Urteil in Gießen Schwere Hirnschäden nach Operation - Gericht spricht Mann 800.000 Euro zu

In Folge einer Nasenbein-OP trug ein Mann aus Gießen vor sechs Jahren schwere Hirnschäden davon. Für den Behandlungsfehler wurde er nun ein weiteres Mal entschädigt.

Im Landgericht Gießen wurde ein Urteil gesprochen
DPA

Im Landgericht Gießen wurde ein Urteil gesprochen


Das Landgericht im hessischen Gießen hat einem Mann ein Schmerzensgeld von insgesamt 800.000 Euro zugesprochen. Das Opfer hatte durch einen Behandlungsfehler bei einer Routineoperation schwere Hirnschäden davongetragen. Wie das Gericht mitteilte, hielten die Richter in dem von der Familie des Manns angestrengten Zivilprozess gegen den Betreiber des Krankenhauses eine Zahlung von weiteren 300.000 Euro für angemessen. 500.000 Euro hatte die Familie demnach bereits erhalten.

Die Familie forderte in dem Verfahren weitere 500.000 Euro, was das Gericht als zu hoch bewertete. Weitere 300.000 Euro hielt es mit Blick auf die schwere Schädigung des Klägers aber für berechtigt. Dieser sei zu einem selbstbestimmten Leben nicht mehr in der Lage. Dazu komme sein noch sehr junges Lebensalter. Laut "Gießener Allgemeine" handelt es sich um den höchsten Betrag in einem solchen Fall, den ein Gericht jemals verhängt habe.

Der Eingriff erfolgte 2013. Bei dem damals 17-jährigen Kläger waren bei der Operation wegen eines Nasenbeinbruchs die Schläuche des Beatmungsgeräts falsch angeschlossen worden. Dadurch wurde sein Gehirn fast eine halbe Stunde nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt und schwer geschädigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

bam/AFP

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