Wirbelsturm an der Ostküste "Irene" wütet über New York

Starkregen und heftige Windböen fegen durch die Straßen, Hurrikan "Irene" hat New York erreicht. Die Ostküstenmetropole ist gewappnet. Einige Stadtgebiete wurden evakuiert, der Nahverkehr eingestellt. Zuvor hatte der Sturm bereits mehrere Südstaaten getroffen.


New York - "Irene" hat New York erreicht. "Die Spitze des Hurrikans befindet sich über uns", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg am Samstagabend (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Die Millionenstadt wurde bereits von starken Winden und Regenfällen heimgesucht. Am Hafen schlugen meterhohe Wellen gegen das Ufer. Zuvor hatten mehr als 370.000 New Yorker einen Evakuierungsbefehl erhalten, über 7000 Menschen waren vorsorglich aus den in Küstennähe gelegenen Krankenhäusern und Altersheimen in Sicherheit gebracht worden.

"Die Zeit der Evakuierung ist jetzt vorbei", sagte Bloomberg. Jeder solle sich in Sicherheit bringen und drinnen bleiben. Die Stadt habe gründliche Vorbereitungen getroffen, "für was auch immer auf uns zukommen mag", sagte das Stadtoberhaupt.

Dem gewaltigen Wirbelsturm sind in den USA schon zehn Menschen zum Opfer gefallen. Als zehntes Opfer meldete der Fernsehsender "CNN" am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) eine Frau aus dem Bundesstaat Maryland: Sie wurde von einem Schornstein erschlagen, den ein umgestürzter Baum durch das Dach ihres Hauses gedrückt hatte. Die anderen Opfer starben durch entwurzelte Bäume, herumfliegende Trümmerteile oder in ihren Autos. In Florida wurde ein 55-jähriger Surfer durch den Sturm getötet.

Wegen des starken Winds habe sich laut "CNN" ein Atomkraftwerk in Calvert Cliff im Bundesstaat Maryland automatisch abgeschaltet. Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers sagte jedoch, die Anlage sei sicher. Es bestehe keine Gefahr.

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Hurrikan: "Irene" tobt über New York
" Irene" soll an der nördlichen US-Ostküste, die nur sehr selten von den tropischen Wirbelstürmen heimgesucht wird, der stärkste Sturm seit mehr als einem Vierteljahrhundert sein. "Gloria" hatte 1985 schwere Verwüstungen angerichtet, damals war das Unwetter aber bei Ebbe gekommen. "Irene" wird nun aber auch bei Flut Wassermassen gegen die Küste drücken, deshalb wird mit schweren Überschwemmungen gerechnet. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan Zentrums bringt es der Sturm auf Windgeschwindigkeiten von 130 Kilometer pro Stunde.

Zahlreiche Haushalte ohne Strom

"Irene" war am Samstagmorgen um kurz vor acht in North Carolina zum ersten Mal auf Festland in den USA getroffen. Die Infrastruktur wurde schwer getroffen. An der gesamten Ostküste waren am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) nach offiziellen Angaben mindestens zwei Millionen Menschen ohne Strom. Allein im Großraum New York waren es nach Angaben der "New York Times" mehr als 100.000.

Am Samstagabend hatten erste Ausläufer des Sturms die Metropole erreicht. Das Zentrum des Hurrikans wird dort aber erst am Sonntagmittag erwartet. Die Stadt hat sich vorbereitet: Erstmals in der Geschichte wurde die New Yorker Subway mit ihren 468 Stationen komplett geschlossen. Auch die 324 Buslinien der Stadt wurden eingestellt. Mehr als 10.000 Flüge wurden gestrichen, die wichtigsten Flughäfen der Stadt geschlossen. Die sonst so belebten Straßen im Zentrum der Millionenmetropole verwaisten. Bürgermeister Bloomberg rechnet nicht damit, dass der öffentliche Nahverkehr am Montag wieder normal laufen kann.

Auch die Stromversorgung könnte für Tage unterbrochen werden, wenn Betreiber Consolidated Edison sich entschließt, sie vorsichtshalber abzustellen. Die Börsenbetreiber Nyse Euronext und Nasdaq rechnen allerdings mit normalem Handel am Montag. Es gebe Notfallstromgeneratoren, die den Handel sicherstellten, sagte Nyse-Sprecher Rich Adomis. Die US-Börsenaufsicht SEC will bei einer Sondersitzung am Sonntagnachmittag darüber entscheiden, ob an der Wall Street gehandelt wird oder nicht, wie eine mit den Überlegungen vertraue Person sagte.

Obama: "Lange 72 Stunden"

US-Präsident Barack Obama besuchte am Samstag die Zentrale der Katastrophenschutzbehörde Fema. "Ihr macht einen prima Job", lobte der US-Präsident, der wegen des Monstersturms seinen Urlaub verkürzt hatte. Gleichzeitig mahnte er, der Sturm werde noch gewaltige Kraft kosten. " Das werden lange 72 Stunden", sagte der Präsident.

Kurz zuvor hatte Obama eine Telefonkonferenz mit Heimatschutzministerin Janet Napolitano, dem Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Craig Fugate, sowie mit weiteren ranghohen Katastrophenschützern abgehalten und sich persönlich über die Sicherheitsvorkehrungen informiert. Offensichtlich will das Weiße Haus einen ähnlichen Kompetenzwirrwarr wie bei der "Katrina"-Katastrophe im Jahr 2005 vermeiden. Der damalige Präsident George W. Bush war für sein Krisenmanagement massiv kritisiert worden.

