Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen Väter nach #MeToo

"Sei kein Idiot": In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" sprechen wir über die unterschiedliche Erziehung von Söhnen und Töchtern - außerdem erklärt Schauspielerin Maria Furtwängler Mädchen-Jungen-Klischees.

Vater mit Kindern: Gehen wir mit unseren Töchtern anders um?
Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

Vater mit Kindern: Gehen wir mit unseren Töchtern anders um?

Ein Podcast von , Axel Rahmlow und Markus Dichmann


Wer seine Kinder gleichberechtigt erziehen will, wird scheitern. Jeden Tag. Das sagt Nils Pickert, Chefredakteur von "Pinkstinks". Und dennoch: "Ich versuche meine Kinder nicht zu Dingen anzuhalten, die nur einer gesellschaftlichen Konformität entsprechen."

Drei Väter - ein Podcast #7 - Die Gleichberechtigung: Jungen vs. Mädchen

Mit uns - Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann - spricht er in der siebten Folge von "Drei Väter - ein Podcast" darüber, weshalb man als Vater versuchen sollte, gegen festgefahrene Erziehungsbilder zu rebellieren.

"Ich würde von mir selbst sagen, dass ich meine Kinder stereotypisch erziehe und mich nur dagegen wehre", sagt Pickert. "Männer sollten nicht glauben, dass Gleichberechtigung von alleine passiert."

Auch wir haben noch immer Bilder und Vorstellungen über Jungen und Mädchen im Kopf, die nicht mehr zeitgemäß sind. Dem wollen wir nachgehen: Wir drei sind alle Väter von Töchtern. Wie sehr beeinflusst das unsere Erziehung? Gehen wir mit unseren Töchtern anders um? Und würden wir uns bei einem Sohn anders verhalten?

Weit über ein Jahr nach #MeToo: Menschen debattieren noch immer viel über Sexismus am Arbeitsplatz, im Privaten. Wir sprechen darüber, ob sich dadurch etwas in unserer Rolle als Vater verändert hat.

"Sei kein Idiot"

"Eigentlich braucht man kein Kind, um sich an die einfache Regel zu halten: Sei kein Idiot", sagt einer von uns. "Ich kann nicht sehen, dass es etwas Schlechtes sein soll, durch seine Tochter etwas hinzugelernt zu haben", ein anderer.

Bisher haben wir im Podcast von SPIEGEL ONLINE über das Rollenbild des Vaters, die Geburt, die ersten Wochen, die Elternzeit, die Vereinbarkeit von Familie und Berufund über die Diskriminierung von Väterngesprochen (hier eine Übersicht aller Folgen). In dieser Ausgabe "Die Gleichberechtigung: Jungen vs. Mädchen" schauen wir uns die Geschlechterklischees bei Kinder an.

Die Schauspielerin Maria Furtwängler ist da ziemlich eindeutig: "Es geht darum, dass wir uns unserer Vorurteile bewusst werden." Männer erklären die Welt? Retten den Planeten? Machen einen Podcast? "Welche Bilder produzieren wir da eigentlich?", fragt Furtwängler im Podcast.

Schauspielerin Maria Furtwängler: "Welche Bilder produzieren wir da eigentlich?"
DPA

Schauspielerin Maria Furtwängler: "Welche Bilder produzieren wir da eigentlich?"

Als "Tatort"-Kommissarin widersetzt sie sich vielen weiblichen Klischees. Eine von ihr und der Universität Rostock initiierte Studie hat schon vor einiger Zeit die Geschlechterdarstellungen in deutschen TV- und Kinoproduktionen untersucht. Dabei kam heraus: Um die Diversität steht es noch immer schlecht. Ähnliches hat die Süddeutsche Zeitung auch für Kinderbücher herausgefunden.

Sich gegen Klischees zur Wehr setzen - sie zumindest besser zu erkennen. Sich seiner eigenen Rolle als Mann und Vater bewusst zu werden, das ist ein bisschen der Versuch dieser Podcast-Folge.

Und Pickert beruhigt: "Die meisten Eltern, die ich kenne, wollen das Beste für ihr Kind", sagt er. Daher sollte man sie eher im Rahmen ihrer Möglichkeiten ermutigen. Einfach sagen: "Schau mal, deine Tochter hat Lust auf Fechten, dein Sohn auf Kuscheln. Hilf ihnen dabei!"

