US-Comic-Superheldin Wonder Woman wird Uno-Botschafterin

Sie war 1941 die erste Superheldin der Welt, nun geht Wonder Woman in die Politik: Die Comicfigur soll bei den Vereinten Nationen Frauenbeauftragte werden - es ist wohl auch ein Signal an Homosexuelle.

"Wonder Woman"
DPA/ Leemage

"Wonder Woman"


Es gibt definitiv Jobs mit weniger Prestige: Wer im Namen der Vereinten Nationen auf die Rechte von Frauen aufmerksam macht, steht damit oft im Fokus der Weltöffentlichkeit. So prangerte die Uno-Frauenbotschafterin Emma Watson etwa bei einer Afrika-Reise vor Kurzem die Millionen Kinderehen auf der ganzen Welt an. Nun hat Watson eine neue Kollegin, und was für eine.

Die Uno will die Comic-Heldin Wonder Woman anlässlich ihres 75. Geburtstags nächste Woche zur Botschafterin für Frauen und Mädchen erklären, wie unter anderem die "New York Times" und der britische "Guardian" berichten. Bei der offiziellen Zeremonie sollen demnach Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie weitere prominente Gäste anwesend sein.

Wonder Woman ist die weltweit erste Superheldin und einer der ältesten Superhelden des US-Comicverlags DC-Comics. Sie wurde von William Moulton Marston und seiner Frau Elizabeth Holloway Marston geschaffen und trat erstmals 1941 in Erscheinung.

Kein Bewusstsein fürs Lesbischsein

Die symbolträchtige Wahl der Superheldin zur Uno-Botschafterin dürfte auch ein Signal an Homosexuelle sein. Erst vor zwei Wochen hatte Comicautor Greg Rucka in einem Interview verraten, dass Wonder Women queer sei. Rucka schreibt derzeit die Wonder-Woman-Reihe.

Allerdings sei die Sache nicht so einfach, sagte Rucka. Diana lebe als Prinzessin der Amazonen auf der Insel Themyscirain in einer paradiesähnlichen Welt, in der die Erfüllung aller Wünsche, auch der sexuellen, möglich sei. Da es aber nur Frauen gebe, gebe es folglich kein Bewusstsein fürs Lesbischsein. "Eine Amazone schaut nicht eine andere Amazone an und sagt zu ihr: 'Du bist lesbisch.' Das tun sie einfach nicht. Das Konzept existiert bei ihnen nicht."

Der Verlag DC bringt "Wonder Woman" 2017 auf die Leinwand und startete unlängst die zugehörige Heftreihe neu. Der Autor Rucka war zuvor bereits für Comics wie "Queen & Country", "Stumptown" und "Lazarus" verantwortlich und gilt als Feminist. In den vergangenen Jahren haben immer mehr weibliche Comic-Autoren, Zeichner und Redakteure originelle Frauenfiguren entwickelt.

mxw/AP



insgesamt 13 Beiträge
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testuser2 13.10.2016
1. Wonder Woman war früher hetero
Wonder Woman gab es schon früher als Comic-Ableger neben Superman und Batman. Sogar in den Zeiten, als Superman noch in jeder Lage super war und nicht wie später Alltagsprobleme hatte (außer als Clark Kent) und von männlichen Sinnkrisen erfasst wurde. Zu den Zeiten war Wonder Woman auch nicht lesbisch oder bisexuell oder queer oder asexuell sondern hatte einen männlichen Begleiter. Das ist aber wohl wie bei dem Besatzungsmitglied der Enterprise, das jetzt auch nachträglich schwul gemacht wurde oder bei Dumbledore, der von der Autorin auch erst nachträglich schwul gemacht wurde, da ja die homosexuelle Seite in den Harry Potter-Romanen zu kurz gekommen war, was nicht zeitgemäß erschien.
jewill 13.10.2016
2. Caligula
Das erinnert mich irgendwie an Caligula, der damals sein Pferd Incitatus zum Senator gemacht hat.
Erkläromat 13.10.2016
3. Die Uno will wohl mit Gewalt von niemandem mehr ernst genommen werden.
Oder ist schon wieder 1. April?
ratxi 13.10.2016
4. Das ist doch wunderbar!
Das ist doch wunderbar! Eine Frauenbeauftragte, die nicht sprechen kann, weil es sie gar nicht gibt, bietet natürlich allen Aktionsspielraum, den man braucht, um durch die zwangsläufig nötigen Interpretationen die Patriarchate dieser Welt nicht zu gefährden.
nic 13.10.2016
5.
"Erst vor zwei Wochen hatte Comicautor Greg Rucka in einem Interview verraten, dass Wonder Women queer sei." haben ihm das William Moulton Marston und seine Frau Elizabeth Holloway Marston geflüstert?
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