Geständnis Genervter Enkel erstach seine Oma

Ein 15-Jähriger soll seine 69 Jahre alte Großmutter mit einem Küchenmesser erstochen haben. Sie habe ihn genervt, sagte der Jugendliche vor Gericht.


Münster/Ahaus - Der geständige Täter muss sich seit Dienstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Landgericht Münster verantworten. Laut Anklage soll der Jugendliche am 29. Mai im westfälischen Ahaus seine Großmutter mit einem 20 Zentimeter langen Messer erstochen haben. Zum Prozessauftakt wiederholte der 15-Jährige sein bereits bei der Polizei abgelegtes Geständnis.

Das Familiendrama hatte die Polizei mehrere Tage lang in Atem gehalten. Einen Tag nach der Tat hatte ein zweiter, 18-jähriger Enkel seine Oma blutüberströmt in der Dachgeschosswohnung des Einfamilienhauses gefunden. Zu dem Zeitpunkt war der 15-Jährige bereits mit dem Auto seiner Eltern geflüchtet. Eine Fahndung blieb zunächst ohne Erfolg. Fünf Tage später wurde der mutmaßliche Täter im baden-württembergischen Pforzheim festgenommen, nachdem er in einem Restaurant die Rechnung nicht bezahlen konnte.

In den Vernehmungen gab der 15-Jährige an, die Großmutter habe ihn genervt und ständig an ihm herumgenörgelt. Laut Anklage näherte er sich seiner Großmutter von hinten und attackierte sie mit mehreren Messerstichen. Die 69-Jährige flüchtete noch in die Küche und wehrte sich, doch ihr Enkel habe weiter auf sie eingestochen. Danach habe er mit seinen Eltern gemeinsam ferngesehen, sagte der 15-Jährige später den Ermittlern. Erst als Vater und Mutter zu Bett gegangen seien, sei er geflüchtet.



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