Gesundheitsgefahren Verseuchtes Wasser und Massenpsychosen

"Katrina“ ist vorbeigezogen, doch die Gefahr für die Menschen in dem Krisengebiet ist noch nicht vorbei. Experten sehen nun vor allem gesundheitliche Risiken. Folgende Risiken müssen Helfer nach Naturkatastrophen wie jetzt in den USA im Blick haben.


Wasser

: Die größte Gefahr sehen die Katastrophenschützer im Trinken von verschmutztem Wasser. Vielerorts sei durch "Katrina" die Trinkwasserversorung zusammen gebrochen, und die Vorräte an Mineralwasser reichten nicht aus. Die meist stehenden Wassermassen im Krisengebiet seien jedoch kontaminiert. Weil die Kanalisation durch den Wirbelsturm überflutet wurde, schwimmen Fäkalien im Wasser. Auch durch Tierkadaver gelangen Keime ins Wasser. Wer das mit Bakterien verseuchte Wasser trinkt, muss mit Durchfall oder schweren Magen-Darm-Infekten rechnen. Möglicherweise sind auch Tanks leckgeschlagen und Chemikalien ausgetreten, so dass Vergiftungen drohen. Die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser ist nach Ansicht von Experten daher die wichtigste Aufgabe.

Müllberge: Weil die Müllentsorgung nicht funktioniert, sammeln sich nach Katastrophen in den betroffenen Gebieten Massen an Unrat und Trümmer an. Dies ist wiederum ein ideales Umfeld für Ratten, die Infektionen übertragen können.

Schlamm: Wenn das Wasser aus dem Krisengebiet abgeflossen ist, bleibt kontaminierter Schlamm zurück. Darin können sich laut dem leitenden Katastrophenhelfer beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), Joachim Müller, Moskitos hervorragend vermehren, die Krankheiten wie Malaria oder das Dengue-Fieber übertragen können. Nach Ansicht der Katastrophenschützer ist die Gefahr jetzt in den USA allerdings eher gering, weil die Region kein klassisches Gebiet für diese Krankheiten ist.

Massenpsychosen : Auch die psychischen Auswirkungen von Naturkatastrophen dürfen nach Ansicht der Experten nicht unterschätzt werden. Die in Notunterkünften hausenden Menschen leben in Unsicherheit und Angst um ihre Angehörigen sowie um ihr Hab und Gut. Vor allem in geschlossenen Notunterkünften wie dem Football-Stadion "Superdome" besteht nach Auffassung der Katastrophenschützer die Gefahr von Massenpsychosen. Wolfgang Mayrhofer vom Malteser Hilfsdienst verweist auch darauf, dass viele sozial schwach gestellte US-Bürger nicht versichert sind und der Verlust von Eigentum somit eine umso größere psychische Belastung darstellt.

AFP



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