Fund einer ehemaligen Nachbarin Glasmurmeln von Anne Frank aufgetaucht

Kurz bevor Anne Frank 1942 in ihr Amsterdamer Versteck ging, schenkte sie dem Nachbarmädchen Toosje Kupers persönliche Schätze. Etwas davon blieb bis heute in Kupers' Besitz: ein paar Glasmurmeln. Nun sind sie in Rotterdam zu sehen.

Diederik Schiebergen

Amsterdam - Fast 70 Jahre nach ihrem Tod sind Glasmurmeln von Anne Frank aufgetaucht. Kurz bevor sie zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester am 6. Juli 1942 in einem Versteck vor den Nazis untertauchen musste, hatte die damals 13-jährige Frank einem Nachbarmädchen in Amsterdam eine Blechkiste zur Aufbewahrung gegeben. Darin befanden sich ein Puppen-Tee-Service, ein Buch und einige Glasmurmeln, wie die Anne-Frank-Stiftung am Montagabend in Amsterdam mitteilte.

Diese Nachbarin, Toosje Kupers, ist heute 83 Jahre alt. Nach dem Krieg wollte sie die kleinen Schätze Annes Vater Otto Frank übergeben. Er hatte als Einziger der Familie die Konzentrationslager überlebt. "Die Murmeln durfte ich behalten", sagte Kupers im niederländischen Fernsehen.

Jahrelang habe die kleine Blechkiste seitdem im Schrank gestanden. Erst bei einem Umzug habe sie diese entdeckt und dem Amsterdamer Anne-Frank-Haus übergeben. Jetzt sind die Murmeln erstmals zu sehen: in einer Ausstellung der Kunsthalle Rotterdam über den Zweiten Weltkrieg.

jka/dpa

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