Prachtbau aus Holz in Niedersachsen Gorbis Glockenpalast steht zum Verkauf

In den Neunzigern legte Michail Gorbatschow mit seiner Frau den Grundstein, nun ist der Gifhorner "Glockenpalast" zu haben - für ein paar Milliönchen. Das Gebäude ist ungewöhnlich, in jeder Hinsicht.

Sina Schuldt/DPA

In der niedersächsischen Provinz steht ein extravagantes Gebäude zum Verkauf: der sogenannte Glockenpalast, für den der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und dessen Frau Raissa 1996 den Grundstein legten.

Für den Prachtbau aus Holz in Gifhorn wird ein Käufer gesucht, sechs Jahre nach der Eröffnung des Gebäudes. Auf mehreren Internet-Immobilienportalen wird der Palast für einen Mindestpreis von 4,8 Millionen Euro beworben, eine Maklerin bestätigte das Angebot auf Anfrage. Zum aktuellen Stand sowie zum Grund für den angestrebten Verkauf äußerte sie sich nicht.

Nach etwa 16 Jahren Bauzeit war der Holzpalast, der verschiedene russische Baustile vereint, im Mai 2013 eröffnet worden. Herzstück ist eine riesige, voll funktionsfähige und mit imposanten Wandgemälden ausgestaltete Glockengießerei.

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Glockenpalast in Gifhorn: Ein Traum aus Holz

Der Gründer des benachbarten Internationalen Mühlenmuseums, Horst Wrobel, hatte den Holzpalast 2013 in der Hoffnung eröffnet, Kunsthandwerkern aus Ost- und Westeuropa ein Ausstellungsforum zu bieten. Dieser Plan ist möglicherweise vorerst gescheitert.

mxw/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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koves 13.09.2019
1. Leuchte, kauft mehr Glocken!
Und ihr deutschen (und europäischen) Bauordnungsämter: schützt uns vor sinnlosen Gebäuden und damit vor einer Zersiedelung und Rohstoff-Verschwendung, die die Welt nicht braucht und sich schon lange nicht mehr leisten kann und dem Steuerzahler letztlich unnötig Geld kosten!
kraftix 13.09.2019
2. Kosten?
Wieviel hat's gekostet? Wer hat's bezahlt? Welcher deutsch Politiker hat es durchgedrückt?
stephan.huber1 13.09.2019
3. Zielgruppe bereits gefunden
Bietet dieses Machwerk doch irgendeinem russischen Oligarchen zu Kauf an. Die schwärmen doch in aller Regel für so geschmacklosen Pomp wie Fliegen um den Sch….haufen. Hauptsache es ist schön teuer.
Augustusrex 13.09.2019
4. an Koves und kraftix
Lesen bildet und informieren kostet praktisch nichts. Kein Steuerzahler wurde in Anspruch genommen und kein Politiker hat es "durchgedrückt": "Im April 1997 begann Horst Wrobel auf eigenes finanzielles Risiko, sowie auf das des Internationalen Mühlenmuseums, mit dem Bau des Europäischen Kunsthandwerker-Institutes, wobei er zunächst eine Bauzeit von zwei Jahren veranschlagte. Mangels öffentlicher Unterstützung (entgegen seinen Erwartungen gab es keine Förderung durch Stadt und Landkreis Gifhorn, Land Niedersachsen und Bund bzw. Europäische Union) musste das Projekt jedoch in kleinere Bauabschnitte unterteilt werden und bis zur Fertigstellung war es ein weiter Weg. Auch der Förderverein war letztlich nicht in der Lage, sich an den Baukosten zu beteiligen." Aber klar, labern ist natürlich einfacher.
koves 17.09.2019
5. Information kosten auch (fast) nichts...
Zitat von AugustusrexLesen bildet und informieren kostet praktisch nichts. Kein Steuerzahler wurde in Anspruch genommen und kein Politiker hat es "durchgedrückt": "Im April 1997 begann Horst Wrobel auf eigenes finanzielles Risiko, sowie auf das des Internationalen Mühlenmuseums, mit dem Bau des Europäischen Kunsthandwerker-Institutes, wobei er zunächst eine Bauzeit von zwei Jahren veranschlagte. Mangels öffentlicher Unterstützung (entgegen seinen Erwartungen gab es keine Förderung durch Stadt und Landkreis Gifhorn, Land Niedersachsen und Bund bzw. Europäische Union) musste das Projekt jedoch in kleinere Bauabschnitte unterteilt werden und bis zur Fertigstellung war es ein weiter Weg. Auch der Förderverein war letztlich nicht in der Lage, sich an den Baukosten zu beteiligen." Aber klar, labern ist natürlich einfacher.
Dass die Zersiedelung ein großer Kostenfaktor ist, indem die Kosten für die Infrastruktur auf Ottonormalbürger umgelegt werden, ist offenbar vielen nicht klar. Noch weniger aber, dass jedes Gebäude durch Flächenfraß und Rohstoffverschwendung den Naturhaushalt unsere Planeten belasten. Und der gehört allen Erdenbürgern, auch Ihnen und mir. Und es wäre nicht das erste Gebäue, dass durch Besitzaufgabe an die Kommune fällt und diese für den Abriss aufkommen muss - wer möchte denn ein solch furchbares und architektonisch wertloses Gebäude schon erhalten!?!
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