CDU-Politiker gewählt Sternberg neuer Präsident der katholischen Laien

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat einen neuen Präsidenten: Thomas Sternberg setzt als Vorsitzender von 24 Millionen katholischen Laien in Deutschland auf den Dialog mit dem Islam. Der CDU-Politiker folgt auf Alois Glück.

CDU-Politiker Thomas Sternberg (Archiv): Neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
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CDU-Politiker Thomas Sternberg (Archiv): Neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken


Der CDU-Politiker Thomas Sternberg ist neuer Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Bei der ZdK-Vollversammlung setzte sich der 63-jährige Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen gegen die 52-jährige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium, Maria Flachsbarth (CDU), durch. Erstmals standen zwei Kandidaten zur Wahl.

Sternberg erhielt laut dem kirchlichen Internetportal "katholisch.de" im ersten Wahlgang 110 Stimmen, Flachsbarth 75. Der gebürtige Sauerländer und fünffache Familienvater tritt damit für zwei Jahre die Nachfolge von CSU-Politiker Alois Glück an, der aus Altersgründen nicht erneut kandidierte.

Das ZdK ist die Dachorganisation der rund 24 Millionen katholischen Laien in Deutschland. Es ist das von der Deutschen Bischofskonferenz anerkannte Organ zur Koordinierung katholischer Aktivitäten außerhalb der Amtskirche. Eine wichtige Zukunftsaufgabe des ZdK sieht Sternberg im Gespräch mit dem Islam, wie er vor der Abstimmung sagte. "Denn solche Dialoge können diejenigen am besten führen, die in ihrem eigenen Glauben fest verwurzelt sind."

Generell müsse sich das ZdK weiter in gesellschaftspolitische Debatten einmischen, sagte Sternberg. Das wolle er künftig noch stärker tun, als es bisher der Fall war, sagte der Theologe, der derzeit das Franz-Hitze-Haus leitet, die katholisch-soziale Akademie des Bistums Münster. Sternberg gehört dem ZdK seit 1996 an, unter anderem war er jahrelang Sprecher für kulturpolitische Fragen.

Das ZdK ging aus einem 1868 gegründeten Gremium hervor, das die Katholikentage vorbereiten sollte. Bis heute organisiert es alle zwei Jahre die großen Katholikentreffen - 2016 in Leipzig. Auch zu ethischen Fragen wie Sterbehilfe oder Homo-Ehe äußert sich das ZdK regelmäßig. Der Vollversammlung gehören rund 220 Delegierte an, darunter Vertreter der Bistümer sowie verschiedener Organisationen und Verbände. Auch der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gehören dem Gremium an.

apr/dpa



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