Wetterphänomen Neuer Saharastaub unterwegs nach Europa

Teile Europas werden gelb: Eine große Wolke Staub aus der Sahara bewegt sich laut Experten auf den Kontinent zu – nicht zum ersten Mal in diesem Jahr.
Saharastaub über der A96 im März: Bei ohnehin geschwächten Menschen können Atemwegsbeschwerden auftreten

Saharastaub über der A96 im März: Bei ohnehin geschwächten Menschen können Atemwegsbeschwerden auftreten

Foto: MiS / IMAGO

Nach sonnigen Tagen startet die Woche derzeit an vielen Orten in Deutschland mit Schauern und Gewittern. Zwar soll sich das Wetter in den folgenden Tagen wieder beruhigen, doch aus Nordafrika kommt ein neues Wetterphänomen auf Deutschland zu: Staub aus der Sahara.

Nach Angaben des europäischen Atmosphärendienstes Copernicus bewegt sich derzeit eine große Staubwolke über den Atlantik in Richtung Westen. Sie dürfte demnach bereits in diesen Tagen die Karibik erreichen. Ausläufer seien am kommenden Wochenende auch auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Westeuropas zu erwarten, hieß es.

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Der Atmosphärendienst verzeichnete in diesem Jahr bereits große Mengen Saharasand, die über das Mittelmeer Teile Europas erreicht hatten. Das halte auch weiter an.

Das Phänomen tritt mehrmals im Jahr auf, erst im März hatte Saharastaub Teile Deutschlands in ein leuchtendes Gelb getaucht.

Trockenheit im Westen und Nordosten Deutschlands

Neben der Verfärbung des Himmels kam es jedoch zu einer mitunter wenig geliebten Staubschicht auf Autos, Fensterscheiben und Gartenmöbeln. In höherer Konzentration droht der Staub besonders bei ohnehin geschwächten Menschen Atemwegsbeschwerden zu verursachen.

Auch ohne Staub leidet insbesondere die Landwirtschaft hierzulande unter Trockenheit. Die seit Wochen in vielen Regionen ausbleibenden Niederschläge stellen die Bauern vielerorts vor Probleme.

Die oberen Bodenschichten im Norden Deutschlands und am Rhein seien auch wegen der jüngst sehr warmen Temperaturen trockener als im langjährigen Durchschnitt, sagt Andreas Brömser, Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst.

»Im Westen und in der Nordosthälfte ist es deutlich trockener als üblich«, sagte Brömser. Andererseits sei die Bodenfeuchte im Süden und Südosten relativ normal, im Alpenbereich sogar höher als üblich. Im Norden habe es in den vergangenen drei bis vier Wochen relativ wenig geregnet.

Ob sich dieses Jahr zu einem Dürrejahr wie 2018 oder 2019 entwickelt, lasse sich derzeit nicht sagen, so Brömser. Die Wasservorräte in etwa 30 Zentimetern Tiefe seien noch gut.

apr/dpa
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