Windsbacher Knabenchor Schulleitung räumt Peitschenhiebe und Schläge ein

Schläge mit der Peitsche oder dem Rohrstock, Ohrfeigen: Im für seinen Knabenchor berühmten Windsbacher Internat wurden jahrzehntelang Jungen misshandelt. Dies räumte die Internatsleitung nun offiziell ein und entschuldigte sich bei den Opfern.


Windsbach - Am Freitag trat der Schulleiter des Windsbacher Knabeninternats vor die Presse und bestätigte, dass in früheren Jahrzehnten Schüler und Chorsänger geschlagen und misshandelt wurden. "Wir bedauern dies zutiefst, entschuldigen uns und bitten um Vergebung", sagte Pfarrer Thomas Miederer am Freitag.

Nachforschungen hätten "sehr bedrückende" Momentaufnahmen ergeben, so der Internatsleiter.

Schüler seien von einem früheren Direktor hinter verschlossener Türe sogar mit Peitsche und Rohrstock geprügelt worden. Auch der vor drei Jahren gestorbene Gründer und langjährige Leiter des Chores, Hans Thamm, habe häufig Ohrfeigen verteilt, Schüler gedemütigt und bloßgestellt. "Es gab massive Grenzüberschreitungen", sagte Miederer. Von systematischen Misshandlungen könne aber nicht gesprochen werden.

SPIEGEL ONLINE hatte bereits am vergangenen Wochenende berichtet, dass Schüler des berühmten evangelischen Knabenchors systematisch und voller Brutalität von Lehrern und Pfarrern verprügelt worden sein sollen.

Die Psychologin Ulrike Winkler von Mohrenfels, die von der Internatsleitung als externe Ansprechpartnerin beauftragt wurde, sprach von bisher 18 Anrufen von Betroffenen oder deren Angehörigen. Sie beträfen den Zeitraum von 1946 bis 1978. Einige berichteten von Ohrfeigen und Gebrüll, wieder andere sprachen dagegen von der schönsten Zeit ihres Lebens bei den Windsbachern. "Die Zeit wurde sehr unterschiedlich erlebt", sagte von Mohrenfels.

Die Schulleitung versprach, dass allen Fällen nachgegangen werde. Was noch nicht verjährt sei, werde sofort der Staatsanwaltschaft übergeben. "Wir wollen den Betroffenen Gehör verschaffen und ein Stück Versöhnung erreichen", sagte Miederer. Zugleich äußerte er die Sorge um das Image und die Zukunft des Chores. Wenn zwei Jahre lang keine jungen Sänger nachkämen, "können wir zumachen".

Im Hinblick auf sexuellem Missbrauch betonte der Internatsleiter, dass es außer zwei seit langem bekannten Fällen keinerlei Hinweise auf weitere derartige Vorkommnisse gebe. In den fünfziger Jahren verging sich ein Hospitant an Schülern. Er wurde des Hauses verwiesen und später verurteilt. 2001 gab es Übergriffe eines Praktikanten auf zwei Jugendliche. Auch er sei sofort suspendiert und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

"Neuere Fälle sind mir nicht gemeldet worden", sagte Psychologin Winkler von Mohrenfels.

