Gruselige Krippe Zoff um Zombie-Jesus

Da kann sich "The Walking Dead" noch was abgucken: Ein Paar aus Ohio hat die klassische Weihnachtsszene von Jesus im Stall in der Zombie-Version nachgebaut. Den Behörden gefällt das gar nicht.


Das Jesuskind in der Krippe, die drei Weisen drum herum, dazu reichlich Stroh und irgendwo ein Stern - diese Szene der Geburt Jesu Christi begegnet uns in der Weihnachtszeit an jeder Ecke. Langweilig, dachte sich ein Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Ohio, und gab der Sache einen neuen Dreh: In ihrer Variante ist das Baby grün um die Nase und könnte sich mit seinen langen, spitzen Zähnchen selbst ins Kinn beißen. Zombie-Jesus wünscht frohe Weihnachten.

2014 errichteten Jasen und Amanda Dixon die schaurige Krippe zum ersten Mal in ihrem Vorgarten, inklusive Maria, Joseph und den drei Untoten Weisen unter einem Stalldach. Das Ganze war ein Werbe-Gag, um mehr Besucher in das örtliche Spukhaus zu locken, das Jason Dixon leitet.

Doch kaum war der temporäre Stall aufgebaut, begann der Ärger. Die Behörden ermahnten die Dixons: Ihnen fehle die Baugenehmigung für die Konstruktion. Es blieb bei der Androhung von Bußgeldern, zahlen mussten die Dixons nicht - dafür aber den Stall abbauen.

Sorry to my Baptist friends, they don't have much of a sense of humor. But thanks Frank Russell and Kyle Reynolds. For spending time and handing letters out on my street.

Posted by Zombie nativity scene on Sunday, December 6, 2015
Weil die Krippe 2014 viel Zuspruch in der Nachbarschaft erhalten hatte, beschloss das Paar, die Aktion in diesem Jahr zu wiederholen - mit der entsprechenden Genehmigung. Doch die Behörden lehnten den Antrag ab. Zwar gestattet das County, in dem das Paar wohnt, Sonderbauten auf Privatgrundstücken, sofern sie eine Fläche von 20 Quadratmetern nicht übersteigen. Die Gemeinde hingegen verbietet Bauten jeglicher Art in Vorgärten.

Zu spät, die Krippe stand bereits.Laut "New York Times" könnten auf die Dixons nun Bußgelder bis zu 500 Dollar pro Tag zukommen. Dennoch haben die beiden beschlossen, den Holzverschlag nicht abzubauen.

Der Kreis der biblischen Untoten ruft nicht nur die Behörden auf den Plan. Im Netz bezeichnen religiöse Kritiker die Szene als Blasphemie. Eine religiöse Vereinigung hinterließ ein Prospekt im Stall, auf dem steht: "Gott missbilligt diese Krippen-Szene."

Die Dixons halten dagegen: Der Bau habe nichts mit Religion zu tun, er sei humorvolle Kunst. Auf Facebook bitten sie um Spenden, damit sie die Zombie-Krippe im nächsten Winter ausbauen und eventuelle Bußgelder bezahlen können.

kes

Mehr zum Thema


insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mimimat 09.12.2015
1. verständlich
Ich kann die Kritik verstehen. Zombie wurde Jesus der Legende zufolge doch erst nach der Kreuzigung, nicht schon nach der Geburt.
lenti 09.12.2015
2. So
stelle ich mir Kinder von Jungfrauen vor , warum darüber entsetzt sein
pfusch-am-bau 09.12.2015
3. Hardcore
Amerikanische Hardcore-Christen in ihrer unendlichen Toleranz verstehen keinen Spaß. ..und ihre Helfer in Behörden auch nicht. Würde mich nicht wundern, wenn da jemand mit Waffengewalt seiner Meinung Ausdruck gibt. Trump läßt grüßen.
Maleficent 09.12.2015
4. Die Amis... und bei uns?
Wenn das Ding in deren (!) Vorgarten steht, was geht das denn die Behörden an? Braucht man jetzt ne Baugenehmigung dafür? Oder könnten andere Anstoß nehmen? Dann müssten aber auch unzählige andere Dekos und Schilder von den Grundstücken entfernt werden.
Max Super-Powers 09.12.2015
5.
Wenn sich hier jemand über Religion lustig macht, dann ist es Kunst. Einen Artikel weiter oben wird Galle gespuckt, weil ein Boxer Homosexualität verbieten lassen will. Wo liegt der Unterschied? Beides Meinungen, die eigentlich frei vertreten werden sollten im Rahmen der Meinungsfreiheit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.