Ehen in Deutschland Zahl der Scheidungen sinkt

Im vergangenen Jahr haben sich in Deutschland 166.200 Ehepaare scheiden lassen, ein Rückgang im Vergleich zu 2013. Bis es zur Scheidung kommt, dauert es länger als früher - und nur knapp die Hälfte der Geschiedenen heiratet ein zweites Mal.

Reste einer Hochzeitsdeko: 2014 gingen mehr als 160.000 Ehen in die Brüche
DPA

Reste einer Hochzeitsdeko: 2014 gingen mehr als 160.000 Ehen in die Brüche


Die Zahl der Scheidungen in Deutschland sinkt seit rund zehn Jahren: Nach neuesten Daten des Statistischen Bundesamts wurden 2014 rund 166.200 Ehen geschieden, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Den Höchststand verzeichneten die Statistiker in den Jahren 2003 und 2004. Damals wurden fast 214.000 Ehen jährlich geschieden.

Aktuell werden 35 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der folgenden 25 Jahre gelöst, teilten die Statistiker mit. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei 42 Prozent.

Die 2014 geschiedenen Ehen wurden durchschnittlich nach 14 Jahren und 8 Monaten aufgelöst. Auch hier setzte sich ein Trend fort: Ehen halten länger. Vor 20 Jahren gingen Paare, die sich scheiden ließen, im Schnitt schon nach zwölf Jahren Ehe getrennte Wege.

Bei Geschiedenen sinkt zudem die Bereitschaft, ein zweites Mal zu heiraten. Nur noch knapp die Hälfte der Geschiedenen (48 Prozent) gehe erneut eine Ehe ein, hieß es vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. 1990 lag dieser Anteil noch bei mehr als 60 Prozent.

Als Grund für den Wandel geben Forscher an, dass nichteheliche Lebensformen gesellschaftlich immer mehr akzeptiert würden. Frauen heiraten demnach häufiger ein zweites Mal als Männer, auch wenn sich die Werte in den vergangenen Jahren angenähert haben.

ulz/dpa



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