Fotostrecke

"Germany's Next Topmodel": Chaos in Mannheim

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Bericht zu "GNTM"-Abbruch Insider berichtet von früherer Räumung des VIP-Bereichs

Wer war der Mann mit der Prinz-Eisenherz-Frisur? Und warum wurde der Zuschauerbereich nicht sofort geräumt? Der Bericht eines Mitarbeiters wirft Fragen zur Bombendrohung bei "Germany's Next Topmodel" auf.

21.30 Uhr vor dem Fernseher. Es läuft das Finale von "Germany's Next Topmodel". Eigentlich. Denn die Zuschauer haben allen Grund, sich zu wundern, warum sie binnen sehr kurzer Zeit schon das zweite Mal in die Werbepause geschickt werden.

Schließlich werden die "Topmodel"-Gucker vertröstet: Wegen "technischer Probleme" sei das Finale unterbrochen - so heißt es in einer Bauchbinde zum mittlerweile ersatzweise gestarteten Spielfilm.

In Mannheim laufen unterdessen chaotische Szenen ab. Ein Mitarbeiter, der sich während des Abbruchs des Finales im Backstage-Bereich aufgehalten hat, berichtet SPIEGEL ONLINE, er habe mitbekommen, wie Heidi Klum, die Showmasterin und Modelmutter der Sendung, hinter die Bühne gestürmt kam.

Sie habe hinter einem Mann hergerufen: "Kommen Sie sofort zurück, spinnen Sie?!" Dabei habe sie laut geschrien, ein Tross von Security-Menschen sei ihr und dem unbekannten Mann hinterhergerannt. Von dem Zwischenfall will man bei ProSieben jedoch nichts wissen: "Es gab keinen Disput", teilte der Sender am Folgetag auf Anfrage mit.

Heidi Klum soll die Arena laut dem Insider unmittelbar danach bereits verlassen haben. Die Jury - samt Thomas Hayo und Wolfgang Joop - soll an einem geheimen Ort untergebracht worden sein. Dem Informanten zufolge sei die Drohung wohl gegen die Jury gerichtet gewesen.

Hinterher, so erzählt der Insider, habe er aus seinem Umfeld erfahren, dass der Mann, dem Klum hinterherschrie, zuvor im Publikum gesessen habe - "mit einer Frisur wie Prinz Eisenherz", ein Helm aus Haar um den Kopf. Laut dem Informanten wurde der Mann verdächtigt, die Bombendrohung ausgesprochen zu haben. Dies stellt sich jedoch als falsch heraus: Laut Polizei ging die Bombendrohung von einer Anruferin aus, die ProSieben mit einem Sprengsatz in der Arena drohte. Der Sender teilte via Twitter mit, es gebe keinen "Prinz Eisenherz".

Die Zuschauer in der Halle wurden laut dem Insider erst lange nach den Mitarbeitern und VIP-Gästen im Backstage- und VIP-Bereich aufgefordert, die Halle zu räumen. Zunächst sei auch ihnen von einer "technischen Störung" berichtet worden, erst etwa 20 Minuten nach dem Abbruch sei mit der Evakuierung der Halle begonnen worden, sagt der Insider unter Berufung auf einen Publikumsgast.

Der ist mit seiner Verwunderung offenbar nicht allein. Auch die Nachrichtenagentur dpa berichtet, dass sich Zuschauer über die Art der Räumung der Halle geärgert hätten. "Wenn die 10.000 Menschen verrecken, ist es nicht so schlimm, wie wenn die Promis verrecken", sagte demnach eine 23-Jährige aus Ludwigshafen.

Offiziell bekannt gab der Sender die Bombendrohung erst um 22.30 Uhr. Mit der späten Information wollte er offenbar eine Massenpanik verhindern.

Der Insider selbst hat die Evakuierung des Publikumsbereichs erst auf dem Parkplatz erlebt. Dort soll es sehr chaotisch zugegangen sein. Als die Security die Besucher immer wieder laut aufforderte, auch das Gelände vor der SAP-Arena zu räumen, soll es teils sehr hektisch und bisweilen panisch zugegangen sein.

Laut ProSieben hat ein Krisenstab aus Polizei und Security entschieden, wie die Halle evakuiert wird. Es habe keine Verletzten gegeben, twitterte der Sender unter Berufung auf den Sanitätsbericht der Arena.

Video: Amateuraufnahmen von der Evakuierung der SAP Arena

SPIEGEL ONLINE
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.