"Höllische" Situation Heftige Waldbrände wüten in Griechenland

Starker Wind, hohe Temperaturen und Trockenheit: Nahe Athen und im Süden Griechenlands sind mehrere Waldbrände ausgebrochen. Zwei Dörfer und ein Sommercamp mussten evakuiert werden.

DPA

Im Süden der griechischen Halbinsel Peloponnes ist ein heftiger Waldbrand ausgebrochen. Zwei Dörfer und ein Sommercamp in der Region um die Ortschaft Neapolis wurden evakuiert. Die Situation sei "höllisch", sagte der Bürgermeister der Kleinstadt Monemvassia, Iraklis Trichilis, dem Fernsehsender Skaï.

Seit dem frühen Morgen habe die Feuerwehr gegen Hunderte Brandherde zu kämpfen, so Trichilis. In den evakuierten Dörfern seien bereits mehrere Häuser von Flammen zerstört worden. Ein Mann starb auf der Flucht vor den Flammen an einem Herzinfarkt, wie das Gesundheitszentrum von Neapolis mitteilte.

Nach Angaben von Zivilschutzchef Tassos Mavropoulos wurde auf der ganzen Halbinsel Verstärkung für den Kampf gegen die Brände angefordert. Heftiger Wind und das gebirgige Gebiet erschwerten zusätzlich die Arbeit der Feuerwehr, sagte er. Feuerwehrsprecher Nikos Tsongas warnte vor weiteren Schäden, da die heftigen Winde weiter anhalten dürften.

Aufgrund hoher Temperaturen und enormer Trockenheit brachen auch bei Athen Waldbrände aus. Dicke Rauchwolken stiegen aus der Region um den Berg Immitos nahe der Vorstadt Ilioupolis auf. Die Flammen zerstörten einen kleinen Pinienwald am Stadtrand von Ilioupolis und drohten auf Häuser überzugreifen, berichteten Reporter. Betroffen sei auch der Stadtteil Kareas. Einwohner warfen Wasser aus Eimern auf die Flammen, wie das griechische Fernsehen zeigte. Der Rauch war kilometerweit zu sehen.

Verteidigungsminister vermutet Brandstiftung

Die Feuerwehr setzte viele Einheiten, Löschhubschrauber und Flugzeuge ein, um die Flammen zu bekämpfen. Ein Löschflugzeug musste nach einem technischen Problem notlanden. "Wir versuchen mit allen Mitteln, die Flammen einzudämmen. Ein Kloster und ein Waisenhaus wurden in Athen evakuiert", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Regierungschef Alexis Tsipras eilte zur Krisenzentrale des Zivilschutzes in Athen. Er befahl den Einsatz des Militärs bei den Löscharbeiten. Zudem sei der europäische Zivilschutz informiert worden. Griechenland habe um vier Löschflugzeuge aus anderen EU-Staaten gebeten, teilte die Feuerwehr mit.

Verteidigungsminister Panos Kammenos erklärte im Fernsehen, er vermute, dass Brandstifter hinter diesen Bränden stecken könnten. Das Militär werde aus diesem Grund ab sofort in den Regionen patrouillieren, die von Waldbränden gefährdet seien.

wit/dpa/AFP



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