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09. Juni 2007, 14:36 Uhr

Gewitter-Warnung

Drei Tote nach Unwetter in der Schweiz

Beschädigte Häuser, zerstörte Brücken und drei Tote: Bei heftigen Unwettern im Raum Bern sind in der Schweiz drei Menschen ums Leben gekommen. Meteorologen warnen vor weiteren heftigen Gewittern am ganzen Wochenende – auch in Teilen der Bundesrepublik.

Bern - Eine Rentnerin starb am späten Freitagabend in ihrer Wohnung im Kanton Bern, nachdem ihr Haus innerhalb von Sekunden durch einen Sturzbach überflutet worden war. Sie habe keine Chance gehabt, wie die Berner Kantonspolizei mitteilte. Ein Ehepaar wurde in Huttwil nordöstlich von Bern von den Wassermassen des Flusses Langete mitgerissen und ertrank. Die Frau wurde noch am Freitagabend, ihr Ehemann am Samstagmorgen tot aufgefunden. Wie die Polizei weiter mitteilte, konnte der Sohn des Paares gerettet werden.

Langete bei Eriswil: Kleiner Fluss riss Menschen mit
DPA

Langete bei Eriswil: Kleiner Fluss riss Menschen mit

Nach sintflutartigen Regenfällen trat ein Großteil der Bäche in der Region Bern über die Ufer. Die Strömung riss Holz, Autos und Hausrat mit sich. Brücken wurden unterspült und zerstört, Keller standen unter Wasser. Die Rettungskräfte mussten sechs Familien aus ihren Häusern evakuieren. Jetzt sind rund 500 Gebäude beschädigt und zum Teil einsturzgefährdet.

Die Gewitter entluden sich über weiten Teilen des Mittellands. Die Polizei erhielt rund 50 Schadensmeldungen. Bei Huttwil und in Eriswil rissen Hochwasser führende Bäche Brücken weg, Häuser und Straßen wurden überflutet. Die Feuerwehren standen im Großeinsatz.

Gewitterwarnung auch für die Bundesrepublik

Nach einer ersten Schätzung wird der Sachschaden etwa 12 Millionen Euro (20 Millionen Franken) betragen. Bewohner der Region berichteten, sie hätten noch nie Gewitter solchen Ausmaßes erlebt. Meteorologen erwarten weitere Unwetter – auch in weiten Teilen der Bundesrepublik.

Dabei müsse am Samstag und Sonntag mit Starkregen, teilweise auch mit Hagel und schweren Sturmböen gerechnet werden, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Die Gewitter ziehen demnach zuerst im Südwesten und Westen auf. Lediglich der äußerste Norden bleibe davon unberührt.

Eine Abkühlung des schwülwarmen Wetters ist laut Vorhersage in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.

stx/AFP/AP/dpa

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