Madonna & Co. Airline-Angestellte verrät Paparazzi Flugdaten von Promis

Großbritannien hat einen neuen Skandal um die Privatsphäre von Prominenten: Eine Mitarbeiterin der Fluglinie Virgin Atlantic soll die Reisedaten von mehr als 60 berühmten Personen an eine Paparazzi-Agentur weitergegeben haben - darunter von Madonna, Sienna Miller und Robbie Williams.

Sienna Miller: Verfolgt von Paparazzi - mit der Hilfe einer Flugangestellten?
REUTERS

Sienna Miller: Verfolgt von Paparazzi - mit der Hilfe einer Flugangestellten?


London - Wenn Prominente nach der Landung bereits auf dem Flughafen einem Paparazzo in die Arme laufen, muss das kein Zufall sein. Laut "Guardian" hat eine Mitarbeiterin der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic die persönlichen Flugdaten zahlreicher Berühmtheiten an die berüchtigte Bildagentur Big Pictures weitergeleitet.

Zu den mehr als 60 prominenten Geschädigten gehören laut Zeitungsbericht Großbritanniens Prinzessin Beatrice, die Sängerinnen Madonna und Rihanna, die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow, Sienna Miller, Charlize Theron und Scarlett Johansson, Comedian Sacha Baron Cohen, Schauspieler Daniel Radcliffe, Russell Brand sowie Robbie Williams.

Die geleakten vertraulichen Flugdaten stammen demnach aus dem Jahr 2011. "Sie sitzen in der Economy!!!!!", soll die Frau an die Paparazzi geschrieben haben; gemeint waren Sacha Baron Cohen und seine Frau, die Schauspielerin Isla Fisher. Die britische Bildagentur, deren als aggressiv geltenden Fotografen Prominenten aus aller Welt auflauern, wurde auf diesem Wege auch über einen Flug von Madonna und ihren Kindern von London-Heathrow nach New York-JFK im September 2011 informiert.

Der "Guardian" hatte offenbar Einsicht in E-Mails der ehemaligen Mitarbeiterin. Erste Überprüfungen hätten die Informationen über Flüge und Personen bestätigt. Die Mitarbeiterin, deren Identität noch nicht bekannt ist, soll noch vor Erscheinen der Zeitungsberichte gekündigt haben. Sie war eine Nachwuchskraft in dem Team, das sich um berühmte Gäste kümmert, sagte die Fluggesellschaft.

Für Virgin Atlantic ist der Fall äußerst bitter: "Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst", teilte die Fluggesellschaft mit. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Die Namen der Prominenten wurden von der Airline bislang nicht bestätigt.

Model und Schauspielerin Sienna Miller hatte im Jahr 2008 eine einstweilige Verfügung erwirkt, wonach Big Pictures-Fotografen ihr nicht mehr folgen dürfen und die Agentur 53.000 Pfund an sie zahlen musste. Sie habe sich häufig von den Paparazzi eingeschüchtert gefühlt, sagte Miller hinterher.

Erst kürzlich hatte ein Skandal um die Privatsphäre von Prominenten Großbritannien erschüttert. Die britische Boulevard-Zeitung "News of the World" hatte über mehrere Jahre Handys von Prominenten und Bürgern abhören lassen, um in den Besitz exklusiver Informationen zu gelangen. Medienmogul Rupert Murdoch zog die Konsequenzen und stellte das Blatt ein.

lgr/AP

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.