Grönland Angst vor verschollener Atombombe

Im Meer vor der grönländischen Stadt Thule soll eine Atombombe liegen, die nach dem Absturz eines amerikanischen B-52-Bombers nie gefunden wurde. Von den USA wurde das gefährliche Treibgut angeblich mehr als 30 Jahre verschwiegen.


B-52 Bomber
DPA

B-52 Bomber

Kopenhagen - Die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" berichtete, eine beim Absturz eines B-52-Bombers im Januar 1968 verlorene Atombombe sei niemals gefunden worden. Geheime Dokumente, die eine Gruppe von früheren Arbeitern am amerikanischen Luftstützpunkt Thule in ihren Besitz gebracht habe, ließen den Schluss zu, dass eine von vier Bomben nach dem Absturz verschollen sei. Sie habe die Serien-Nummer 78252 getragen. Dänemark, zu dem die Insel in der Arktis gehört, sei darüber nicht informiert worden.

Eine Delegation des US-Verteidigungsministeriums will in den nächsten Tagen mit der grönländischen Regierung, über die Nutzung der Radarstation Thule für das umstrittene amerikanische Raketenabwehrsystem NMD sprechen.

Führende Politiker in Grönland haben sich dagegen ausgesprochen, die Station Thule in das US-Raketensystem einzubeziehen. Die USA wollen sich mit diesem System vor Überraschungsangriffen von Staaten schützen, deren Politik sie für unberechenbar halten.

NATO-Mitglied Dänemark, das für die Außen- und Verteidigungspolitik Grönlands zuständig ist, hat die USA vor einem Bruch des ABM-Vertrages gewarnt. Der Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehr wurde 1972 zwischen den USA und der Sowjetunion geschlossen. Russland hält sich als Nachfolger der Sowjetunion an diesen Vertrag und kritisiert die US-Pläne als Verstoß gegen das Abkommen.



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