Grönemeyer und der Fotograf Auf Anzeige folgt Gegenanzeige

Nach einer Rangelei auf der Beerdigung des Schauspielers Klaus Wennemann zeigte ein Fotograf zunächst den Sänger wegen Körperverletzung an. Herbert Grönemeyer antwortete nun mit einer Anzeige wegen Verleumdung.


Oer-Erkenschwick - Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten am Dienstag den Eingang der Anzeige gegen den 43-jährigen Sänger. Grönemeyer räumte ein, einem Fotografen die Kamera entrissen und auf den Boden geworfen zu haben. Er widersprach jedoch Zeitungsberichten, wonach er den Fotografen geschlagen haben soll und zeigte seinerseits den Fotografen wegen übler Nachrede an.

Herbert Grönemeyer
DPA

Herbert Grönemeyer

"Trotz mehrfacher Aufforderung der engsten Verwandten, die Trauer nicht zu stören, ist der Fotograf immer wieder bis zu einer Distanz von einem Meter auch an mich herangetreten und hat Fotos gemacht", sagte der Musiker zu dem Vorfall im westfälischen Oer-Erkenschwick. Familie und Freunde hatten sich dort am vergangenen Samstag auf dem Waldfriedhof in aller Stille mit einer Urnenbeisetzung von Klaus Wennemann ("Der Fahnder") verabschieden wollen.

Zur Begründung seiner Anzeige sagte Grönemeyer: "Ich habe den Fotografen selbst körperlich noch nicht einmal berührt." Der Pressemann habe die prominente Trauergemeinde schon länger mit Blitzlicht gestört.

Der Beisetzungstermin war geheim gehalten worden. "Wir wissen nicht, warum es dennoch einen derartigen Medienauflauf gegeben hat", sagte Stadtsprecher Peter Raudszus. Unter den rund 30 Trauergästen seien außer Grönemeyer auch Wennemanns langjähriger Weggefährte Jürgen Prochnow, der Schauspieler Jürgen Schatz und Fußball-Star Andreas Brehme gewesen.



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