»Sie ist schöner, jünger, geiler« Würzburg verbietet Ballermann-Hit »Layla« auf Volksfest

Auf dem Kiliani-Volksfest darf die Prostituierte »Layla« nicht mehr besungen werden. Grund ist die Sexismuskritik an dem Chartstürmer.
Volksfest (Symbolbild): Ohne »Layla«

Volksfest (Symbolbild): Ohne »Layla«

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Würzburg hat das Abspielen des Ballermann-Hits »Layla« auf dem Kiliani-Volksfest verboten.

»Es wird sichergestellt, dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird«, zitiert die »Mainpost«  einen Sprecher der Stadt. Hintergrund sei der von Kritikern als sexistisch empfundene Liedtext.

»Layla« von DJ Robin & Schürze steht seit fast drei Wochen auf dem ersten Platz der deutschen Singlecharts und gilt vor allem bei jungen Leuten als Stimmungshit auf Volksfesten.

Bundesweit ist eine Debatte über den Liedtext entbrannt, in dem es um eine Prostituierte geht. »Ich hab 'nen Puff, und meine Puffmama heißt Layla, sie ist schöner, jünger, geiler«, heißt es da.

Die Stadt Würzburg hatte bereits mit den Volksfest-Betreibern eine Vereinbarung geschlossen, dass das umstrittene »Donaulied« – dessen Text sich um eine Vergewaltigung dreht – nicht mehr gespielt werden darf. Die Vereinbarung umfasse alle Liedtexte, die rassistische oder sexistische Inhalte haben, berichtet die Zeitung. Nun dürfe auch »Layla« auf dem Fest nicht mehr gespielt werden.

Kritik auch an der Jungen Union

Aufsehen hatte zuletzt auch die Junge Union (JU) Hessen, die Jugendvereinigung der CDU und CSU, ausgelöst, als sie das Lied auf ihrer Landestagung in Kassel spielte. In einem Video war zu sehen, wie sich unter Klatschen mehrere Delegierte zu »Layla« auf der Bühne versammeln.

Die Marburger SPD-Politikerin und Landesvorsitzende der hessischen Jusos, Sophie Frühwald, warf der JU daraufhin »blanken Sexismus« vor. Das zeige auch, wie ernst es die CDU mit der Förderung von Frauen meine. Auf Anfrage des SPIEGEL antwortete der JU-Landesvorsitzende Sebastian Sommer damals, dass »Musikgeschmäcker schon immer verschieden waren«.

Dominik de Léon, Produzent des Songs, hatte im Gespräch mit dem SPIEGEL  seine Verwunderung über den Erfolg des Lieds zum Ausdruck gebracht. »Es verwundert wahrscheinlich nicht nur uns, wie extrem gut diese Nummer nach zwei Jahren Corona, Unter­haltungsverbot und dem Krieg in der Ukraine an­gekommen ist, in Zeiten, in denen #MeToo noch in allen Köpfen steckt und die Genderdiskussion rauf und runter geführt wird«, so de Léon: »Aber wahrscheinlich ist das genau der Grund, warum die Leute den Song so begeistert feiern.«

ptz/dpa
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