Verzögerungen bei Warn-Apps Pannen bei bundesweitem Probealarm

Der Test für den Ernstfall verlief auf einigen Kanälen holprig: Beim bundesweiten Probealarm lief manches anders als geplant - und nicht Punkt 11 Uhr. Die zuständige Behörde will daraus lernen.
Sirene an einer Feuerwache in Leverkusen: Mancherorts gibt es solche Meldesysteme gar nicht mehr

Sirene an einer Feuerwache in Leverkusen: Mancherorts gibt es solche Meldesysteme gar nicht mehr

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Im ganzen Land sollten zeitgleich die Sirenen heulen und via Mail oder App Warnungen verschickt werden: Doch beim bundesweiten Warntag an diesem Donnerstag ging nicht alles glatt, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einräumte. Demnach gab es Probleme bei der Verbreitung des Probealarms.

Das Amt hatte am Vormittag eine bundesweite Gefahrenmeldung verbreitet, allerdings etwa eine halbe Stunde später als geplant. Rund zehn Minuten später folgte die Probeentwarnung. Zum ersten bundesweiten Warntag sollten eigentlich im ganzen Land um 11 Uhr Sirenen und andere Warnsysteme ausgelöst werden. Entwarnung sollte erst 20 Minuten danach gegeben werden.

Unter anderem sollte die Probewarnung über Radio und Fernsehen sowie über Warn-Apps wie die Anwendung Nina erfolgen. Doch Nina blieb bei vielen Nutzern still.

"Die bundesweite MoWaS-Meldung konnte nur verspätet zugestellt werden", und zwar wegen der "nicht vorgesehenen zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen" über das MoWaS-System, teilte das BBK auf Twitter mit. Das im Vorfeld besprochene Auslösekonzept habe "eine reine Auslösung durch den Bund" und nicht durch Länder und Kommunen vorgesehen.

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Mit MoWaS werden amtliche Warnmeldungen für die Bevölkerung erfasst und an eine Vielzahl von Warnmultiplikatoren, darunter Medien und Warn-Apps wie Nina, gesichert verteilt. Die Behörde will aus der Panne lernen. Sie liefere "wichtige Erkenntnisse für den Ausbau" des Meldesystems und die notwendige weitere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen in Bund und Ländern", hieß es vom BKK.

"Es geht nicht darum, Hysterie zu schüren"

Künftig ist ein Warntag an jedem zweiten Donnerstag im September geplant. Hintergrund: Bürger sollten die Abläufe kennenlernen, um im Ernstfall etwa bei Erdbeben, Überschwemmungen oder dem Auftreten radioaktiver Strahlung Warnmeldungen richtig wahrnehmen und einordnen zu können, teilte die Bonner Behörde mit.

Auch vor Krankheitserregern wie dem Coronavirus warnt das Bundesamt über die Warn-App Nina bei besonderen Situationen. Andere Warn-Apps sind Biwapp oder Katwarn. "Es geht nicht darum, Angst und Hysterie zu schüren", sagte BBK-Präsident Christoph Unger im Vorfeld. "Das wäre kontraproduktiv." Man dürfe die Bevölkerung aber auch nicht einlullen. Fakt sei, dass die Deutschen mit dem Thema bisher nicht sehr vertraut seien, und das berge Risiken.

fok/AFP/dpa
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