Zwei Jahre nach Todesfall Das Erdloch von Florida hat sich wieder geöffnet

Vor rund zwei Jahren öffnete sich im US-Bundesstaat Florida die Erde. Der Krater verschlang einen Mann, die Leiche wurde nie gefunden. Die Gemeinde ließ das Loch zuschütten, doch nun ist es wieder da.

AP/Hillsborough County Sheriffs Office

Es sind grausame Nachrichten für die Angehörigen von Jeff Bush. Der Mann aus Seffner im US-Bundesstaat Florida kam 2013 ums Leben, als sich unter seinem Haus ein riesiges Erdloch auftat. Bis heute wurde Bushs Leiche nicht gefunden.

Nach dem Todesfall wurde das Erdloch zugeschüttet und das Haus abgerissen. Der Bezirk Hillsborough kaufte das Grundstück und das angrenzende Haus - um sicherzugehen, dass niemand zu nah an der Unglücksstelle lebt. Jetzt hat sich das Loch wieder aufgetan, wie der US-Sender CNN berichtet.

Die Behörden haben demnach einen Ingenieur an die Stelle geschickt, um etwaige Sicherheitsrisiken festzustellen. Er gab Entwarnung: Anwohner seien nicht in Gefahr. Das Loch habe einen Durchmesser von rund sechs Metern und sei etwa genauso tief.

Es handele sich um die selbe Ingenieursfirma, die das Loch bereits 2013 in Augenschein genommen habe, berichtet die "Tampa Bay Times". Der Zeitung zufolge sollen Kies und Wasser gleichzeitig ins Loch gegossen werden. Man hoffe, dass das Füllmaterial sich dadurch besser verdichte und die Wahrscheinlichkeit eines späteren Abrutschens verringert werde.

Für die Familie von Jeff Bush werden durch den Vorfall traurige Erinnerungen wach. "Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht daran denke", sagte Jeremy Bush CNN. Er hatte im Februar 2013 versucht, seinen Bruder zu retten. Er grub so lange in dem Erdloch, bis die Polizei ihn stoppte. "Ich konnte ihn nicht rausholen. Ich habe es so sehr versucht. Ich habe alles getan, was ich konnte", sagte Bush damals.

Laut "Tampa Bay Times" war starker Dauerregen wohl die Ursache für das erneute Abrutschen der Erde in Seffner.

Nach Angaben der Behörde für Umweltschutz sind Erdlöcher in den Küstenregionen Floridas ein weit verbreitetes Problem. Der Untergrund wird von Wasser aufgeweicht und schließlich weggespült. Der Bezirk Hillsborough liegt an der Westküste des Bundesstaates und ist Teil einer Gegend, die "sinkhole alley" genannt wird, frei übersetzt: "Erdloch-Pfad".

Selten sind die Folgen jedoch so tragisch wie für Familie Bush. Ein Geologe hatte der Zeitung "Orlando Sentinal" nach dem Unglück gesagt, Todesfälle durch Erdlöcher seien "extrem selten".

Video vom März 2013: Mann in Erdloch vermisst

Ob durch Regen, Bergbau oder kaputte Wasserleitungen - immer wieder gibt weltweit plötzlich der Boden nach. Sehen Sie selbst:

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Spektakuläre Erdlöcher: Und plötzlich sackt der Boden ab

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