Griechenland Feuer nahe Flüchtlingslager auf Samos ausgebrochen

Wenige Hundert Meter neben einem Registrierzentrum für Flüchtlinge auf der Ägäisinsel Samos hat es gebrannt. Aufnahmen zeigten meterhohe Flammen. Inzwischen ist das Feuer aber offenbar unter Kontrolle.
Flüchtlinge am Rand des Lagers Vathy auf Samos (Archivbild)

Flüchtlinge am Rand des Lagers Vathy auf Samos (Archivbild)

Foto: Angelos Tzortzinis/DPA

Auf der griechischen Insel Samos ist nahe des dortigen Flüchtlingslagers am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. "Es brennt am Rande des Registrierzentrums", sagte der Bürgermeister der Ortschaft Vathy, Giorgos Stantzos, der Nachrichtenagentur dpa. Zelte des Lagers würden nicht brennen, er sei jedoch besorgt, sagte Stantzos.

Mehrere griechische Medien berichteten ebenfalls über ein Feuer nahe dem Lager. Den Berichten zufolge ist das Feuer 200 bis 300 Meter oberhalb des Flüchtlingslagers ausgebrochen. In den sozialen Medien kursierten zudem Bilder und Videos, die große Flammen in der Dunkelheit zeigen.

Laut der Zeitung "Kathimerini " war das Feuer gegen 20:30 Uhr (Ortszeit) ausgebrochen. Mindestens 20 Feuerwehrleute waren zwischenzeitlich mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Kurz vor Mitternacht wurde das Feuer laut "Kathimerini" unter Kontrolle gebracht, die Feuerwehr überwache die Brandstelle jedoch weiter. Laut lokalen Medien brannten Teile eines Waldes ab.

Erst vor wenigen Tagen war das Flüchtlingslager Moria auf der nahe gelegenen Insel Lesbos bei einem Großbrand fast völlig zerstört worden. Rund 12.000 Migranten wurden obdachlos. Die Feuer waren laut griechischer Regierung von Migranten gelegt worden, um die Abreise aus den Lagern und von der Insel zu forcieren. Zuletzt waren im Zusammenhang mit dem Brand sechs Verdächtige festgenommen worden.

Das Lager Moria ist jedoch seit Jahren um ein Vielfaches überbelegt, nach positiven Corona-Tests von zwei Migranten kam es zunächst zu Unruhen, später brachen die Feuer an mehreren Stellen im Lager aus.

Positive Corona-Tests auch auf Samos

Im Flüchtlingslager Vathy nahe dem gleichnamigen Ort auf der Insel Samos leben laut dem griechischen Migrationsministerium rund 4600 Migranten, das Lager hat jedoch nur eine Kapazität von rund 650 Plätzen. Am Dienstag waren im Camp zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. (Lesen Sie hier eine Reportage über die Zustände auf Samos.)

Griechische Politiker warnen seit dem Brand auf Lesbos vor der "Moria-Taktik". Feuer könnten demnach auch in anderen Flüchtlingslagern gelegt werden - vor allem, wenn die Menschen nun aufs Festland oder nach Mittel- und Nordeuropa gebracht würden. Neben Moria auf Lesbos gibt es auch auf den Inseln Samos, Chios, Leros und Kos Flüchtlingslager.

Die Migranten auf Lesbos fordern angesichts des niedergebrannten Lagers, die Insel sofort verlassen zu dürfen. Allerdings steht bei den meisten der Abschluss des Asylantrags noch aus. Die griechische Regierung besteht darauf, dass die Migranten den normalen Asylprozess durchlaufen müssen.

Die Bundesregierung hatte zuletzt angeboten, 1553 Menschen von den griechischen Inseln aufzunehmen. Dabei soll es sich um 408 Familien mit Kindern handeln, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

fek/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die zeitgleiche Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten