Goldene Kamera ehrt Klimaaktivistin Greta Thunberg – und verschenkt danach ein SUV 🤦🏼‍♂️

Nein, einfach nein.
Foto: Hannibal Hanschke / Reuters Pool / dpa

Dieser Beitrag wurde am 01.04.2019 auf bento.de veröffentlicht.

Greta Thunberg ist die momentan wohl bekannteste 16-jährige der Welt. Die schwedische Klimaschutzaktivistin ist als Initiatorin der Protestbewegung "Fridays for Future" unter anderem für den Friedensnobelpreis nominiert. (SPIEGEL ONLINE) Ihre Bekanntheit macht sie zum beliebten Stargast auf europäischen Show-Bühnen. So ehrte auch der Fernsehpreis "Goldene Kamera" Thunberg am Samstag mit dem eigens dafür kreierten "Sonderpreis Klimaschutz". 

Die Aktivistin war am Tag vor der Verleihung zusammen mit 25.000 anderen durch Berlin marschiert und hatte dort eindringlich politische Lösungen für den Kampf gegen klimaschädliche Emissionen gefordert. (Tagesspiegel )

Auch in ihrer Dankesrede am Samstag mahnte sie, in Richtung der anwesenden Fernsehprominenz: 

"Ihr habt Einfluss auf Milliarden von Menschen. Nutzt eure Stimmen, um der Welt zu vermitteln, dass unser Haus in Flammen steht. Ohne euch schaffen wir es nicht."

Thunberg fragte außerdem, ob Klimawandel bei Stars ein unbeliebtes Thema sei, weil sie durch Maßnahmen dagegen nicht mehr so einfach zu "ihren Lieblingsrestaurants, Stränden oder Yogakursen" fliegen könnten. Ihren Preis widmete sie den Protestierenden gegen die Rodung des Hambacher Forsts

Warum ein Fernsehpreis eine Klimaschützerin ehrt – wenn nicht, um sich selbst einen grünen Anstrich zu verpassen – war vielen im Vorfeld unklar. Auf der Veranstaltung, die in einem Berliner Flugzeug-Hangar stattfand, wurde dieser Eindruck nicht besser. 

Denn am selben Abend verschenkte Sponsor VW als Preis für die "beste Nachwuchsschauspielerin" ein SUV

"Du wirst ja nicht zu jedem Casting die Anreise bezahlt bekommen" scherzte Moderator Steven Gätjen, als er Schauspielerin Tscharntke den Autoschlüssel überreichte. Mit gerade mal 95 PS (in der Grundausstattung) ist der Wagen zwar keine extreme Drecksschleuder, verdeutlicht aber, was das Auftreten der Klimaaktivististin vorher war: eine reine PR-Maßnahme für den Preis, die aber bitte keine harten Konsequenzen nach sich ziehen soll.

Auf Twitter zeigte sich schnell, dass die Idee nicht gut ankam: 

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Fragen, die bei uns offen bleiben: 

  • Hätte Sponsor VW, der zwei Wochen vor der Verleihung der Goldenen Kamera die Streichung von 7000 Stellen  angekündigt hatte – ironischerweise zur Schaffung von Mitteln für die Elektromobilität – nicht einfach ein E-Auto stiften können? 
  • Kann man nicht auch mit der Bahn zum Casting fahren? 
  • Wie viele Emissionen wurden allein durch die Flüge der eingeladenen Stars erzeugt – unter anderem Oscargewinnerin und US-Amerikanerin Jessica Chastain?

Und vor allem: Wann nehmen ältere Generationen die Verzweiflung von Greta Thunberg und den streikenden Schülern endlich ernst?  

Was denkst du?