Die Region, über die "Irene" hinwegwütet, gehört zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der USA. In dem erwarteten Korridor des Hurrikans leben rund 65 Millionen Menschen. Experten gehen davon aus, dass "Irene" in den kommenden Tagen Schäden in Milliardenhöhe verursachen wird. In der Karibik richtete der Sturm bereits Schäden in Millionenhöhe an.

suc/stk/dpa/AFP/Reuters/AP

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hdudeck 28.08.2011
1. Absoluter Bloedsinn
Ich leb in NYC und zur Zeit 23:53 EST haben wir Windstaerke 2 - 3. Ok, es regned, aber letzte Woche war es schlimmer. Wann hoert Ihr endlich auf Bloedsinn zu schreiben. Hab den Spiegel in anderer Erinnerung als aufreisserischge Ueberschriften zu produzieren, die nicht stimmen. Ihr solltet wissen. das heutzutage Luegen kurze Beine haben.
epicentre 28.08.2011
2. ohne Worte
Irene "wütet" über New York.... Zum Zeitpunkt, als dies bei SPON erschien, meldeten die Wetterbehörden Wind mit Geschwindigkeiten um 20km/h. Ein laues Lüftchen. Gleichzeitig berichten überdrehte CNN Live-Reporter über die Gefahren und den wild tobenden Sturm, in extra schlabbriger Bekleidung, die aufregend flattert, bei - nach Worten des CNN Menschen - "gewaltigen" Böen um 30mph. Gefolgt vom dramatischen Schwenk der Kamera auf eine "Überflutete Strasse". Ich nenne diese "Flut" grosse Pfütze. Vielleicht 3-4m im Durchmesser auf einer breiten Strasse, wohl keine 3cm tief. Im Hintergrund geht jemand gemütlich mit seinem Hund Gassi. GET REAL!!!!
ratxi 28.08.2011
3. Das Schlimmste verhindern
Zitat von sysopStarkregen und heftige Windböen fegen durch die Straßen, Hurrikan "Irene" hat New York erreicht. Die Ostküstenmetropole ist gewappnet. Einige Stadtgebiete wurden evakuiert, der Nahverkehr eingestellt. Zuvor hatte der Sturm bereits in den Südstaaten Verwüstungen angerichtet. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,782926,00.html
Diesmal wird die zeizweise schon fast extrem anmutende Vorbereitung auf den Hurrican wohl das Schlimmste verhindern.
hannespiefke 28.08.2011
4. Infrastruktur
Würden die USA mal ihre Infrastruktur sanieren gäbe es weniger Probleme mit Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen, oder Tornados. Aber halt Infrastruktursanierung kostet Geld und wirft erstmal keinen Profit ab, somit wären also Steuergelder von Nöten, das will aber der Gehirnamputierte GOP Wähler und Teapartist nicht, denn Steuererhöhungen wären notwendig. Da läßt der GOP Wähler lieber ein paar Leute verrecken, ist doch christlich, denn diejenigen die ins Gras beissen haben dem "Land" eh nichts monetäres gebracht. Konnten sich halt keinen Fluchtbunker leisten. Die USA vernichtet sich selbst eher früher als später. 16000+ Brücken sanierungsbedürftig, Strom innerorts noch per Oberleitung, Abwasserwesen auf dem Stand von 1950, etc. um das zu sanieren braucht es Geld im Zweifelsfalle Steuergeld, mit den Ideen der Teapartisten und vieler GOPler ist das jedoch nicht zu machen, selbst die Demokraten scheinen das nicht zu erkennen, so über kurz oder lang, die nächste Katastrophe kommt bestimmt und ich werde den USA keine Träne nachweinen.
fleischwurstfachvorleger 28.08.2011
5. Gott sei Dank! Nur ein Wirbelsturm!! Also völlig normal!!
Zitat von sysopStarkregen und heftige Windböen fegen durch die Straßen, Hurrikan "Irene" hat New York erreicht. Die Ostküstenmetropole ist gewappnet. Einige Stadtgebiete wurden evakuiert, der Nahverkehr eingestellt. Zuvor hatte der Sturm bereits in den Südstaaten Verwüstungen angerichtet. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,782926,00.html
Dachte schon es hätte irgend etwas mit dem Klimawandel zu tun. Also mal ganz klar ausgesprochen: Wenn es überhaupt einen Klimawandel gibt (!!!), dann hat es das schon immer gegeben und ist Gott gewollt. Er (der HERR) straft die Demokraten für ihren nicht-weißen Präsidenten ab und für ihre katastrophale Schuldenpolitik. - Beides ist ja eine Zumutung. Wir müssen die amerikanische Wirtschaft stärken, sonst wird sie von China abgehängt und dann sitzt in Berlin bald irgendein nicht-weißer Bundeskanzler und regiert, was noch von Deutschland übrig ist. Gott sei Dank mit einer wiedererstarkten FDP an seiner Seite (paßt auch gut von der Farbe: GELB). - Ist dann quasi Gelb-Gelb - die Gelbe Gefahr, kann man aber bestimmt dagegen impfen - gell, Herr Bahr?
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