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SACHBUCH Gott für jeden

aus DER SPIEGEL 32/2001

Linus Torvalds ist vor allem sympathisch, weil er nicht Bill Gates ist. Genau genommen ist er so ziemlich das Gegenteil vom Microsoft-Tycoon. Er ist nicht so reich und kein Amerikaner, sondern er kommt aus Finnland, und er hat Linux erfunden, ein Computer-Betriebssystem, das Windows Konkurrenz macht - und zwar auf basisdemokratische Weise. Torvalds'' Siegeszug beginnt mit seinen privaten Bemühungen, sein eigenes System zu schreiben. Und weil das für einen einzigen Mann zu viel Arbeit ist, stellte er seine ersten Ergebnisse ins Internet. Bis heute gibt es bei Linux, anders als bei Windows, keine Betriebsgeheimnisse, jeder Programmierer der Welt darf daran mitarbeiten. Und das machte den Finnen zum Helden aller kleinen Davids, denen der Goliath Microsoft schon lange auf die Nerven geht. Jetzt, mit 31, legt Torvalds seine Autobiografie - und damit die Entstehungsgeschichte von Linux - vor. Man muss kein Computerfreak sein, um das Buch zu lesen; die Faszination des Programmierens versteht man auch als Normal-Nutzer: »Wenn du gut genug bist, kannst du Gott sein. Jedenfalls in einem bescheidenen Rahmen.«

Linus Torvalds und David Diamond: »Just for Fun. Wie ein Freakdie Computerwelt revolutionierte«. Hanser Verlag, München; 240Seiten; 39,80 Mark.

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