Gesundheitschecks in Bielefeld Innenministerium stoppt Brustuntersuchungen bei Polizistinnen

Ein Polizeiarzt in Bielefeld untersuchte Polizistinnen auf Brustimplantate, wenn ihre Fahrtauglichkeit festgestellt werden sollte. Sie mussten ihre BHs ablegen. Damit ist nun Schluss: Das Innenministerium hat die Praxis untersagt.


Düsseldorf/Bielefeld - Polizistinnen in Bielefeld müssen bei dienstlichen Gesundheitschecks künftig ihre BHs nicht mehr ausziehen. Das hat ein Polizeisprecher am Mittwoch angekündigt. Bislang hatten die Frauen den BH ablegen müssen, weil der Polizeiarzt sie bei Fahrtauglichkeitskontrollen auf Brustimplantate untersucht habe, wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) berichtet hatte.

"Implantate haben mit der Fahrtauglichkeit aber nichts zu tun", kritisierte ein GdP-Sprecher am Mittwoch. Das sieht auch das Innenministerium in Nordrhein-Westfalen so und stoppte die Implantat-Suche.

Noch am Montag hatte die Bielefelder Polizeipräsidentin Katharina Giere erklärt, die Untersuchungen entsprächen bewährten Standards: "Unter anderem ist die Überprüfung des Tragens von Brustimplantaten im Rahmen der Untersuchungen geboten, da dies nach gültiger polizeilicher Vorschriftenlage zur Feststellung der Polizeidienstunfähigkeit führt."

"Das stimmt nicht", entgegnete der GdP-Sprecher. Nur in Bielefeld hätten Fahrtauglichkeitstests für Kontrollen auf Brustimplantate herhalten müssen. Diese seien aber lediglich bei den Einstellungsuntersuchungen ein Kriterium, weil Implantate dort ein Hindernis darstellen können. Der Polizeisprecher in Bielefeld betonte, die Beamtinnen seien nicht abgetastet worden. Voraussichtlich im Januar wird sich der Innenausschuss des Landtags mit dem Fall befassen.

bim/dpa



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