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann
Lina Moreno / Foto: Sebastian Schneider

Beste Vaterfreuden: Jonas Leppin, Axel Rahmlow und Markus Dichmann

Was ist im Jahr 2019 ein guter Vater? Jede Woche will sich SPIEGEL ONLINE mit "Drei Väter - ein Podcast" dieser Frage nähern. Wir sprechen über Erwartungen an uns selbst, über Ansprüche von Müttern und der Gesellschaft. Dafür gehen wir raus, beobachten in Reportagen Väter, Mütter, Kinder oder sprechen mit Psychologen und Hebammen.

Dieser Podcast entsteht mit Unterstützung des Podcastlabels Viertausendhertz. Viertausendhertz produziert selbst Podcasts - zum Beispiel "Weißt du's schon?", ein kindgerechtes Podcast-Quiz (Hören Sie hier die erste Staffel über Vielaugenflieger, Scharfzahnheuler oder Schlauchnasentrampler und finden Sie die versteckten Hinweise).

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
vera gehlkiel 21.05.2019
1.
Sorry, Gents: "nach #metoo" ist zweifellos die bequemere Variante, allerdings muss es "während #metoo/open end" heißen. Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug. Jetzt kommt es drauf an, dass wir Frauen sie verändern...Und zwar aus der Perspektive heraus, die uns schon längst zugestanden haben würde...
mark.muc 21.05.2019
2. @ 1 Vera Gehkiel
"Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug." Liebe Frau Gehkiel, Männer haben durch Technologien, die sie erfanden, es den Menschen erst ermöglicht, sich von biologischen Mustern zu entfernen. Vor der Technologisierung, vor Einführung von Verhütungsmitteln, vor Eindämmung der Kindersterblichkeit, vor der Versorgung mit sauberem Trinkwasser, vor der Erfindung von Maschinen, welche Muskelkraft obsolet gemacht haben, war eine Angleichung der Lebensverhältnisse von Frauen und Männern schlicht nicht möglich und nicht immer ging es Frauen dabei in jeder Hinsicht schlechter als Männern. Auch den Buchdruck, und sogar das Fernsehen und das Internet erfanden Männer. Zumindest die Erfindung des Fernsehers fand nicht im Fernsehsessel statt. Oder sehen Sie das anders? Und zum sauberen Trinkwasser gehören auch Männer, die für uns durch die Abwasserkanäle waten. In diesen Kanälen schwimmt auch femininen Scheiße. Was soll Ihr unerträglicher Sexismus?
alsterherr 21.05.2019
3.
"[Männer] Machen einen Podcast" ... und wieder das alte Dilemma: NIEMAND hindert Frauen daran, auch Podcasts zu machen. Wenn Männer gerne Podcasts machen steht ihnen das genau so offen wie Frauen, niemand hindert Frauen daran ausser sie selbst und ihre Interessen. Das ist wie Frauen die Genderstudien studieren und sich dann aus diesem Studienfach heraus beschweren, daß so wenige Frauen Maschinenbau studieren ... eigene persönliche Wahl.
mark.muc 21.05.2019
4. Tatort & Klischees
In den letzten 2 Wochen wurden die beiden folgenden Vorfälle bekannt: (a) Eine Altenpflegerin steht unter Verdacht systematisch männliche und weibliche Heiminsassen missbraucht zu haben. (b) Zwei Frauen schnitten einer schwangeren 19 jährigen das Baby aus dem Bauch und ließen die junge Frau verbluten. Wenn man etwas aufmerksam ist, findet man regelmässig solche Meldungen. Meist etwas versteckt und nicht als Aufmacher, wie etwa die vermeintliche Vergewaltigung die man Herrn Kachelmann vorwarf. Fast alle wissenschaftlichen Studien belegen, dass häusliche Gewalt von Frauen genauso ausgeht wie von Männern. Es passt aber nicht in unsere Klischees und diese werden z.B. auch stark vom Tatort unter Mithilfe von Frau Furtwängler weitergegeben.
FocusTurnier 21.05.2019
5. Veränderungen
Zitat von vera gehlkielSorry, Gents: "nach #metoo" ist zweifellos die bequemere Variante, allerdings muss es "während #metoo/open end" heißen. Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug. Jetzt kommt es drauf an, dass wir Frauen sie verändern...Und zwar aus der Perspektive heraus, die uns schon längst zugestanden haben würde...
Es gibt Veränderungen in der Arbeitswelt nach #metoo, aber Ich weiß nicht, ob die so beabsichtigt waren: https://nypost.com/2019/05/17/men-are-afraid-to-mentor-women-after-metoo-and-it-hurts-us-all-study/ https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-12-03/a-wall-street-rule-for-the-metoo-era-avoid-women-at-all-cost Wie sieht es mit Veränderungen hinsichtlich der Familienpolitik zugunsten von Männern und Vätern aus? Wann bewegen sich da die Frauenministerinnen?
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