Wiener Opernball Stripper und Kicker im Dreivierteltakt

Fußball und Glamour in der Wiener Oper: Edelstripperin Dita von Teese und Kicker-Legenden wie Franz Beckenbauer haben es auf dem 52. Walzerspektakel richtig krachen lassen. Dabei stahl das runde Leder den Promis kräftig die Schau - die Europameisterschaft tanzte mit.


Wien - Es war zu erwarten: Im Jahr der EM in Österreich und der Schweiz war der Fußball auch auf dem Tanzparkett des glanzvollen Wiener Opernballs das vorherrschende Thema. Noch vor dem traditionellen Donauwalzer präsentierte gestern eine Gruppe von Tänzern in Spielertrikots zur Eröffnung ein "Fuß-Ballett".

Kicker-Legenden wie Franz Beckenbauer und Hansi Müller waren in das restlos ausverkaufte Opernhaus gekommen. Auch Otto Rehhagel ließ sich das Großereignis nicht entgehen. Der größte Fußballfan unter den Tenören, José Carreras, schmetterte ein Ständchen. Als Vorgeschmack auf die EM im Juni war im Opernhaus bereits der Pokal für den künftigen Europameister ausgestellt.

Auf das traditionelle Kommando "Alles Walzer" schwelgten dann alle Geladenen des Balls im Dreivierteltakt. Damit die prächtigen Ballkleider, der teure Schmuck und die Orden am Frack besser zur Geltung kommen, schritten die Festgäste erstmals in einem Empfangssalon vor dem Operngebäude über einen roten Teppich. Dort posierten sie für Fotografen und Kameraleute.

Wie versprochen und promotet erschien der Wiener Bauunternehmer Richard Lugner diesmal mit der US-Tänzerin Dita von Teese in seiner Loge. Die Ex-Frau des Schock-Rockers Marilyn Manson hatte sich am Abend zuvor auf einer Bühne in Lugners Einkaufszentrum kunstvoll entblättert, um in einem überdimensionalen Martiniglas in Champagner und Schaum zu baden.

Für den Einlass zum noblen Tanzfest in der Oper waren 230 Euro zu zahlen, ein Tisch für sechs Personen kostete immerhin 960 Euro. Mit bis zu 40.000 Euro schlug eine Loge zu Buche. Die gönnten sich internationale Prominente wie die Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger, Opernsängerin Anna Netrebko, der Schauspieler Maximilian Schell und sein Kollege Tobias Moretti. Die griechische Sängerin Nana Mouskuri hatte kurzfristig abgesagt, tauchte aber am Abend kurzfristig doch noch auf. "Desperate Housewives"-Star Teri Hatcher erschien im braun-grünen Abendkleid.

Die neue Opernball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh zeigt sich unkonventionell und setzte auf Bonbon-Farbe: Im ersten Rang konnten sich die Gäste in einer "Pink Bar" mit automatisch wedelnden Fächern und rosa Getränken und Gerichten erfrischen. Auch der Blumenschmuck aus Rosen und Flieder folgte dem monochromen Farbschema.

Rund 700 Polizisten schützten das Spektakel und seine Teilnehmer vor etwa 50 verstreuten Demonstranten. Der Wiener Innenstadtring wurde stundenlang komplett gesperrt. Auch in diesem Jahr soll das ausverkaufte Gesellschaftsereignis den Organisatoren geschätzte 1,1 Millionen Euro Gewinn bringen.

ala/dpa/Reuters



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