Ärzte an der Berliner Charité sich zum Gesundheitszustand von Mutter und Kindern geäußert.

Die Mediziner zeigen sich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung der Babys, doch die Neugeborenen werden noch mehrere Wochen auf der Neugeborenen-Intensivstation betreut werden müssen. Christoph Bührer, Direktor der Klinik für Neonatologie, verwies darauf, dass es sich um "Hochrisikopatienten" handele. "Die Kinder benötigen viel Aufmerksamkeit und eine intensive Behandlung." Eine Prognose sei schwierig, die Gefahr für bleibende Schäden oder Entwicklungsverzögerungen hoch.

Die drei Jungen und das Mädchen kamen in der 26. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt auf die Welt. Sie wiegen laut der Klinik zwischen 655 und 960 Gramm und sind zwischen 30 und 35 Zentimetern groß.

Zwei der Babys könnten bereits spontan atmen und bekämen nur Atemhilfe, die anderen beiden würden noch mit Maschinen beatmet, sagte Bührer. Eines habe operiert werden müssen, es habe den Eingriff aber gut überstanden. Die Neugeborenen werden von Muttermilch ernährt, die ihnen tröpfchenweise gegeben wird.

Charité-Ärzte Bührer und Henrich: "Viel Aufmerksamkeit"
AP/dpa

Charité-Ärzte Bührer und Henrich: "Viel Aufmerksamkeit"

Die Mutter wurde nach der Entbindung zwei Tage auf der Intensivstation überwacht. "Sie hat sich exzellent erholt", sagte Wolfgang Henrich, Direktor der Geburtsmedizin an der Charité.

Annegret Raunigk hatte sich in der Ukraine durch eine Eizellen- und Samenspende künstlich befruchten lassen. Die Grundschullehrerin hatte zuvor bereits 13 Kinder bekommen, die jüngste Tochter ist neun Jahre alt. Außerdem ist sie siebenfache Oma. Raunigk begründete ihre Schwangerschaft damit, dass die neunjährige Lelia sich sehnlichst ein Geschwisterchen gewünscht habe. Der Fall schlug international hohe Wellen und wurde kontrovers diskutiert.

kis/AFP/dpa

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