Wetterwisser Jörg Kachelmann »Glauben Sie nicht an die üblichen ›Hitzetipps‹«

Die Woche startet mit drei heißen Tagen, bis zu 40 Grad sind möglich. Jörg Kachelmann warnt vor den üblichen »Fenster zu«-Ratschlägen; stattdessen sei steter Durchzug wichtig. Fünf Fragen an den Wetterexperten.
Menschen am Echinger See in Bayern. Wetterexperte Jörg Kachelmann warnt: »Glauben Sie nicht an die üblichen ›Hitzetipps‹ von Medien und Behörden«

Menschen am Echinger See in Bayern. Wetterexperte Jörg Kachelmann warnt: »Glauben Sie nicht an die üblichen ›Hitzetipps‹ von Medien und Behörden«

Foto: Sven Hoppe / dpa

Wie sieht’s aus?

Es gibt von Montag bis Mittwoch drei heiße Tage in Deutschland. Keine Rekordhitze, aber die Höchstwerte wahrscheinlich in den oberen 30ern, eine einzelne 40 ist nicht unmöglich.

Die Modelle haben sich ziemlich angeglichen , man kann für jeden Ort sehen, wo man etwa für welchen Ort wo landet und ob es noch Unsicherheiten gibt.

Wie ist das zu erklären?

Die Haupt-Hitzeblase zieht über Frankreich und die Britischen Inseln. Dort wird es bei ablandigem Wind selbst an der bretonischen und normannischen Küste sowie vor allem im Osten der Britischen Inseln rund um die Grafschaft Nottinghamshire Temperaturen bis zu 40 Grad und womöglich ein bisschen drüber geben.

Das sind für Nordwest- und Nordfrankreich sowie für Großbritannien Hitzerekorde seit Beginn von Messungen.

Wie geht’s weiter?

Die längliche Blase schwenkt dann langsam in unsere Richtung, schlafft etwas ab und macht am Dienstag den Hitzehöhepunkt im Westen, am Mittwoch im Osten Deutschlands. In einer Woche ist eine neue Hitzebemühung denkbar, aber die Unsicherheiten sind noch groß, wie man in den 14-Tage-Trends sieht .

Was sollte ich tun?

Glauben Sie nicht an die üblichen »Hitzetipps« von Medien und Behörden. Damit Oma und Opa überleben, brauchen sie steten Durchzug und je mindestens einen Ventilator vor die Nase. Lesen Sie zum Thema .

Nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass Hitze keine Waldbrände erzeugt. Es braucht 250–300 Grad, damit Vegetation brennt. Alle Waldbrände, die in diesen Tagen entstehen, kommen durch fahrlässige oder intentionale Brandstiftung. Auch Glasscherben können kein Feuer machen, das ist nur eine lustige Räubergeschichte aus dem Frühmittelalter, mit der die Polizei Ermittlungsaufwand sparen möchte.

Und was tun Sie?

Ich lese die »Hitzetipps« von Medien und Behörden, die realiter aktive Sterbehilfe für alte Menschen sind und von den angeblichen Bränden, die durch die Hitze entstehen. Ich überlege, ob ein Beißholz oder ein Brechbecherchen die bessere Coping-Strategie ist.

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