Vulkanausbruch in Chile Rauchwolke zaubert bizarres Farbspiel an Himmel

Blitze, blutrote Wolken und eine zehn Kilometer hohe Rauchwolke: Nach dem heftigen Ausbruch in dem chilenischen Vulkanmassiv Puyehue sehen die Anwohner derzeit bizarre Bilder am Himmel. Gleichzeitig prasseln noch immer große Gesteinsbrocken auf die Erde herab.


Santiago - Rund um das Vulkanmassiv Puyehue-El Caulle im Süden Chiles ist die Furcht nach dem Ausbruch groß: Über den Anden steht eine zehn Kilometer hohe Wolke aus Rauch und Asche, noch immer regnen melonengroße Gesteinsbrocken aus dem Krater des 2240 Meter hohen Vulkans auf die Erde herab.

Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor, aber die Bewohner der Region rund 870 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago sind verunsichert. Zwar wurden bereits 3500 Menschen aus 21 bedrohten Dörfern in Sicherheit gebracht. Sie fürchten jedoch um ihr Vieh, das sie an den Vulkanhängen zurücklassen mussten.

Jetzt wurde auf einer örtlichen Bürgerversammlung beschlossen, die Tiere zu retten. Die Überlebenschancen stehen gut, denn die gefährlichen Erdstöße gingen seit Sonntag deutlich zurück. Gab es in den ersten zwölf Stunden des Ausbruchs am Samstag noch durchschnittlich 240 Erschütterungen pro Stunde, so sei diese Zahl am Sonntag auf 17 pro Stunde gefallen, sagte Innenminister Rodrigo Hinzpeter. Er gehe davon aus, dass der Vulkan seine Aktivität in wenigen Tagen einstellen werde.

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Vulkan Puyehue: Rauch, Asche und Blitze
Hatten die Behörden ursprünglich davon gesprochen, dass der Vulkan Puyehue betroffen sei, so hieß es später, die Eruption erfolge vier Kilometer von dessen Gipfel entfernt.

Der beliebte Urlaubsort San Carlos de Bariloche im nahegelegenen Argentinien wurde von einem Ascheregen heimgesucht. Der dortige Flughafen musste geschlossen werden. Die Behörden riefen die Bewohner auf, sich mit Nahrungsmittelvorräten und Trinkwasser einzudecken.

ala/AP/dapd



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danielw13 06.06.2011
1. Bizarres Farbenspiel?
Toll, das reißerisch inszenierte Farbenspiel aus dem Aufmacher findet im Artikel selbst keine Erwähnung mehr.
wago 06.06.2011
2. Fantastische Bilder - sterbende Landschaften
Zitat von sysopBlitze, blutrote Wolken und eine zehn Kilometer hohe Rauchwolke: Nach dem heftigen Ausbruch in dem chilenischen Vulkanmassiv Puyehue sehen die Anwohner derzeit bizarre Bilder am Himmel. Gleichzeitig prasseln noch immer große Gesteinsbrocken auf die Erde herab. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,766929,00.html
Wenn schon keine Toten, dann bizarre Bilder. Bilder, wie man sie bei fast jedem Vulkanusbruch machen kann - fantastische Bilder! Was allerdings zu kurz kommt in diesem Beitrag sind drei Probleme: 1. Die Aschewolke erstreckt sich im Moment über Teile von Südargentinien und hinaus auf den Atlantik. Tausende von Quadratkilometer in Patagonien sind mit Asche bedeckt, die vor allem den Tieren zu schaffen machen dürfte. 2. Der Ausbruch war im Anfangsstadium extrem Schwefeldioxid reich. Dazu eine Satellitenaufnahme http://img11.imageshack.us/img11/7377/so2puyehue06062011.png 3. Erdbeben haben den Ausbruch angekündigt. Schon einige Stunden vor dem Ausbruch haben die zustänigen chilenischen Behörden die höchste Warnstufe aisgerufen und mit ersten Evakurierungen begonnen. Dort kennt man sich halt mit Vulkanen aus. Ach noch etwas. Der letzte Ausbruch, wenn auch wesentlich schwächer, fand 1990 statt! Noch immer scheint nicht ganz geklärt zu sein, wo der Ausbruch im Spaltensystem des Vulkankomplexes stattfindet.
wago 06.06.2011
3. Flugverbote
Das habe ich vergessen! Bei den Vulkanausbrüchen in Island und den Folgen für den europäischen Luftraum hat fast niemand bedacht, wie es in anderen Teilen der Welt aussehen kann. Derzeit ist Patagonien von Argentinien aus mit dem Flugzeug nicht mehr zu erreichen. Niemand will durch die Aschewolke fliegen, die bis 12 km hoch ist.
vmue 09.06.2011
4. Beeindruckende Bilder
und wissenwerte Informationen, im Vergleich zu den Pressemitteilungen in Chile. Ich fand dort zwar recht eindrucksvolle Aufnahmen (s. unten), aber die Informationen erschöpfen sich dort im Praktischen, da die Bewohner bis hin ins 100km entfernte argentinische Bariloche unmittelbar betroffen sind. Vulkanausbrüche sind dort keine seltenen Naturwunder, sondern allenfalls Bedrohung Als zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,5 in dieser Region, im Mai 1960 der Nachbarvulkan des Puyehue nicht minder gewaltig ausbrach, nahm man in der apokalyptischen Situation kaum Notiz davon, Telekommunikation und Infrastruktur waren ohnehin zusammengebrochen. Erstaunlich, dass sich in dieser bedrohten südlichen Region seit über 100 Jahren mit Vorliebe Deutsche angesiedelt haben. Doch die landschaftlichen Reize (großes Seengebiet am Rande der Anden), das eher deutsche Klima und vor allem Land zum Beackern waren stärker. Ein lohnendes Ziel für Touristen mit Zeit zum Erforschen! http://www.emol.com/MundoGrafico/index.asp?G_ID=18535 http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-06/fs-vulkanausbruch-chile
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