Versteigerung in Illinois Saddams Gewehr und Hitlers Pistole

Einmal herumballern wie ein Diktator - diesen Wunsch kann man sich jetzt bei einem US-Auktionshaus erfüllen. Zum Verkauf steht dort ein Gewehr von Saddam Hussein. Auch eine Pistole, die Adolf Hitler gehört haben soll, kommt unter den Hammer.

AP

Rock Islands - Ein Auktionshaus im US-Bundesstaat Illinois hofft auf den Reiz des Bösen. Am 13. September versteigert die Rock Island Auction Company mehrere Waffen, die einst Diktatoren gehört haben sollen. Zum Verkauf kommt ein Repetiergewehr von Saddam Hussein; außerdem eine Pistole, die angeblich Adolf Hitler gehörte.

Das Gewehr war nachweislich im Besitz des irakischen Ex-Diktators. Während seiner Herrschaft feuerte Hussein bei seinen Reden gerne mit dem Schießeisen in die Luft, um seine Argumente zu betonen. Fotos zeigen ihn mit der Waffe auf dem Balkon seines Palasts. Nach dem Sturz Husseins im zweiten Irak-Krieg 2003 nahm die CIA das Gewehr mit Namensgravur in Besitz. Ein ehemaliger CIA-Offizier bekam es schließlich als Ehrung für seine 29-jährige Dienstzeit, heißt es in der offiziellen Beschreibung des Auktionshauses. Das Gewehr vom Typ Ruger M77 Bolt Action Mannlicher soll mindestens 7500 Dollar bringen.

Damit ist sie nur halb so teuer wie eine Walther Modell 9 mit Elfenbeingriff, die Adolf Hitler gehört haben soll. Nachweisbar ist die braune Vergangenheit der Halbautomatik-Pistole zwar nicht - gesichert ist aber, dass sie aus einem Fundus an Kriegsbeute stammt, den die US-Amerikaner nach der deutschen Kapitulation über den Atlantik brachten. In einem Brief des Walther-Experten James Rankin heißt es, die Waffe stamme aus Hitlers Feriendomizil Obersalzberg.

Beide Stücke sind trotz ihrer Prominenz eher günstigere Artefakte der Auktion, bei der fast 4000 Waffen und andere Kriegsdevotionalien versteigert werden. Für ein Jackett, das General Custer gehört haben soll, müssen Bieter mindestens 150.000 Dollar bezahlen. Custer führte 1876 das Kavallerieregiment, das in der Schlacht am Little Bighorn von Indianern unter der Führung von Sitting Bull und Crazy Horse geschlagen wurde. Teuerstes Stück ist mit einem Mindestgebot von 600.000 Dollar eine Henry Lever Action Rifle, von denen nur 200 bis 400 existieren und die Karl May als Vorlage für den berühmten "Henrystutzen" diente, dem Gewehr Old Shatterhands.

Die teuerste Kriegswaffe, die jemals versteigert wurde, war ein Säbel Napoleons, mit dem er in der Schlacht von Marengo die Wende herbeigeführt haben soll. Das Säbel aus blauem Stahl und mit Elfenbeingriff wurde 2007 für 4,8 Millionen Euro an einen anonymen Käufer versteigert.

msc

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