Größenwahn Wunschliste eine "Unverschämtheit"


London - Die 600 Hochzeitsgäste von Prinz Edward (35) und Sophie Rhys-Jones (34) haben deren überteuerte Wunschliste weitgehend boykottiert. Die Zeitung "The Sun" (London) berichtete am Donnerstag, die Geladenen hätten eigene Geschenke gewählt. Einer von ihnen wurde mit den Worten zitiert: "Ehrlich gesagt waren einige Dinge auf der Liste eine Unverschämtheit. Das können sich doch nur Millionäre oder die Queen erlauben."

Nicht von Pappe: das aus 20.000 Lego-Steinen zusammengebastelte Hochzeitspaar (ausgestellt im Legoland nahe Windsor)
DPA

Nicht von Pappe: das aus 20.000 Lego-Steinen zusammengebastelte Hochzeitspaar (ausgestellt im Legoland nahe Windsor)

Das billigste Präsent ist eine Kaffeetasse für 85 Pfund (255 Mark). Am anderen Ende der Preisskala rangiert ein antiker Tisch mit sechs Stühlen für über 100.000 Pfund (300.000 Mark). Außerdem benötigen der Prinz aus der Milliardärsfamilie der Windsors und Firmenchefin Sophie einen Breitbildfernseher für 5.000 Pfund (15.000 Mark) und Pferdesättel für jeweils 2000 Pfund (6000 Mark).

Daneben erbitten sie wie andere Hochzeitspaare auch nützliche Dinge für den Haushalt, allerdings nicht unbedingt in Standard-Ausführung. Für ein Milchkännchen, das ihren Ansprüchen genügt, muß man schon 10.000 Pfund (30.000 Mark) hinblättern. Selbst ein Sieb hat seinen Preis: 6.000 Pfund (18.000 Mark). "Sophie scheint ganz im Bann eines vorehelichen Konsumrausches zu sein", kommentierte der königstreue "Daily Telegraph". Die meisten der Wunschlisten-Geschenke sind nur in einem Geschäft im vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair erhältlich, bei dem Sophie als PR-Beraterin unter Vertrag steht.

Von der Hochzeit profitieren kann auch Sophies ehemalige Freundin Kara Noble, die vor drei Wochen ein Oben-ohne-Foto der künftigen Prinzessin an die "Sun" verkauft hatte. Ein landesweiter Radiosender hat ihr angeboten, die Hochzeit am Samstag live zu kommentieren. Moderatorin Noble war nach dem Foto-Deal von ihrem eigenen Sender gefeuert worden. Sie soll von der "Sun" für das Bild etwa 100.000 Pfund (300.000 Mark) bekommen haben.



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