Brandenburg Problemstorch Ronny attackiert Nerven und Autos von Dorfbewohnern

Fenster und Türen bleiben geschlossen, Autos werden umgeparkt: Seit Mai tyrannisiert ein Storch die Bewohner im brandenburgischen Glambeck. Und die müssen das Problem aussitzen, bis der Storch den Abflug macht.

Storch in Glambeck
DPA

Storch in Glambeck


Im brandenburgischen Glambeck nennt man das Problem beim Namen: Ronny heißt es. Und Ronny nervt bereits seit seinem Einzug. Anfang Mai ist der Storch im Dorf Glambeck gelandet und tyrannisiert die Bewohner seitdem mit seiner Selbstbezogenheit.

Wann immer Ronny sein Spiegelbild sieht, hackt er darauf ein. Ob Fensterscheibe oder dunkler Autolack, der Storch ruiniert den Lack und die Nerven der Dorfbewohner.

Inzwischen haben sie kapituliert. "Die Autos stehen eben nicht mehr draußen", sagte Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase. Fenster und Glastüren blieben im Zweifel geschlossen.

Das zerstörerische Verhalten des Storchs geht laut Naturschützern, auf die sich die "Süddeutsche Zeitung" beruft, auf Liebeshormone zurück. Die haben bis dato aber nicht nur Lackschäden verursacht, sondern auch schon eine Beziehung ruiniert.

Ronny habe im Juni das Männchen des bereits im Dorf brütenden Storchenpärchens vertrieben. Verantwortung übernahm er dann aber offenbar nicht. Die Mutter habe ihr Junges größtenteils allein aufgezogen, berichtete die Ortsvorsteherin.

Die Glambecker sehnen sich nun dem August entgegen: Spätestens dann fliegen die Störche wieder nach Süden. "Alle hoffen, dass er sich nicht so wohlfühlt, dass er nächstes Jahr wiederkommt", sagte Peltzer-Blase.

sun/dpa

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insgesamt 121 Beiträge
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thiotrix 25.07.2016
1. Eine Ladung Schrot würde das Problem sofort lösen...
In einem halbwegs funktionierenden Gemeinwesen würde man dieses Problem mit einer Ladung Schrot lösen. Nur in vormodernen, archaischen Gesellschaften gibt es heilige Tiere, die absolut unantastbar sind. In Deutschland leben nun mal 220 Menschen auf einem km² - und da muß der Natur manchmal Grenzen gesetzt werden, auch wenn irgendein durchgedrehtes Tier wie dieser Problemstorch zu einer Spezies gehören mag, die auf der Roten Liste steht. Da immer mehr offenbar gelangweilte und übersättigte Wohlstandsbürger zu Tiervergötterung und Menschenhass neigen, ist das in Deutschland leider nicht mehr möglich. Letzte Hoffnung: eines der ebenso zahlreichen wie unsinnigen Windräder macht dem Problemstorch und seinen Macken ein Ende.
helmutholz 25.07.2016
2. Problemstorch
Ich argumentiere fast wie "thiotrix". Wir haben seit mehr als 600 Jahren eine geschaffene Kulturlandschaft, die es zu erhalten gilt. Der Storch ist keinesweges die Krone der Schöpfung. Wenn er sogar seine eigene Artgenossen terrorisiert, gehört wie bei Terroristen verfahren: Ein drittes Nasenloch ist recht hilfreich.
Greggi 25.07.2016
3. Also ich würde vorschlagen ...
dass die Dorfbewohner nicht täglich ihre dunkelfarbenen Autos waschen und hochglanzpolieren, sondern sich selbst. Dann sieht sich Adebar auch nicht im Spiegelbild und alles ist gut. Und die aus den Fünfzigern erhaltenen Einfach-Glasscheiben mal gegen Doppelglasfenster austauschen und Ronny fällt nach dem ersten Hack (gegen die Doppelglasscheibe) bewusstlos um. Die Viecher sollen schmecken (allerdings nur mit Bautzner Senf und Maronenfüllung) ... Mahlzeit!.
Herr-B. 25.07.2016
4. Völlig richtig...
@thiotrix Aber warum beim Storch Halt machen? Die dämliche Töle meiner Nachbarin *der bellt nur, der beißt nicht* geht mir jeden Sonntag so dermaßen auf den Geist, dass ich schon öfter versucht war, meinen anderen Nachbarn - seines Zeichens Oberförster a.D. und passionierter Jäger - um seinen Drilling zu bitten. Aber was kann das Tier dafür? Spätestens bei den Hundehaufen, die ich regelmäßig - in diversen Konsistenzen und Größen - auf meinen 600 Quadratmetern Garten auffinde, richtet sich meine Empörung direkt gegen *Herrchen* oder *Frauchen*, die sich angesichts meiner Kritik gegenüber ihrer *Gassi-Gewohnheiten* nicht entblöden auch noch frech zu werden. Auch dieses Problem ließe sich, sagen wir, mit einer Ladung Rehposten erledigen. Und wo wir schon dabei sind: In unmittelbarer Nachbarschaft lebt ein, nun, sagen wir *Mensch*, der jedes zweite Wochenende mittels Laubsauger welke Blätter von seiner ekelerregenden Kirschlorbeerhecke saugt, ein Dutzend Mal am Tag sein blechernes Garagentor zuknallt und, wenn er mal nichts zu tun hat, seine Alte anbrüllt. Hier zur Schusswaffe zu greifen scheint mir zwar etwas übertrieben, aber mit dem Spaten wäre ich da nicht so zimperlich. Das ist wahre Freiheit; wenn sich die Gestaltung der eigenen Lebensumwelt nicht nur auf das eigene Heim beschränkt. Die blöde Katze, die in mein Blumenbeet scheißt, wird mittels mit Gift präparierter Hühnerleber ins Jenseits befördert, die Vögel, die mir meine Kirschen und Beeren wegfressen bekommen es auf die italienische Art mit Leimruten und Vogelfallen zu tun. Und für die plärrenden Kinder aus der Nachbarschaft wird mir auch noch was einfallen...
hdudeck 25.07.2016
5. Ich moechte die Anwohner loben,
die soviel Geduld haben, das Problem auszusitzen. Den anderen beiden Vollposten im Forem vor mir kann ich nur wuenschen, das niemand auf die Idee kommt, das Gleiche uber diese Beiden zu denken. Ach, uebrigens, Storche gehoeren gerade in unsere Kulturlandschft, es werden sogar Nistgelegenheiten zur Verfuegung gestellt. Und da ich mir gerade so die Inteligenz der Foristen so vorstelle, eine Frage auf deren Niveau: Wie sollen denn die Babies kommen, wenn es keine Stoerche mehr gibt????
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