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Eklat bei Fußball-WM: Was die Fifa gegen diese Miniröcke hat

Foto: Ronald Wittek/ dpa

WM-Schleichwerbung Wenn der Rock schockt

Blonde Meisjes im knappen Outfit sind derzeit bei der WM mit Sicherheit beliebter als das Spiel der brasilianischen Mannschaft. Doch wer versucht, aus solchen Attributen Kapital zu schlagen, wird abgestraft: Wegen unerlaubter Werbung geht die Fifa jetzt gerichtlich gegen eine niederländische Brauerei vor.

Johannesburg - "Die Angelegenheit wird nun von der Justiz untersucht", sagte Fifa-Mediendirektor Nicolas Maingot am Mittwoch in Johannesburg. Am Mittwochabend konkretisierte der Fußball-Weltverband in einer Presseerklärung die Vorwürfe. So sollen zwei Niederländerinnen die Aktion koordiniert und dafür "unschuldige, einheimische Mädchen" angeheuert haben.

Die Stewards im Stadion seien durch ein Täuschungsmanöver abgelenkt worden, wodurch die Gruppe - teilweise als dänische Fans verkleidet - ihre Plätze einnehmen konnte. Zuvor seien die südafrikanischen Teilnehmerinnen regelrecht für die Aktion trainiert worden, behauptet die Fifa.

Die südafrikanische Polizei bestätigte am Mittwoch die Festnahme der beiden Niederländerinnen. Sie stünden im Verdacht, die Schleichwerbung organisiert zu haben und müssten sich vor dem Untersuchungsrichter wegen Verstoßes gegen Marketing-Regeln verantworten. Die niederländische Botschaft bezeichnete die Festnahme der zwei Frauen als "unangemessen und nicht korrekt".

Ordnungskräfte des Weltfußballverbands hätten die Frauen gut drei Stunden lang vernommen, hatte am Dienstag die Zeitung "The Star" berichtet: "Sie erklärten, wir machten illegale Werbung und (...) würden bis zu sechs Monate ins Gefängnis gehen. Die Mädels waren völlig aufgelöst, es war schlimm", sagte die Niederländerin Barbara Kastein dem Blatt.

"Nun spricht die ganze Welt über uns"

Die Bavaria-Brauerei hatte eine Gruppe von 36 Frauen in orangefarbenen Outfits zur Partie geschickt. An einigen Shirts soll das Label der Firma befestigt gewesen sein. Dies reichte der Fifa offenbar, um jetzt Anzeige zu erstatten, weil als offizieller Sponsor der WM nur die US-Biermarke Budweiser autorisiert ist, Werbung an offiziellen Schauplätzen des Turniers zu betreiben.

Die Brauerei hatte sich bereits am Dienstag gegen die Vorwürfe gewehrt, es handle sich bei dem Auftritt der Blondinen um eine konzertierte Werbeaktion. "Die Fifa hat kein Monopol auf die Farbe Orange", sagte Bavaria-Chef Peer Swinkels der niederländischen Tageszeitung "De Telegraaf". Die Menschen hätten schließlich die Freiheit zu tragen, was sie wollten. "Unsere Marke ist auf den Kleidern noch nicht einmal genannt. Aber nun spricht die ganze Welt über uns", freute sich Swinkels.

Im Zuge der Bier-Affäre verlor der frühere englische Fußballprofi Robbie Earle seinen Job beim britischen Sender ITV. Er hatte die Tickets, die er aufgrund seiner Funktion als TV-Experte erhalten hatte, angeblich an die Brauerei verkauft.

ala/dpa/sid
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