Blitz-Sommer Tropenhitze bringt bis zu 38 Grad

Jetzt wird es hochsommerlich: Deutschland kann sich über Temperaturen bis 38 Grad Celsius freuen. Mit der Hitze kommen aber teils heftige Gewitter. Und am Freitag ist - fast - alles wieder vorbei.

DPA

Berlin - Kontrastreicher könnte das Wetter kaum sein: Noch am Dienstag lieferten sich Wanderer auf dem Feldberg im Schwarzwald in 1493 Metern Höhe eine Schneeballschlacht, während im Südwesten und Bayern die höchsten Temperaturen bundesweit herrschten.

So wurden in Waldshut in Baden-Württemberg 35,3 Grad gemessen. Im bayerischen Weißenburg waren es am Nachmittag 35,2 Grad und im thüringischen Veilsdorf 33,3 Grad. In Nordrhein-Westfalen schätzte der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Temperaturen tagsüber in der prallen Sonne auf rund 50 Grad.

Doch es wird noch wärmer. Deutschland erlebt heute den bisher heißesten Tag des Jahres. Der DWD rechnet mit Werten bis zu 38 Grad im Schatten. Heiße Luftmassen afrikanischen Ursprungs wälzen sich nach Mitteleuropa, in Deutschland wird es überall bis auf den äußersten Norden extrem warm.

Nach der Regenperiode und dem Hochwasser kommen mit der Sommerhitze auch Gefahren. In Baden-Württemberg wurden bereits erhöhte Ozonwerte gemessen. Besonders nachmittags und abends sollen sich Menschen nicht ungewöhnlich körperlich anstrengen, dann treten die höchsten Werte auf. Hessen rief die Hitzewarnstufe aus. Landessozialminister Stefan Grüttner (CDU) riet: "Halten Sie sich in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen und öffnen Sie erst nachts zum Lüften."

Der Sommereinbruch sollte dennoch genossen werden, denn er ist von kurzer Dauer. Bereits am frühen Mittwoch kommt es in Nordrhein-Westfalen zu einzelnen kräftigen Gewittern, am späten Nachmittag im Bergland, im Westen und Nordwesten zu Unwettern mit heftigen Böen, Starkregen und sogar Hagel.

Auch am Donnerstag sind weitere Gewitter prognostiziert. Nur im Osten bleibe es zunächst freundlich. Zum Freitag sollen die Temperaturen um durchschnittlich zehn Grad fallen. "Absehbar wird es erst mal nicht mehr so heiß", sagte DWD-Meteorologe Marcus Beyer. "Der Sommer ist aber noch nicht verloren", so der Wetterexperte. Bis zum September "haben wir noch viel Zeit".

Bahn stoppt Züge wegen defekter Klimaanlagen

Bahnfahrer sollten rechtzeitig überprüfen, ob ihr Zug fahrplanmäßig fährt. Die Deutsche Bahn betonte am Dienstagabend zunächst, man komme mit den hochsommerlichen Temperaturen gut zurecht. Kurz darauf mussten jedoch gleich mehrere Fernzüge wegen defekter Klimaanlagen gestoppt werden - ein Ärgernis, mit dem Passagiere bei großer Hitze in der Vergangenheit immer wieder zu kämpfen hatten.

Insgesamt seien sechs ICE- und EC-Züge ausgefallen. "Wir können aber nicht von größeren Problemen sprechen, da wir jeden Tag rund 1400 Züge im Fernverkehr einsetzen", erklärte ein Bahn-Sprecher. Die betroffenen Züge mussten in Stuttgart (auf der Strecke Oberstdorf-Hannover), Mannheim (Stuttgart-Hamburg), Dresden (Bratislava-Binz und Villach-Hamburg), Nürnberg (München-Berlin) und München (Graz-Saarbrücken) anhalten.

Im Sommer 2010 hatten sich tumultartige Szenen in einem überhitzten ICE zwischen Hannover und Bielefeld abgespielt, nachdem die Klimaanlage ausgefallen war.

ala/dpa



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