Sexistische Reklame Zahl der Beschwerden beim Deutschen Werberat steigt

Die Zahl der Beschwerden beim Werberat ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Am häufigsten ging es um sexistische oder diskriminierende Reklame.

Die Zahl der Beschwerden beim Deutschen Werberat ist vergangenes Jahr stark gestiegen. Die Organisation überprüfte 793 Werbemaßnahmen, zu denen aus der Bevölkerung 3636 Beschwerden vorlagen. Dies geht aus der in Berlin veröffentlichten Jahresbilanz des Gremiums hervor . Zum Vergleich: 2018 wurden 702 Werbemaßnahmen überprüft, zu denen 1235 Beschwerden vorlagen.

Von den insgesamt knapp 800 geprüften Fällen fielen den Angaben zufolge 279 Fälle nicht in die Zuständigkeit der Selbstkontrolleinrichtung - etwa weil es sich nicht um Wirtschaftswerbung, sondern um Werbung von Behörden oder Parteien handelte oder die Produkte an sich kritisiert wurden.

In 141 Fällen teilte das Gremium die Meinung der Kritiker und informierte die Firmen über ihre Verstöße gegen den Werbekodex. Daraufhin hätten rund 91 Prozent ihre Kampagnen zurückgezogen oder geändert.

Die meisten Beschwerden gingen erneut wegen sexistischer oder geschlechterdiskriminierender Werbung ein. Auch dort gab es einen deutlichen Anstieg von 445 auf 727 Beschwerden. Die Zahl der kritisierten Kampagnen blieb mit 259 auf Vorjahresniveau (261). In ungefähr einem Drittel dieser Fälle folgte der Werberat der Kritik, er beanstandete insgesamt 84 Werbemaßnahmen.

Beschwerden gab es auch über Werbung, die als unethisch empfunden wurde. Als Beispiel nannte der Rat einen TV-Spot, in dem ein Junge über seinen Joghurt löffelnden Opa sagt: "Ich warte, dass Opa den Löffel abgibt." Das Kontrollgremium wies die Beschwerde in diesem Fall jedoch zurück.

Der Werberat in Berlin wird vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW getragen. Er sieht sich als erste Anlaufstelle für Beschwerden aus der Bevölkerung und als Mittler zwischen Werbenden und Umworbenen. Bürger können sich an die Institution wenden, wenn kommerzielle Kommunikation zwar rechtlich nicht zu beanstanden ist, aber aus anderen Gründen als unangemessen empfunden wird.

apr/AFP/dpa
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