Wetter und Verkehr am langen Wochenende Pfingsten fällt ins Wasser – aber die Urlauber trotzen dem Regen

Am Feiertag in den Biergarten? Trotz der Lockerung der Coronaregeln ist das vielerorts nur für Hartgesottene ein Vergnügen. Das Wetter bleibt kühl und oft nass – viele Urlaubsreisende hält das aber nicht ab.
Hamburgs Außengastronomie darf wieder öffnen – bei 12 Grad und Regen

Hamburgs Außengastronomie darf wieder öffnen – bei 12 Grad und Regen

Foto: Axel Heimken / dpa

Wegen sinkender Infektionszahlen ist pünktlich zu Pfingsten vielerorts die Corona-Notbremse außer Kraft getreten. Je nach Landesregelung und örtlicher Inzidenz können Gastrobetriebe und Hotels wieder mehr oder weniger eingeschränkt öffnen – so nun auch in Hamburg. Einzelhandel und Außengastronomie haben in der Hansestadt unter Auflagen wieder geöffnet, Treffen mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten sind wieder möglich. Doch nasskaltes Wetter und starker Wind dürften so manchem die Laune auf ein Treffen im Freien vermiesen.

Bundesweit sorgt Tief »Marco« für nasses und windiges Wetter. Am Pfingstsonntag lassen die Schauer und Gewitter zwar nach und es wird regional sonnig, sagte Jacqueline Kernn von der Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes. Tags darauf wird es dann gebietsweise wärmer als 20 Grad – insgesamt überwiegen aber die Wolken. Am Sonntag sind an der Küste und im Bergland weiterhin stürmische Böen möglich, in der Osthälfte Schauer und einzelne Gewitter. Nur im Westen und Südwesten, später auch im Süden wird es teils längere Zeit heiter. An Pfingstmontag ist dann aber auch dort das nächste Tief in Sicht – graues und nasses Wetter inklusive.

Trotzdem suchen über die Feiertage viele Menschen in den bereits geöffneten Urlaubsregionen Deutschlands ihr Glück, darunter womöglich auch viele Gäste aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, wo an diesem Samstag die Pfingstferien beginnen. Andrang gibt es beispielsweise auf Sylt: Deutschlands wohl bekannteste Insel hat dank Modellprojekt bereits seit 1. Mai wieder für Touristen geöffnet, mit zunehmender Auslastung steigen dort jedoch auch die Probleme. Weil zahlreiche Gastronomie-Betriebe nicht die Regeln wie Mindestabstände oder die Maskenpflicht durchgesetzt haben, hat der zuständige Landkreis laut Norddeutschem Rundfunk  bereits strengere Kontrollen verfügt – auch temporäre Schließungen von Restaurants sind demnach möglich.

Staus an Autozügen nach Sylt

Ungeachtet dessen ist der Andrang der Urlauber zu Pfingsten groß. Schon am Morgen stauten sich die Fahrzeuge an der Autozug-Verladung in Niebüll. »Die Buchungslage ist sehr hoch, wer heute ohne Reservierung anreist, wird warten müssen«, sagte Meike Quentin, Sprecherin des Betreibers des blauen Autozugs RDC. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn berichtete von einer Stunde Wartezeit am Verladeterminal. »Generell erwarten wir für das kommende Feiertagswochenende viele Reisende am Sylt Shuttle und insbesondere in den Mittagsstunden eine erhöhte Auslastung der Autozüge.«

Auch in Süddeutschland haben zahlreiche Menschen sich zu Pfingsten in den Urlaub gewagt. Auf den Autobahnen etwa in Oberbayern gab es viel Verkehr, an der Grenze zu Österreich staute es sich laut einem Polizeisprecher auch wegen der Einreisekontrollen in das Nachbarland. Gründe, dorthin zu fahren, gibt es für manche reichlich: In Österreich öffneten am Mittwoch nach sieben Monaten Lockdown die Gastronomie, die Hotellerie, die Kultur und viele Sportstätten. Zugleich entfällt unter anderem für Einreisende aus Deutschland die Quarantänepflicht, sie müssen aber getestet, geimpft oder von Covid-19 genesen sein.

Selbst wer es dann in eine Urlaubsregion geschafft hat, sollte Kontakte meiden, wie ein Fall aus Sylt zeigt. Nachdem ein Urlauberehepaar nach seiner Rückkehr positiv getestet wurde, wurde inzwischen gegen mehr als 300 Menschen, größtenteils Urlauber, eine Quarantäne angeordnet. Das Paar hatte mehrere Restaurants besucht.

apr/dpa