siu/dpa/apn



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Seite 1
Klo, 26.03.2010
1.
Zitat von sysopEuropaweit wird die katholische Kirche mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Geht der Klerus richtig mit dem Problem um?
Geht er denn überhaupt mit dem Problem um? Erkennt er überhaupt ein "Problem"? Schießlich gibt es das Problem schon sehr lange, aber angegangen wrude es noch nie. Dass jetzt selbst im Klerus irgendetwas in Gang kommt, ist doch keiner tieferen Einsicht, oder gar Selbsterkenntnis zu verdanken, sondern das ist der Aufmerksamkeit der Medien geschuldet, nachdem sich hunderte von Opfern gemeldet haben. Freiwillig ist im Klerus noch gar nie Aufklärungsarbeit geleistet worden, schon gar nicht über eigenes Versagen.
Klo, 26.03.2010
2.
Na also, es geht doch. Bravo!
Fred Heine 26.03.2010
3.
Was Sie da fordern, treibt 80 Prozent der Sportvereine in Deutschland in den finanziellen Ruin. Wollen Sie das wirklich?
Willie, 26.03.2010
4.
Zitat von sysopEuropaweit wird die katholische Kirche mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Geht der Klerus richtig mit dem Problem um?
Bislang mal noch nicht.
oliver twist aka maga 26.03.2010
5. Und hier auch nochmal der neueste Skandal aus dem Vatikan
Neuer Skandal im Vatikan Skandal im Vatikan aufgedeckt. Was sind die Motive für die neuerlichen Entgleisungen des Papstes? Papst Benedikt XVI. hat im Anschluss an ein Treffen mit Journalisten aus dem Fenster seines Arbeitszimmers gezeigt und gesagt: "Es ist schönes Wetter heute." Dieser Satz des Papstes hat für Empörung und Entrüstung vor allem in Deutschland gesorgt. Ein Sprecher der kirchenkritischen Organisation "Kirche von unten" erklärte, mit seiner Aussage wolle der Papst nur verdecken, dass bis heute weder der Zwangszölibat abgeschafft noch das Frauenpriestertum eingeführt sei. Er verurteilte die Aussage des Papstes als "weiteres Zeugnis für das reaktionäre Denken, das in Rom vor allem seit der Amtsführung Ratzingers" vorherrscht. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte den Papst auf, sich nicht weiter um das Wetter zu kümmern, sondern den Vertuschungsaktionen seiner Bischöfe ein Ende zu bereiten. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: "Der Papst muss endlich Klarheit schaffen statt die römische Sonne zu genießen." Sie kündigte an, ihrem neu gekauften Mops den Namen Ratzi zu geben. Die mutige Kirchenkritikerin und Theologie Uta Ranke-Heinemann verurteilte das Verhalten des Papstes als "heuchlerisch und unverfroren". Es müsse wohl an seiner zölibatären Einstellung liegen, dass er den grauen Himmel der ewigen Stadt als "schönes Wetter" bezeichne. Eugen Drewermann wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass Papst Benedikt in seiner früheren Tätigkeit als Präfekt der Glaubenskongregation auch Meteorologen einen Maulkorb hätte umhängen wollen. Claudia Roth äußerte sich in Bodrum (Türkei) enttäuscht über die Worte des Papstes: "Während in Deutschland die Ausländerfeindlichkeit wächst, genießt der Papst in den Vatikanischen Gärten die Sonne. Er sollte ein klares Bekenntnis zur Aufnahme der Türkei in die EU und zu türkischen Gymnasien in Deutschland liefern." Auch in der Zeitschrift Emma wurde der Papst kritisiert. "Warum sagt er: "Es ist schönes Wetter heute." Und nicht "Sie ist schönes Wetter heute." Die Aussagen des Papstes zeigen einmal mehr die Frauenfeindlichkeit der Gerontokraten im Vatikan." Für die Humanistische Union stellt der Satz des Papstes eine Beleidigung aller Opfer der Klimaerwärmung dar. Der Vatikan sei neben den USA und China einer der Hauptverantwortlichen für die drohende Klimakatastrophe, so ein Sprecher der HU. Die Giordano-Bruno-Stiftung (GBS) nannte die Behauptungen des Papstes "groben und geschichtsverfälschenden Unfug". Giordano Bruno sei verbrannt worden, weil er eine andere Meinung über das Wetter in Rom als der Papst vertreten habe. Außerdem, so der Philosoph und Vorsitzende der GBS, Michael Schmidt-Salomon, sei das angeblich schöne Wetter ein klarer Beweis für die Nichtexistenz Gottes. Ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz meinte, die Worte des Papstes seien aus dem Kontext gerissen worden. Er verwies auf das "hohe Alter des Heiligen Vaters".
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