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Golf von Mexiko US-Küstenwache meldet Explosion auf Ölplattform

Schon wieder ein Unglück im Golf von Mexiko: Auf einer Ölplattform in der Nähe der untergegangenen "Deepwater Horizon" hat es laut US-Küstenwache eine Explosion gegeben. Rettungsteams sind auf dem Weg, 13 Arbeiter sollen in Sicherheit sein - über Schäden für die Natur ist noch nichts bekannt.
Golf von Mexiko: Auf einer Ölplattform soll es eine Explosion gegeben haben

Golf von Mexiko: Auf einer Ölplattform soll es eine Explosion gegeben haben

Foto: Google Earth/ DigitalGlobe

Louisiana - Im Golf von Mexiko ist nach Angaben der US-Küstenwache am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eine Ölbohrinsel explodiert. Zunächst war nicht bekannt, ob die Plattform noch brannte. Nach ersten Informationen sind inzwischen alle 13 Arbeiter in Sicherheit. Ein Mann soll verletzt sein, es soll keine Toten geben.

am 20. April die Bohrinsel "Deepwater Horizon" von BP explodiert war

Die Explosion ereignete sich laut Küstenwache einige hundert Kilometer westlich der Stelle, an der . Die Detonation wurde einem Sprecher der Küstenwache zufolge am Morgen von einem Hubschrauber gemeldet.

Alle 13 Arbeiter gerettet

Auf der Bohrinsel seien 13 Arbeiter beschäftigt gewesen. Sie seien bei der Explosion ins Wasser geschleudert worden, sagte ein Sprecher der US-Küstenwache. Inzwischen habe sie ein Versorgungsschiff aufgenommen. Die Männer würden nun zu einer nahegelegenen Plattform gebracht und von dort in ein Krankenhaus geflogen, so der Sprecher.

Noch sei unklar, ob Öl ins Meer ströme.

Sieben Hubschrauber, zwei Flugzeuge und vier Schiffe befanden sich auf dem Weg zu der Stelle 130 Kilometer südlich von Vermilion Bay in Louisiana.

Plattform soll zurzeit nicht fördern

Die Plattform soll dem Unternehmen Mariner Energy gehören. Zum Zeitpunkt des Unglücks habe sie laut US-Behördenangaben weder Öl noch Gas gefördert. Das Bohrloch liegt demnach in rund 105 Meter Tiefe.

Die explodierte Ölbohrplattform förderte laut eigenen Angaben im Jahr 2009 rund 31 Milliarden Liter Öl aus dem Ölfeld "Vermillion 380". Zum Vergleich: Aus dem Leck, das durch die Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" im April entstand, sind in rund vier Monaten geschätzte 800 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko gelangt. Die in dem betreffenden Ölfeld "Vermillion 380" lagernde Menge an Rohöl wurde Ende 2009 auf 940 Milliarden Liter taxiert.

Bei der Firma Mariner Energy handelt es sich nach eigenen Angaben um eine der größten unabhängigen Öl- und Gasförderer im Golf von Mexiko. Rund 85 Prozent der Produktion macht das Unternehmen mit Off-Shore-Bohrungen. Im Jahr 2009 wies Mariner Energy rund 950 Millionen Dollar Umsatzerlöse aus. Für das Unternehmen arbeiten 328 Mitarbeiter.

Erst im April 2010, wenige Tage vor der Explosion der "Deepwater Horizon", war Mariner Energy, das vor allem in West Texas und im Golf von Mexiko in Wassertiefen von 300 bis 2000 Meter operiert, für 2,7 Milliarden Dollar vom unabhängigen US-Ölförderer Apache übernommen worden.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" waren elf Arbeiter ums Leben gekommen. Das Leck in rund 1500 Meter Tiefe konnte erst Ende Juli abgedichtet werden.

siu/dpa/AP