Tag 1 der Fußball-WM J.Lo, Proteste, Friedenstauben

Jennifer Lopez glitzerte, der Fifa-Präsident schwieg, die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor: Der erste Tag der Fußball-WM im Überblick.

Claudia Leitte (l.) und Jennifer Lopez: Auftritt bei der Eröffnungsfeier
AP

Claudia Leitte (l.) und Jennifer Lopez: Auftritt bei der Eröffnungsfeier


Hamburg - Das erste Spiel der Fußballweltmeisterschaft ist gespielt, Brasilien hat Kroatien 3:1 geschlagen, dass Wichtigste zur Partie finden Sie hier. Aber Tag 1 der WM hatte neben dem sportlichen Auftakt noch mehr zu bieten. Ein Überblick:


Zahlen:

Darsteller bei der WM-Eröffnungsfeier: Bunter Auftakt
REUTERS

Darsteller bei der WM-Eröffnungsfeier: Bunter Auftakt

  • Die WM-Eröffnungsshow dauerte 25 Minuten und kostete umgerechnet knapp sechs Millionen Euro. Es waren etwa 650 Menschen an der Vorführung beteiligt - in deren Mittelpunkt ein Lichtball mit 90.000 LED-Leuchten stand. Viele Plätze im Stadion blieben leer.
  • Kurz vor Beginn des Turniers gab es noch 11.500 Tickets für WM-Spiele auf dem freien Markt. 2.961.867 Karten seien verkauft worden, teilte die Fifa mit. Das Eröffnungsspiel war mit 62.600 Zuschauern ausverkauft.
  • Portugals Superstar Cristiano Ronaldo hatte kurz vor Start der ersten WM-Partie rund 26 Millionen Twitter-Follower und 84 Millionen Facebook-Fans. Er liegt damit deutlich vor seinen Kollegen.
  • Mit 21 Freunden ist Schauspieler Leonardo DiCaprio nach Rio de Janeiro gereist, er residiert dort nach Angaben der Zeitung "Folha de São Paulo" im Hafen auf einer 147-Meter-Jacht.


Politik und Proteste:

Festnahme bei Protestaktion in Belo Holizonte
AFP

Festnahme bei Protestaktion in Belo Holizonte

  • Beim Eröffnungsspiel waren unter anderem Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Fifa-Chef Sepp Blatter und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon im Stadion. Sie hielten keine Reden. So gab es auch keine Chance für Buhrufe aus dem Publikum. Bei Liveübertragungen in Metropolen wie Rio de Janeiro und der Hauptstadt Brasilia wurden Buhrufe laut, als Rousseff auf den Großbildschirmen erschien.
  • In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Proteste gegen die WM gegeben. Kritisiert werden vor allem die Milliardenausgaben für das Sportereignis. Am Eröffnungstag des Turniers gab es ebenfalls Demonstrationen, Polizisten in São Paulo gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vor. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auch in Belo Horizonte setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein.
  • An den drei Flughäfen von Rio de Janeiro streikte am Donnerstag das Bodenpersonal. Die U-Bahn-Angestellten in São Paulo stimmten gegen einen neuen Streik.


Symbole:

Freiheit für die Friedenstauben vor dem WM-Eröffnungsspiel
REUTERS

Freiheit für die Friedenstauben vor dem WM-Eröffnungsspiel

  • Kurz vor Anpfiff des Auftaktspiels ließen drei Kinder Friedenstauben in den Himmel steigen.
  • "Handschlag für den Frieden" - so heißt eine neue Kampagne der Fifa und des norwegischen Nobel-Friedenszentrums. Künftig sollen sich die Kapitäne beider Mannschaften und der Schiedsrichter vor und nach jeder Partie die Hand geben und mit dieser symbolischen Geste zu einer "besseren Zukunft" beitragen, teilte Blatter mit.
  • Die Eröffnungsshow war - ausgehend von den "Schätzen Brasiliens" - in drei Teile gegliedert: Im ersten ging es im die Natur des Landes, im zweiten um die Leidenschaft für Tanz und Musik, im dritten wurde die Liebe der Brasilianer zum Fußball thematisiert.
  • Das WM-Lied "We Are One" sangen Jennifer Lopez im grünen Glitzerkleid, Claudia Leitte im blauen und Pitbull im gelben T-Shirt. Ergab zusammen, genau, die Nationalfarben Brasiliens. Weniger stimmig war die Ton-Qualität beim Auftritt des Trios.
  • Nachdem die Musik zur brasilianische Nationalhymne schon verstummt war, sangen Zehntausende Fußballfans im Stadion einfach weiter - und rührten Präsidentin Rousseff zu Tränen.
  • Ein querschnittgelähmter junger Mann hätte in einem Spezial-Roboteranzug eigenständig auf das Spielfeld laufen und vom Mittelpunkt den WM-Ball schießen sollen. Die Aktion stand unter dem Motto "Walk again", klappte aber wohl nicht wie geplant. Der Mann stand an der Seitenlinie und kickte den Ball etwa zwei Meter auf das Feld.


Enttäuschungen:

  • Bilder von "nicht dezent gekleideten" Frauen sind wegen der islamischen Vorschriften im iranischen Staatsfernsehen verboten. Und so wurde entschieden, die Eröffnungsshow nicht zu senden. Stattdessen gab es Gewinnspiele, Ausschnitte aus älteren WM-Spielen und eine Biografie des verstorbenen brasilianischen Stürmers Mané Garrincha.
  • Chinesische Panda-Babys hätten als WM-Orakel dienen sollen, doch kurz vor dem WM-Auftakt wurde ihr Einsatz verboten. "Die Vorhersagen wurden durch die Behörden gestoppt", sagte ein Sprecher der führenden chinesischen Aufzuchtstation. Weitere Angaben machte er nicht.


Der Löw des Tages:

Bundestrainer Löw beim Training mit der deutschen Nationalelf
DPA

Bundestrainer Löw beim Training mit der deutschen Nationalelf

  • Bundestrainer Joachim Löw über seine morgendliche Jogging-Runde: "Um 6 Uhr bin ich schon wieder zurück."

aar/dpa

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